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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-11-19 · Heft 47 (19.11.1878) · p. Seite 746

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 47 (19.11.1878)
Date
1878-11-19
Page
Seite 746 (sequence 10)
Language
German
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A onn, 10. November. (Notizen.) Die Stadtverordne - ten-Versammlung von Königsberg hat beschlossen, die Büste Johann Jacoby's in ihrem Sitzungssaals aufzustellen. — Die physiologische Gesellschaft zu Berlin, an deren Spitze Dubois-Reymond steht, will dem vor einigen Monaten in den Tyroler Alpen verunglückten jungen Dr. Karl Sachs, der zu so großen Hoffnungen für die Wiffenschaft berechtigt hatte, ein Denkmal setzen. An diese beiden Notizen knüpfen wir füglichst an, unsre Leser darauf aufmerksam zu machen, daß auch in Hamburg Lessing eine Statue errichtet werden soll, wozu bereits die Concurrenz ausgeschrieben worden. Das Comitä wird noch die Beisteuern des deutschen Publicum in Anspruch nehmen, und wir werden dann nicht anstehen, auch unsrerseits dafür einzutreten, wie wir es 1838 für die Lessingstatue in Braunschweig und vor einigen Jahren für die freilich nur immer erst noch projectirte zu Berlin aethan. Mit Bestimmtheit ist vorauszusehen, daß das Monument in Hamburg früher zu Stande kommen werde als in Berlin, wie denn auch bei Lebzeiten die Kaufmannsstadt der preußischen Residenz voranging, dem großen Schriftsteller ein gastlicheres Asyl zu bieten. — Aus Gießen schreibt man uns: Am 7. d. beging der Großherzogl. Rabbiner der Provinz Oberheffen, reich unter der Kaiserin Maria Theresia und das Toleranzpatent." Die Protestanten in Oesterreich treffen Vorbereitungen, um am 13. October 1881 die Säcularfeier des Toleranzpatentes Kaiser Joseph's 1l. zu begehen. Wer einen Blick in die vorliegende Abhandlung thut, überzeugt sich bald, welchen Grund die Protestanten zu dieser Feier hätten, nachdem sie unter Maria Theresia noch vor einem Jahrhundert auf so schmähliche Weise verfolgt und mißhandelt wurden, um sie entweder zu bekehren oder aus dem Lande zu schaffen. Da nun auch dieses Toleranzpatent Kaiser Joseph's noch viele Härten bestehen ließ, wird man der Segnungen unserer jetzigen Zeit, welcher jene noch so nahe stand, sich um so mehr bewußt , andererseits aber auch aufgefordert, der Rückkehr religiöser Verfolgungssucht, wie sie z. B. der Syllabus plant, mit aller Kraft und Entschiedenheit entgegenzutreten. — Bei dieser Gelegenheit machen wir auf Nr. 20 der in Wien jetzt erscheinenden „Oesterreichischen Advocaten-Zeitung" aufmerksam, in deren Feuilleton derselbe Verfaffer seine sehr interesianten Erlebniffe aus dem Jahre 1849 erzählt, welche ein helles Streiflicht auf die damaligen und weiteren Zustände in Wien werfen. — Die Juden in Spanien und Portugal und die Inquisition. Von Frederic David Mocatta. Ins Deutsche Herr Pr. Levi, sein öOjähriges Doctorjubiläum. Die hiesige übertragen von Dr. S. Kayscrling, Hannover. Schmorl philosophische Facultät erneuerte sein Doctordiplom, in welchem sie seine talmudische Gelehrsamkeit und die verdienstvolle Erfüllung seines Amtes rühmend anerkennt. Dr. Levi wird nämlich am!. October 1879 sein 50jähriges Amtsjubiläum feiern. Am Tage seines Doctorjubiläums machte er seine gesammte hebräische, talmudische und rabbinifche Bibliothek der hiesigen Universität zum Geschenk unter dem Vorbehalt, sie während seiner Lebenszeit im Besitz zu behalten. Bonn, 10. Nov. (Literarische Notizen.) Das seltene Ereigniß, daß ein — nicht obligatorisch eingeführtes Schulbuch bereits die 21. Auflage erlebte und sich im Gebrauche Vielorts erhält, giebt wohl das beste Zeugniß für dasselbe ab, da der practische Schulmann über ein Schulbuch zugleich der beste Kritiker ist. Wir sprechen von: “Tin“ TC Glaubens¬ und Pflichtenlehre für Israelitische Schulen. Von Dr. S. Herrheimer, Landrabbiner. Siebenundzwanzigste Auflage. Mit einem kurzen Abriß der biblischen und nachbiblischen Geschichte der Juden bis auf unsere Zeit, Leipzig, Roßberg 1879. Tie erste Auflage erschien 1831, also vor 47 Jahren und in diesem langen Zeitraum hat der Vers, nie aufgehört, seinem Werkchen immerfort Verbefferungen angedeihen zu lasten und den an ihn gelangenden Bemerkungen gerecht zu werden. Gute Anordnung, lichtvolle Darstellung, Sinnigkeit und Herzlichkeit zeichnen das für die unteren und mittleren Schulklaffen berechnete Buch aus. — Eine, im wiener historischen Jahrbuch so eben veröffentlichte Abhandlung von G. Wolf ist sehr beachtenswerth: „Die Verhältniffe der Protestanten in Oefteru. v. Seefeld. 1878. Die vorliegende Abhandlung bringt über den Gegenstand nichts Neues, keine Ergebniste eigener Forschung; auch sind die neueren Schriften über die Inquisition und die Polemik, die sich über diese erhoben, unberücksichtigt geblieben. Aber sie giebt eine lichtvolle und warm empfundene Darstellung der Anfangs für die Juden so glänzenden und dann wieder so traurigen, ja vernichtenden Ereigniste auf der pyrenäischen Halbinsel, und wenn die neuesten Forschungen auch mehr Licht über die Motive verbreiteten, auch manche allzuschwarz aufgetragene Flecken beseitigten: so bleiben sich doch, namentlich für die Juden, die Vorgänge und deren Resultate gleich. Man trieb sie aus Spanien und Portugal oder zwang sie, zur christlichen Kirche überzutreten; und dann erhob man gegen die Neuchristen die Glaubensverfolgung, um sich ihrer Güter zu bemächtigen und ihre Personen auszurotten, bis nur verarmte und bigotte Nachkommen übrig blieben. Dieses Trauergemälde zeichnet der Vers, mit lebhaften Farben, und da der Gegenstand für Land und Zeiten sehr characteristisch ist, erscheint es ganz augemeffen, ihn so aus dem Rahmen der speciellen Geschichtswerke hervorgehoben und dem größeren Publicum vor die Augen geführt zu sehen. — Leichenrede, gehalten am Grabe des Rechtsanwalts Moritz Eppinger zu Eppingen am 31.Juli 1878 von L. Schlessinger, Rabbiner (Gillard- Eppingen.) Tief empfundene Worte am Grabe eines „als Mensch, als Israelit und als Beamte höchst würdigen Mannes. — Bonn, 11. Nov. (Liter arische Notizen.) Die vor

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