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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-01-13 · Heft 2 (13.1.1880) · p. Seite 18

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 2 (13.1.1880)
Date
1880-01-13
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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18 beide Religionsgenossenschasten ruhig neben einander. Die Spaltung zwischen beiden war so groß geworden, daß sie nicht mehr überbrückt werden konnte. Das Christenthum hatte einen so vielgestaltigen dogmatischen Inhalt angenommen, daß es zu der einfachen und reinen monotheistischen Lehre des Judenthums nicht zurückkehren konnte, und daß ebensowenig das letztere, ohne seinen ganzen Lebensinhalt aufzugeben, sich jenem anzuschließen vermochte. Dabei hatte jenes das mosaische Gesetz für aufgehoben erklärt, während die Juden in demselben und in dessen traditioneller Entwicklung mit ihrer Geistesthätigkeit und mit ihrem Herzen lebten. Sie kümmerten sich nicht weiter um die Christen, und diese sahen ihre Bekehrungsversuche als vereitelt an. Ganz anders in der übrigen Welt, im gesammten Abendlande, wo das Christenthum auch die politische Herrschaft erlangte und bald ausschließlich bestehen wollte. Es wandte die ihm zu Gebote stehende politische Macht an, um die Juden zu erdrücken. Es wies sie nach und nach aus dem ganzen öffentlichen Leben hinaus, entfernte sie aus der Gesellschaft, beschränkte sie im gewerblichen Leben, verbannte sie in gesonderte Stadtviertel, versagte ihnen den Grundbesitz und belegte sie mit besonderen schweren Abgaben. Die Juden fügten sich in alle diese drückenden Verhältnisse, nur um sich ihre Gotteserkenntniß und die Uebung ihres reli= Geschichten des Alten Testamentes vor, indem er sie legendenartig umformt, wobei sich nicht selten die Spuren des Midrasch verrathen. Aber er polemisirt auch gegen die Juden, weil sie hartnäckig ihn als Propheten anzuerkennen sich weigerten, während er gegen die Christen ihre Dogmen, die Entstellung des Monotheismus gellend macht. Als aber der Islam mit dem Schwerte in der Hand die Grenzen der arabischen Halbinsel überschritt, um sich den ganzen Orient zu unterwerfen und tief in Spanien und Griechenland einzudringen, fand er zwar in den heidnischen Ländern keinen Widerstand, sein Bekenntniß auszubreiten, wohl aber in den Juden und Christen dieser Gebiete. Aber es lag ihm nicht daran, diese kleinen Reste der früheren Religionen in seinem Ländergebiete auszurottcn, sondern vielmehr sie auf den niedrigsten Standpunkt der Gesellschaft hinabzudrücken. Die Juden blieben daher verhältnißmäßig zahlreich in den islamitischen Ländern bestehen, ja zuweilen öffneten sich diese gastlich den aus den christlichen Staaten verbannten. Richtete demnach der Islam keine unmittelbaren Angriffe auf das Judenthum, so war doch das Schicksal der Juden auch hier ein trauriges, da sie als eine unterworfene Nationalität vom allgemeinen Leben ausgeschlossen und schimpflich behandelt wurden. Sie hatten allerdings so blutige Verfolgungen wie in den christlichen giösen Gesetzes zu bewahren. Ihr Kampf war schwer und j Ländern nicht zu ertragen, und nur zeitlich und örtlich mißwurde nur erträglich durch die Gewohnheit und durch das! handelte sie der mohammedanische Fanatismus; aber sie sanken Bewußtsein, für die Heiligung des Namens des einzigen auf der gesellschaftlichen Leiter immer tiefer. Allen diesen Gottes zu leiden, der ihnen diese Bestimmung auferlegt habe. Es wurde noch schlimmer. Es traten unmittelbare blutige Verfolgungen ein, durch welche ganze jüdische Gemeinden mit Stumpf und Stiel ausgerottet oder große Haufen in die Verbannung gejagt wurden. Aber auch hiergegen erlahmte ihr passiver Widerstand nicht. Sie nahmen tausendfaches Martyrium über sich und starben mit dem Ausruf: „Der Ewige ist einzig!" Sie griffen, ihrer Güter beraubt, zum Wanderstabe, der sie oft genug in Elend oder Tod führte, bis sie irgend eine Heimstätte auf einige Zeit wiederfanden. Der Ursprung des Islam war ein anderer. In der i so daß sie sich fast nur in Klagen und Gebeten Luft machen jüdischen Lehre, wenn auch mangelhaft, unterrichtet, pflanzte! konnte. Gab es doch auch Abtrünnige zu aller Zeit, welche Mohammed seine Standarte als letzter und wahrhafter Prosofort Denunciationen angezettelt hätten, um auf ganze Ge- Uebeln setzten sie dieselbe religiöse Energie entgegen, um sich ihre Lehre rein und die Uebung ihres Gesetzes frei zu erhalten; aber sie geriethen in Armuth und Elend und die Cultur des Geistes wurde in ihnen immer schwächer. — Diesem ganzen schreckenvollen Kampfe, der durch die gesammte Masse eines Stammes nur durch eine beispiellose Hingabe an die ihr eingewurzelte Idee bestanden werden konnte, ging eine Polemik zur Seite, die jedoch von Seiten der Juden nur in schwachem Maße geführt werden konnte, weil jede scharfe und aggressive; Entgegnung die härteste Verfolgung nach sich gezogen hätte. phet des Monotheismus auf, durchquickte ihn aber nach seiner persönlichen Ansicht und dem Bedürfniß der Stämme und Völkerschaften, auf die sabäischem Heidenthume, meinden das Unheil für das kühne Wort eines einzelnen Autors zu bringen. Darum schützte selbst die Einkleidung in r zunächst angewiesen war, mit die hebräische Sprache nicht, deren Kenntniß bei den Nichtindem er zugleich das mosaische juden damals so äußerst gering war. Als fast einzig steht Gesetz willkürlich umwandelte. Anfangs strebte er danach, die deshalb der Kusari Jehuda-Halevi's da, in welchem die Juden für sich zu gewinnen, und gebot sogar seinen Anhängern, Vorzüge des Judenthums vor den anderen Religionen ausbeim Gebet das Antlitz nach Jerusalem zu wenden. Aber die einandergesetzt werden (1080—1150). Es bedurfte dazu eines Juden wiesen standhaft alle seine Verlockungen zurück und lichten Zeitpunktes mitten im dunklen Mittelalter. Und doch begegneten ihm selbst mit Spottliedern. Dies erbitterte ihn geht der Verfasser sehr schonend mit den beiden Religionen, gegen sie und er verfolgte sie, so weit er dies in Arabien die er bekämpft, um und wendet seine ganze Schärfe nur vermochte. In seinem Koran trägt Mohammed oft die, gegen die atheistischen Philosophen.

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