Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1880)
- Date
- 1880-01-06
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9 Gesinnung beseelt ist, und wird der hier herrschende Geist auch I auf die ganze Lehrerschaft unserer Volksschulen übertragen.! In jenem Artikel liegt ein directer Angriff auf diese! hochachtbare Lehrerschaft und ein indirekter auf den Gemischten Schulausschuß unserer Stadt. Wir halten es für unsere heilige Pflicht, diesen hiermit ganz entschieden für ungerechtfertigt zu erklären. Auch benutzen wir, Angesichts der vielen widerlichen Judenhetzen an anderen Orten, gern diese Gelegenheit, es dankbaren Herzens anzuerkennen, daß Leipzigs Behörden und Leipzigs Einwohnerschaft ein Geist achter Humanität beseelt, dem sie bei jedem sich bietenden Anlaß, auch ihren jüdischen Mitbürgern gegenüber, Ausdruck zu geben bemüht find. Leipzig, 19. December 1879. Zweck der Stiftung. 8 1- Die Moses Mendelssohn-Stiftung zu Deffau hat den Zweck, das Geburtshaus Moses Mendelssohns in Deffau zu erwerben, zu restauriren, einzurichten und ihm dadurch eine würdige Bestimmung zu geben und zu erhalten, daß in demselben 2—4 in vorgerücktem Alter stehende Männer jüdischen Glaubens (siehe § 3) freie Wohnung und, soweit es die Mittel gestatten, Unterhalt finden. Bermögeu. 8 2. Das Eingangs gedachte Capital von M. 30,000 — bildet die Substanz des Stiftungsvermögens. Aus demselben werden zunächst der Ankauf, die Reparatur Der Vorstand der Israel. Religionsgemeinde zu und die Einrichtung des Hauses bestritten, womit der Vorstand Leipzig. , der jüdischen Gemeinde in Deffau betraut wird, der sich jedoch Der Inhalt der obigen Erklärung ist in der Th-t ,-hr iüf,er Me H°hder dafür zu verwendenden Beträge mit dem erfreulich. Wir muffen jedoch unfern Correspondenten in «orsitzenden des deutsch.,irael,tischen G-m-indebund-s in Leipzig Schutz nehmen. Derselbe hat über Thatsachen berichtet, die nicht in Abrede gestellt werden. Derartige Mittheilungcn berühren aber stets die wunden Flecken, an die eine heilende Hand zu legen erforderlich ist. Redaction. zu verständigen hat. — Der alsdann verbleibende Theil wird nach den Grundsätzen für pupillarische Gelder zinsbar angelegt. — Sollte, in Voraussicht daß die Stiftung möglicher Weise! einmal einen größeren Umfang annimmt, eines der Nachbarhäuser Leipzig. 6. December. (Privatmitth.) Wir übersenden zu einem Preise erstanden werden können, der bei Vermiethung Ihnen anbei den Vertrag, der über die Mendelssohn'schen eine angemeffene Verzinsung ergiebt, so soll die Anlage eines Stiftung abgeschlossen worden, zu gefälligem Abdruck. l Theils der Gelder in dieser Weise nicht ausgeschlossen sein. - Die Entscheidung über den Erwerb des Hauses unterliegt Borwort. In Dessau befindet sich das Haus, in dem Moses Mendelsi aber der Genehmigung der Stifter. — sohn am 9. September 1729 geboren wurde und seine ersten Jugendjahre verlebte. Die Zinsen sollen zur Unterhaltung, Reinigung :c. des Hauses dienen und der hierfür nicht zur Verwendung gelangende Damit dH auf würdig- »eise erhalten bleibe u»d!R-st derselben zur Beihilfe fiir didarin Ausgenommen-». w°- -in- Bestimmung in Mendelssohn's Sinne erlange, wurde b-i!^ »» Vorstand der ,üd,scheu Gem-md« ,n D-stan nach B-- G-l-genh-it seiner lSOjahrigen Geburtstagsfeier nachfolgende! und bestem Ermessen zu p-rzahr-n hat. Stiftung errichtet! Etwaige ipätere Zuwendungen werden zum Stiftungsver- Die Stifter übergeben stder jüdischen Gemeinde in Deffau! Egen geschlagen, sofern di- Geber nicht ander, bestimmen. - mit dem Wunsche und in der zuversichtlichen Hoffnung, daß'' Auftl^me. sie die Verwaltung in einem Geiste führen wird, welcher der , ‘ , humanen Gesinnung Moses Mendelssobn'z und seinem edlen! Zur Ausnahme e.gnen sich solche Männer indischen Glauben,. Wirke» entspricht, damit da, Andenken an ihn. der durch femltteId>e von dmn Vorstandder j»d-sch-n G-m-md- L-b-n und seine Schriften so reichen Segen verbreite, bat. auch l" Deffau sür würd.g b-Mnd-n werden und das bl., ^ahr in dieser Stiftung gesegnet bleibe. - überschritten haben. . Die Unterzeichneten haben «ine Stiftung unter de», Namen' Rabbinern und Gelehrten (»nd zwar vorzugsweise Erster-») soll, wenn Vacanzen vorhanden, ber sonst gleicher Ouallficalion M-adelÄ-hu-Stift«»,.'!» D-Ik-N. der Vorzug gegeben werden, mit einem Capitale von Die Stifter oder Einzelne derselben haben ein Dorschlags- Dreißigtaofeoi» Mark! recht, und sollen die von ihnen zur Aufnahme Empfohlenen errichtet. — anderen Bewerbern Vorgehen. Die Verwaltung der Stiftung wird dem Vorstande der Mit Ausnahme dieser Kategorie unterliegt die Aufnahme jüdischen Gemeinde in Dessau übertragen, welcher dabei nach der Genehmigung des Ausschusses des deutsch-israelitischen Gefolgendem Statut zu verfahren hat. meindebundes in Leipzig.