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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-01-13 · Heft 2 (13.1.1880) · p. Seite 23

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 2 (13.1.1880)
Date
1880-01-13
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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doch noch bemerkt, daß derselbe zwar als ein gewandter! der Kronprinz, von dem Präsidenten des Vorstandes, Ge- Publizist und ganz besonders als ein Parteimann anzuerkennen? Heimen Commerzienrath Magnus begrüßt. Der hohe Herr ist, aber auf den Namen eines Geschichtsforschers und Ge-! hatte bereits am vorhergehenden Tage, während einer unter schichtsschreibers längst verzichtet hat. So ist nach dem Ur-! seinem Präsidium abgehaltenen Sitzung der „Victoria-National» theile aller Sachkenner seine „deutsche Geschichte" eine branden-- j Jnvaliden-Stiftung", dem genannten Herrn die Zusage erlheilt, burgische Parteischrist, aber keine Geschichte, vielmehr völlig! das Concert zu besuchen und hinzugefügt, daß es ihm zu unhistorisch. Was Wunder also, daß er auch den Juden gegenbesonderer Genugthuung gereiche, durch sein Erüber unhistorisch ist und die Geschichte zum Fenster hinaus-! scheinen bei dieser Gelegenheit zu bestätigen, wie warf. Es wäre schlimm für die Geschichtswisienschaft, wenn es viele solche Parteigänger auf dem Gebiete der Geschichte gäbe. Dann würde jede Partei die Geschichte für sich zurechte machen, und diese dadurch allen Werth verlieren. —. Endlich verstehen sich auch die hiesigen liberalen Blätter dazu, den Wühlereien gegen die Juden entgegenzutreten. fremd er gewissen Bestrebungen gegenüber stehe, die innerhalb der letzten Monate sich gegen die Glaubensgenossen der Angeredeten geltend gemacht hätten. Um acht Uhr traf der Kaiser ein; mit ihm Ihre Majestät die Kaiserin, die Erbprinzessin von Meiningen und Prinz Karl. Von Geheimrath Magnus und Die „Vosi. Zeit." vom 24. December enthält einen „Offenen! den Vorstandsmitgliedern, Geheimen Commerzienrath Herz, Brief an Herrn Profeffor Heinrich v. Treitschke" vom Unter-; Justizrath Makower und Justizrath Meyer am Eingänge ehrbibliothekar der Bodleianischen Bibliothek zu Oxford. Ad. Neufurchtsvoll begrüßt und in die Loge geleitet, sprachen der b auer, welcher im Namen der englischen Juden die einseitigen Kaiser und die Kaiserin ihre Befriedigung über den Zweck des Lobsprüche des Herrn Profeffors energisch zurücktveist, besonders die Behauptung desselben, daß die Mehrzahl der englischen Juden Abkömmlinge der spanischen Juden seien. Gerade das Gegentheil findet statt, wie schon die Ueberzahl der Synagogen des deutschen Ritus erweist. Noch willkommener Concerts und dessen glänzenden materiellen Erfolg aus. Die Kaiserin, welche aus den Händen des Vorstandsmitgliedes Herz ein Bouquet von Weißen Rosen entgegennahm, bemerkte, daß ihr ihre letzte Anwesenheit in der Synagoge fest in Erinnerung geblieben sei; auch damals habe es einem edlen ist in derselben Nummer ein umfänglicher Aufsatz: „Berlin in Zwecke gegolten — der Linderung des ostpreußischen Nothder Judenhetze, Glossen und Rückerinnerungen eines unbefangenen standes : der stimmungsvolle Raum habe bei dieser Veranchristlichen Beobachters," von dem wir nur bedauern, daß er lassung einen tiefen Eindruck auf sie gemacht. Ungeachtet der anonym erschien, und von welchem wir in nächster Nummer Kaiser die Absicht ausgesprochen hatte, das Concert nach der einige Auszüge bringen werden.! ersten Hälfte zu verlassen, verweilten die hohen Herrschaften Berlin, 31. December. Endlich haben wir von hier bis zum Schluß desselben. Erst nachdem die letzten Töne von wieder einmal recht Erfreuliches zu melden. Ein Flugblatt,! Beethoven's 0-inoU-Symphonie verklungen waren, verließ der betitelt „die Spinne," welches in heftigster Weise gegen die Kaiser das Gotteshaus, nicht ohne vorher der empfangenen Juden sich richtet und von der Antisemiten-Liga ausgeht, ist Eindrücke in warmen Worten gedacht zu haben. Der Kronmit Beschlag belegt worden. Dies ist der erste Schritt, um Prinz, der von jeher ein lebhaftes Interesse für den Bau bezu erweisen, daß diesen scheußlichen Wühlereien der gesetzliche! kündet hatte und dasselbe auch bei dieser Gelegenheit durch Boden fehlt. einige ganz eingehende, besonders die eigenthümlichen Beleuchtungs- Ferner: Das gestern Abend zum Besten der nothleidenden i Verhältnisse betreffenden Fragen documentirte, reichte beim Ab- Oberschlesier in der „Neuen Synagoge" veranstaltete! schiede dem Geheimen Commerzienrath Magnus die Hand. Concert fand den weihevollen Raum dieses wundervollen! Auf der Straße hatte sich ein zahlreiches Publikum aufgestellt, Tempels dicht gefüllt. Daß es dem guten Zwecke, dem es galt, das den Wagen des Kaisers mit lauten Zurufen begrüßte, die beträchtliche Summe von circa 10,400 Mk. zuführte, sei hier; Unter den ca. 2500 Anwesenden bemerkte man u. A. den schon im Sinne warmen Dankes für die bctheiligten Künstler,! General-Adjutanten des Kaisers Grafen v. d. Goltz, den besonders für Joseph Joachim, erwähnt. Die genannte Justizminister Friedberg, den Polizeipräsidenten v. Madai,den Summe schließt einen Betrag von 300 Mk. ein, welchen j Hofmarschall des Kronprinzen Grafen Eulen bürg, den Flügel- Se. Majestät der Kaiser gestern früh dem Comit<- für! Adjutanten des Kronprinzen, Obersten v. Winterfeld rc. Die seine Plätze gesandt hatte. Für die hohen Herrschaften war! Stimmung erzeugende dämmrige Beleuchtung des Gotteshauses eine besondere Zufahrt von der Oranienburgerstraße aus her-1 ist der Beobachtung des Berichterstatters durchaus ungünstig, gestellt worden und im Innern des Gotteshauses, links vom Sonst wäre er sicherlich in der Lage, diesen Namen eine Reihe Altar, eine reichdekorirte Loge, von der aus der großartige und; der besten aus allen Kreisen hinzuzufügen. Mehr als alle in seiner Art einzige Raum fast vollständig übersehen werden! Namen jedoch spricht die Erträgnißziffer für den Erfolg des konnte. Wenige Minuten nach Beginn des Concerts erschien i Abends. —

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