Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1878)
- Date
- 1878-12-17
- Page
- Seite 805 (sequence 5)
- Language
- German
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805 Literarischer Wochenbericht. Ich gebe Ihnen dies ohne jedweden Commentar. Ingroßen Raum einnehmen, und Dialog und Handlung benachzwischen hat Rosetti demissionirt und das ganze Ministerium theiligen. Die feste Grundlage unseres Romans ist der Gott- Bratiano will ebenfalls Demission geben. Nächstens mehrglaube nnb das reine Menschenthum in warmer Liebe und 8. P. 1 strenger Pflichterfüllung. Von hier aus verfolgt er seine Tendenz, die zunächst gegen das protestantische Muckerthum n Seitdem hat sich das Ministerium reconstruirt und zwar ^richtet ist. alsdann die Versöbnuna der Consesfionen auf dem unter dem Präsidium destelben Bratrano. Uebrigens werden sich " ' _ l/ö _ 1 11 Deutschland, Frankreich, England und Italien schwerlich blos durch! eben bezerchneten Grunde zu fördern sucht. Alle dunklen T rLZx SÄ" 5E*iiS,*Ä :«•*»' w-lch° der Mutoc auf feine Palette nahm, trug er Fürsten Folge geben werden, noch dazu, wenn jene erst die Unab-, aus den heuchlerischen Pietismus über, und zerchnet rhn als hängigkeit bestätigt Härten. Redaction. einen Pfuhl der sinnlichen Ausschweifung, der unbegrenzten Herrschgier, der giftigsten Medisance und schamloser Gleißnerei. Es ist nicht unsere Sache, eine Ansicht darüber zu haben und auszusprechen, ob und inwieweit der Verfasier hierin zu viel gethan habe oder völlig gerecht sei. So entschieden der Ver- Bonn, 2. December. Wir rechnen es uns zum Vorfasier nach dieser Seite hin sowohl in den Urtheilen ist, die theile an, daß wir an dieser Stelle Uriheile über Dichtungen er fällt, als auch in den Figuren, die er zeichnet, und deren vom ästhetischen Standpunkte aus nicht abzugeben, uns viel-Handlungen: so unbestimmt bleibt er, wo er den reinen Promehr lediglich an die Tendenz zu halten haben, wenn diese testantismus und die katholische Kirche bespricht; hier deutet durch unser Gebiet geht oder es vorübergehend streift. Deser die vorhandenen Probleme mehr an, als daß er zu deren halb haben wir es auch nur mit Tendenzdichtungen zu thun, Lösung beitrüge. Er erkennt die Schwache an dem Wesen des und freuen uns, wenn eine derselben, an sich von Bedeutung Protestantismus, das in der freien Forschung in der heiligen und künstlerischer Schönheit, uns auch von unserem Stand- Schrift, also auch in der Freiheit der individuellen Anschauung punkte aus Befriedigung schafft. Und hierzu zählen wir gern: ohne bindende Exegese und ohne bindendes Bekenntniß bestehe, ,Lada. Von Friedrich Christian Benedict Ava Lalle- und doch eine geschloffene Kirche bilden wolle. Er empfiehlt mant. Drei Bände. Dresden, Baensch 1879." Herr Avada das Schleiermacher'sche System, welches doch nicht weniger Lallemant, Dr. jur., hat sich durch sein umfaffendes Werk: auf Voraussetzungen beruht, die der Kritik sehr zweifelhaft „Das deutsche Gaunerthum, vier Bde. Leipzig, Brockhaus, erscheinen. Ebenso sieht er die Maigesetze als eine unsterbliche, 1862", sowie durch andere Schriften über das Polizeiwesen! rettende That an und laßt doch wiederum die Festigkeit der einen gefeierten Namen erworben. In dem ersten Werke legte, römischen Kirche durch ihre sorgfältig gegliederte Hierarchie er auch gründliche Studien über den jüdisch-deutschen Jargon! und ihre genau sormulirten Dogmen rühmen, ohne darauf hinzunieder und erwies zugleich, daß die „Gaunersprache" ihre deuten, daß dieses Gebäude aus Prätensivnen beruht, welche Elemente aus den verschiedensten Sprachen und Dialekten zu-: die Geschichte leugnet und denen die Vernunft widerspricht, sammenschweißte, und darum auch aus dem Hebräischen, das Hier war es, wo der Dichter als solcher ein lösendes Wort aber keineswegs den ursprünglichen Boden für das Gauner-, hätte sprechen muffen, um das Gefühl des Einklangs hervorwelsch abgab. In den letzten Jahren hat er auch einige gern j zurufen, wenn man auch nicht prätendiren dürfte, daß dieses gelesene Romane veröffentlicht. Wenn es schon eine gewiß j lösende Wort das richtige, das der unausbleiblichen Zukunft seltene Erscheinung ist, daß ein Mann, der einen großen Theil wäre. — Worin aber der Autor ganz entschieden und sicher seines Lebens im Criminalpolizeifache thätig war, und selbst. ist, und was daher seinem Roman einen großen Vorzug geum seiner Studien willen — denn er ist auch ein Meister in währt, das ist die Würdigung des echten Menschenthums der Zigeunersprache — in die dunkelsten Schichten der in allem Volke und allem Glauben. Mischt er doch selbst in Menschenmaffe hinabsteigen mußte, sich so vielen Schwung der sein farbenreiches Gemälde eine lebendige Schilderung der Phantasie bewahrt hat, um Begabung und Lust zu dichterischem Zigeuner, ihrer Sitten, Bräuche, Ansichten und Ausdrucks- Schaffen zu behalten: so wird dieses Phänomen noch beweise, ohne sie in der abschreckenden Häßlichkeit zu zeigen, wunderungswürdiger, wenn wir sehen, wie dieser Autor sich welche ihnen stets zugeschrieben wird, höchstens andeutend, wie den lautersten Sinn für die Ideale der Menschenseele und die ste über Mein und Dein sehr zweideutige Ansichten hegen, zarteste Empfindung für die Gefühle des Menschenherzens, Unter vollem Lichte treten daher bei ihm auch die Juden in selbst für die leisesten Schwingungen im Gemüthe eines liebenden Vordergrund, und formt er aus ihnen gerade die edelsten, den Mädchens, gerettet hat. Dies ist bei Herrn Avv-Lallemcmt durch intellectuelle Bildung wie durch ihre, hohe Sittlichkeit der Fall, besonders auch in dem vorliegenden Roman, in! ausgezeichnetsten Gestalten. Sie gehören dem idealen Menschenwelchem die psychologischen Schilderungen vielleicht einen zi, schlage an, welchen: der Verfasier mit Vorliebe nachgeht, und