Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1880)
- Date
- 1880-01-13
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227285-3227288--37741-3306908- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
25 Oesterreich-Ungarn. Sache des Liberalismus eng verbunden find. Die Ultramon- Bei der Aufnahme asfifiirt daher dem Vorstande eine Commission tanen wollen also den Liberalismus herunterziehen, indem sie bestehend aus älteren Mitgliedern dieses „Heiligen Vereins", die Juden beschimpfen und zu gleicher Zeit behaupten, daß die , die von den Bewerbern und deren Verhältnissen Kenntniß haben Liberalen alle von den Juden beherrscht werden. Aber dieser und die jedem aufzuerlegende Taxe festsetzen. Kunstgriff ist schon lange aufgedeckt, und selbst die, welche sich Also eine solche Aufnahme neuer Mitglieder ist am 9. d. einen Augenblick haben täuschen lassen, kommen jetzt von ihrem M. begonnen und am 17. Abends geschlossen worden. Die Jrrthum zurück. Die Partei, welche, um die Wahrheit und Aufnahme-Verhandlungen, die jeden Tag von 9 bis 12 Uhr das Recht besser bekämpfen zu können, diese heuchlerisch aus Vormittags und von 3 bis 6 Uhr Nachmittags stattfanden, ihre Fahne geschrieben, hat fich einmal wieder umsonst in boten ein eigenthümliches Bild, das wir wenigstens flüchtig Kosten gesetzt." skizziren wollen. Goldgestickte Altartücher, die sonst zu gottesdienstlichen Verrichtungen dienen, schmücken die Wände des Sitzungssaales; Pest, 10. December. (Privatmitth.) Der ungarisch der Präsident thront unter einem prächtigen Baldachin; auf israel. Landes-Stipendien-Verein hielt gestern seine den Tischen stehen kostbare Becher und Geräthe, von denen diesjährige Generalversammlung, in der zuvörderst der umfangmanche einen hohen Kunstwerth besitzen. Ter „Heilige Verreiche Bericht des Ausschusses verlesen wurde. Wir entnehmen ein" zeigt sich bei dieser Gelegenheit im vollen Staat; denn demselben folgende Daten: Zum Präses des Vereins wurde er ertheilt Gnaden und Ehren, indem er neue Mitglieder aufder f. Rath Herr Di*. I. Rozsav wiedergewählt. Das V ernimmt. Und die Aufgcnommenen strahlen vor Seligkeit. Sie einsvermögen besteht aus 32,950 fl. in Werthpapieren und nehmen nun als gleichberechtigte Mitglieder activ theil an den 2762 fl. 93 kr. in Baarem, welch letzterer Betrag demnächst großen Wohlthatcn, die der in seiner Art einzige, verehrungsin auszuschreibenden Stipendien zur Vertheilung kommt. Der würdige Verein ausübt: bei Manchem mag aber auch der Ge- Verein zählt sechs auf den Namen lautende Stiftungen, danke im Hintergründe schlummern, daß er nun gefeit sei gegen 65 gründende und 203 ordentliche Mitglieder. Im letzten die größte Noch, indem er einmal vielleicht passiv theilnehmen Jahre concurrirten 206 Studirende auf Stipendien im Gestimmtwird an jenen Wohlthaten. Denn der Verein, dem er nun betrage von 2700 fl., welche an 33 Gesuchsteller verlieben angebört, bietet kranken und verarmten Mitgliedern die nöthigste wurden. Seit dem Bestände des Vereins wurden im Ganzen Unterstützung, unterhält ein Versorgungshaus für arme verein- 14,940 fl. in Stipendien vertheilt, und wie aus der Liste der samte greise Mitglieder, beziehungsweise für deren Wittwen, und Prämiirten ersichtlich, befinden sich unter denselben bereits! besorgt, wenn nöthig, die Begräbnisse unentgeltlich, fungirende Advocaten, Aerzte, Unrversitäts- und Gymnasialj Jeder Aspirant meldet sich vorher in einer der Neben- Professoren. Da die Mittel des Vereins noch immer in keinem localitäten, ein Beamter des Vereins bringt einen Zettel, der günstigen Verhältnisse zu den Unterstützungswürdigen stehen,! den Namen und Beruf des Bewerbers enthält und hierauf bewäre es erwünscht, daß die Tendenz des Vereins in je weiteren! ginnt eine kurze Berathung über die Taxe, die ihm aufzuerlegen Kreisen Verbreitung sinde, wodurch der Zufluß reicherer Gaben j ist. Zuweilen kommt es vor, daß eines der Commissions-Mitanzuhoffen wäre. glieder hinausgeht, um mit dem Aspiranten, wenn dieser Daß die Frauen wahrhafte Virtuosen des Wohlthuns; notorisch vermöglich ist. zu unterhandeln. Und wenn die Auffind, zeigt ein heute gefaßter Beschluß des hiesigen israel. nahmetaxe endlich festgesetzt ist, geht einer der Anwesenden, ein Frauenvereins. Nach diesem Beschlüsse wird während des! freiwilliger Quästor, hinaus, um den Betreffenden hereinzugeleiten. Winters in der Speise-Anstalt des Vereins täglich zwischen' — Ter Vorsteher reicht dem Candidaten die Hand, meldet ihm die 5 und 7 Uhr Abends frische Suppe und Brod für den Preis Ausnahme und sagt ihm dann, daß er den und den Betrag von drei Kreuzern verabfolgt. Daß die Armen ohne Unterzu erlegen habe: — außerdem lenkt er den Blick desselben auf schied der Confession in der Speise-Anstalt des hiesigen zwei große Gefäße aus getriebenem Silber, bestimmt, die sreiisrael. Frauenvereins täglich Mittags um den geringen Preis willigen Beiträge für das „Siechenhaus" chas Pfründnerhaus) von 10 Kreuzern mit nahrhafter Kost versehen werden, wurde und für die Bediensteten des Vereins aufzunehmen. Niemand in diesen Blättern schon mehrfach hervorgehoben. versäumt es, in diese beiden Gesäße seinen Beitrag zu Wersen, —. Wir entnehmen dem „Pestcr Lloyd" folgenden Bericht, mindestens je einen Gulden. Wenn der Ausgenommene fertig Die Pester Chewra-Kadischa nimmt von drei zu drei ist, so reichen ihm die Mitglieder die Hand und beglückwünschen Jahren neue Mitglieder aus. Die Aspiranten müssen incorporirte ihn. Arme Leute von bescheidener Stellung sind glückselig Mitglieder der Pester israelitischen Cultusgemeinde sein und über dieses Zeichen der Brüderlichkeit, das in diesem Kreise je nach ihrem Vermögensstande einen größeren oder geringeren keine leere Formel ist. Betrag erlegen, um als Mitglieder ausgenommen zu werden.! Schriftstellern und Diplomirten aller Art wird keine Taxe