Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-01-13 · Heft 2 (13.1.1880) · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 2 (13.1.1880)
Date
1880-01-13
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3227285-3227288--37740-3306907
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

24 Grohherzogthum Luxemburg. Luxemburg. 21. December. (Privatmitth.) Außer der giebt, ganz einfach erfunden sind, daß die Israeliten weit davon entfernt sind, 90 Procent der Börsenspekulanten abzugeben. Doch das thut nichts, das „Luxemburger Wort" wiederholt Antwort, die Sie dem „Luxemburger Wort" in feinen eigenen j diese Lügen, ohne zu erröthen. Spalten haben angedeihen lasten, sind hier auch die liberalen : Mein Gott, ist es denn zu verwundern, wenn die Juden französischen Blätter für die Juden cingetreten. Denn es ist! größtentheils Geschäftsleute, Banquiers sind? Seit 1500 Jahren immerhin bemerkenswerth, daß hier gerade die französischen, schloß man sie von jeder anderen Beschäftigung aus; sie muffen Zeitungen liberal, die deutschen ultramontan und reactionair doch leben, nicht wahr? nun, da sind sie Kaufleute geworden, sind. Die luäependanee Luxembourg-eoise in ihrer Nr. vom ' Gewohnheiten verlieren sich nicht gleich in wenigen Jahren der 18. Dec. enthält aus bewährter Feder einen Artikel, dessen > Freiheit: da, wo man ihnen andere Sanieren eröffnet hat, wortgetreue Übersetzung hier um so mehr an ihrer stelle ist, haben sie diese mit großem Eifer betreten. Man findet als man daraus die Art erkennt, wie französischer Seits die Dinge angesehen werden. Er lautet: „Die ultramontane Partei sieht mit Unwillen den Verfall ihrer Sache, die Niederlagen, Frankreich jüdische Officiere und Generäle, in Holland jüdische Minister, überall sehr geachtete jüdische Schriftsteller und Gelehrte. Und was die bescheideneren Beschäftigungen betrifft. welche sie in ganz Europa erfährt. Sie macht verzweifelte I so sind die Juden in Polen Handwerker, in der Türkei Arbeiter Anstrengungen, um ihren Einfluß auf die Massen wieder zu und Lastträger. gewinnen und findet in einigen Ländern kein besseres Mittel, Ehemals in Palästina war es ein ackerbauendes Volk; als die Vorurtheile der Menge auszuwühlen und den Liberalis-; aber sie haben die Fähigkeiten dazu verloren, weil man ihnen mus zu verdächtigen, indem sie glauben machen will, er sei! das Recht des Grundbesitzes entzogen hatte. Jndeffen befinden identisch mit einer sogenannten Verschwörung der Juden zur! sich die jüdischen Ackerbau-Colonien in Rußland, welche die Unterwerfung und Verarmung der christlichen Welt. Und russische Regierung gegründet, in sehr blühendem Zustande, wirklich haben diese lächerlichen Verleumdungen in Deutschland; Das „Luxemburger Wort" hatte die Kühnheit zu sagen, einigen Widerhall gesunden. Das deutsche Volk, stolz auf seine' daß die deutschen Juden keine Minister oder Staatsbeamten Siege über Frankreich, stolz aus die Milliarden, welche einen werden wollten, weil dies ihren Geschäften schaden würde; außerordentlichen Aufschwung der Industrie, der geschäftlichen dieses schätzenswerthe Journal weiß sehr Wohl, daß weder in Verhältniste und des Luxus verursachten, wurde grausam aus ' Preußen, noch in Bayern, noch in Sachsen ein Israelit weder seinen Illusionen gerissen durch den plötzlichen Zusammenbruch! in der Staatsverwaltung noch in der Linie Avancement finden dieses prächtigen Gebäudes, durch die schreckliche Handeskrifis,! würde. Den Juden noch einen Vorwurf aus einer Demüthigung durch das pekuniäre und moralische Elend, das daraus erfolgte, i machen, welche sie tief empfinden, ist wahrlich der Gipfel eines Im Allgemeinen giebt man lieber Anderen als sich selbst unverschämten Spottes. Schuld an seinem Unglück. Viele Deutsche waren froh, die Aber die Israeliten herrschen in den Kammern. Thal- Juden für die üble Lage, in der Unbehaglichkeit, welche sache ist, daß in der preußischen Kammer zwei Juden auf mehr das Land befallen, verantwortlich machen zu können. Das als 400 Mitglieder kommen; daß in der bayrischen Kammer, Journal des Debats hat sich schon mit Recht über eine Nation wie ich glaube, ein Jude ist; daß in dem deutschen Reichstag von vierzig Millionen Seelen lustig gemacht, welche eine kleine es vier auf .'>94 Mitglieder giebt. Welche genialen Menschen, Minorität von vierhundert Tausend beschuldigt, sie zu unter-; wenn es ihnen gelänge, über die Elite der ganzen Nation zu werfen und auszubeuten. Die Deutschen, sagt es, geben j berr^en! damit ein Zeugniß unglaublicher Inferiorität, sie beweisen! Aber die Juden bilden fünf Sechstel der Journalisten, selbst, daß es ihnen an Intelligenz und Rührigkeit fehlt, wenn! Das ist eine grobe Lüge, welche man immer wiederholt, indem sie sich in der That von einer Handvoll, Menschen unterjochen man sehr gut weiß, daß es eine Lüge ist! Einige Berliner ließen, die gestern noch Parias, Ausgestoßene waren.! und Frankfurter Zeitungen, eine einzige Breslauer Zeitung Das „Luxemburger Wort" glaubte diese Verdächtigung,! haben einige jüdische Redacteure, aber die ganze Provincialdiese Lügen wiederholen zu müsten; irgend ein fanatischer preste, die meisten Berliner Zeitungen, alle süddeutschen Priester hat aus den ultramontanen Zeitungen die übertriebenen! Zeitungen haben nur christliche Redacteure. Die deutsche oder selbst gänzlich falschen Beschuldigungen gegen die Juden liberale Preste hat immer gegen diese Annahme protestirt, ingesammelt. Sein Hauptgewährsmann ist Dr. Glagau, ein dem sie Namen und Zahlen angab. Skribent, der aus durchsichtigen Motiven Sensationsschriften , Die Ultramontanen wisten dies Alles sehr gut, sie selber schreibt, und der schon mehrere Male mit den Gerichten wegen werden nicht getäuscht, sie wollen das Publicum täuschen. Alle Injurien und Verleumdungen in Berührung kam. Israeliten sind, das ist wahr, sehr eifrige Liberale, weil die Man hat nachgewiesen, daß die Ziffern, die er kühn an- Gerechtigkeit, die Gleichheit, die religiöse Toleranz mit der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.