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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-01-13 · Heft 2 (13.1.1880) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 2 (13.1.1880)
Date
1880-01-13
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 will. Sprechen diese Predigten stimmungsreich zu den Herzen ihrer Zuhörer, so sind sie doch nur mittelbar als Streitschriften zu betrachten. Eine solche aber erschien unter dem Titel: „Wider Heinrich v. Treitschke zwar von einer uns unerwarteten Dr. Paulus Cassel. Unerwartet, aber erklärlich, da die Angriffe sich nicht auf die wirklichen Juden beschränken, sondern sich auch auf die „getauften Juden" ausdehnen, mögen diese sich als gläubige Christen darstellen oder als solche, welche Umständen und Verhältniffen nachgegeben haben. Daß sondern nur aus Opportunität ftei gemacht — konnte man nirgends ihre Freiheit recht ertragen." „Wir sind auf Treitschke's Antwort begierig. Von solchen für die Juden", und! literarischen Keulenschlägen, wie sie ihm Caffel austheilt, Seite, von Profeffor erholt man sich nicht so leicht." Es scheint, als ob man auf eine solche Antwort noch längere Zeit gespannt bleiben werde. Unterdeffen nämlich schritt die Angelegenheit in folgender Weise fort. Treitschke hatte in seinem Artikel die Juden des „Uebermuths" und der „undeutschen Gesinnung" geziehen, und als Beweis die Gedeshalb auch Etliche von diesen sich regen, kann nicht ver-! schichte der Juden von Grätz angezogen, der besonders in wundern. Wir werden uns mit dieser Broschüre noch etwas i feinem N. Bande Deutschland und die bedeutendsten deutschen mehr beschäftigen, und geben heute das Urtheil der „Deutschen: Männer gehässig und verächtlich behandelt habe. Grätz ant- Montagszeitung" hier wieder: woriete in heftiger Weise in einer Erklärung, welche die „Wir haben bisher es unfern Lesern gegenüber für Pflichti Zeitung veröffentlichte. In dem soeben erschienenen gehalten, dieselben mit der widerwärtigen H-tzlit-ratnr. durch ' D-c-mb-rh-it° der „Preuß.schen Jahrbücher» gi-bt nun Treitschke deren seltsame Ungeheuerlichkeiten modern-'.Serostrate ibre i w--«-ch Antwort. Der Herr Proseffor macht es sich aber Namen zu verbreiten suchten, zu verschonen. Wenn aber solche l-'cht. Statt auf die Erwiderungen, die chm seine »hat. Männer, wie Caffel. der als Dvctor der evangelischen Theo- 'öchuch falschen Behauptungen, seine verkehrte Logik und seinen Ivgie, als Prediger, als Redner und wiffenschastlich weit ^°-> prineipreller U-be-z-ugung beleuchteten, ein,ugehen. vv-rag-nd-r Schriftsteller einen grvßen Namen in den Streit! begnügt er sich mit der Zuf-mm-nst-llung nichtssagender sta. einführt, zur Feder greift, um in einer Stunde der Muße die i tistncher Zahlen, um di- Vermehrung der Juden in Preußen logischen Sprünge der Hetzer gebührend zu kennzeichnen, fo;3“ -vnstatir-n, und um sodann Stellen aus dem Buchvon b-ben wir di- Pflicht, auf diese neue Phase des Kampfes' Grätz anzuführe». welche diantideutsche Gefinnungdes jüdischen aufmerksam zu machen. Di- Schrift Caffel's ist in geistreicher,! Geschichtsschreibers erweise» sollen. Treitschke umgeht hiermit knapper, echt taciteischer Schreibweise abgefaßt: Caffel konnte! ianim Äern ber Fr-g- und. weiß er nichts weiter zu auch die Art des römischen Historikers, den er versteht, bester | entgegnen, so hat er hiermit die Jrrthümer zugestanden, in treffen, als sein Gegner Treitschke, dem beispielsweise in seinem! er mit Bewußtsein gcrathen ist. Jetzt ist es nur noch ein Aussatze das Unglück passtrte, des Tacitus ockium generis' persönlicher Streit zwischen Grätz und Treitschke. Sowohl Immuni als auf di- Juden gemünzt zu citiren, während -Gl vr. Joel in seinem Sendschreiben, als wir in u»sr-r „Antin den Annalen des Römers einfach dem semitischen Stamme Wort" (Nr. 50) haben jede Verantwortlichkeit seitens der der Christen gilt. Man mußte das ganz« Büchelchen wörtlich! Juden für d,° Auslassungen des Proseffors Grätz ,n seinem abstbreiben, um eine Analyse deffelben zu geben: es sei des- - Geschichtsbuche nachdrücklich zurückgcwiesen. Darüber geht bald nur eine Stelle deffelben abgedruckt, welche am treffendsteni 2«'«« mit Stillschweigen hinweg. Wir müffen daher diesen den ganzen blutigen Kampf charakterisirt: I Protest wiederholen und dannt Niemand zu sagen berechtigt ' sei: es wäre diese Zurückweisung ein augenblickliches Auskunfts- „Es war -ingroß- Täuschung, wenn man meinte. E-l. müffen wir ein Gewicht darauf legen, daß das „In. daß. als man di- Juden IS4« -maneipirte. dies von Seiten j,.,i,2t zur Förderung der israelitischen Literatur--, des falschen Liberalismus, in welchem heute Herr v. Tr.! welche bic btt 3ttb«n Bon OM* som 3-10. »anbe »reibt, -»s Liebe zu den Juden oder aus wirkli ch-r j h^sg-g-b-n. den b-tr. ll. Band zu publieiren »erweigerte, so daß Grätz sich dafür eine Buchhandlung suchen mußte. Das gedachte Institut stand bekanntlich damals unter Freisinnigkeit geschah. Die Opposition befteite bte j Juden um der Opposition willen; die Emancipation gehörte zum liberalen Programm. Gerade wie man damals di-! Md bet llllr H^ld und Goldschmidt Leitung, und Juden befreite - weil es liberal hieß - klopft man jetzt: toit sollten eben nicht die Verantwortung für die Darstellungs- -us dt- Juden, um damit der sortschrittspartei Weh zu Meise des Profeffor-Grätz übernehmen. Wir find deshalb um thun. Ich bm überzeugt, daß. wenn die Juden nicht m^t diese Verantwortlichkeit von uns Mtd den dem Fortschritt m B-rlm gestimmt hätten, schon längst -in ätschen Juden überhaupt abzulehnen. Es war allerdings g-walttg-s Qm» erschollen wäre - und dann hätten ^ch ^n anderes Motiv mehr, das uns zu diesem Schritte auch die preußischen Jahrbücher ihre „Aussichten" vertag,. dewog. Grätz hatte sich damals schon in «-.schieden-» Auf- Weil man aber die Juden nicht aus Freisinn und Liebe,! sätzcn als einen Gegner der religiösen Zeitrichtung innerhalb

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