Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1878)
- Date
- 1878-11-12
- Page
- Seite 730 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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730 Oesterreich-Ungarn. Wien, im Nov. (Privatmitth.) Die schwere Ungunst der Zeit hat auch den hiesigen- Verein zur Unterstützung mittelloser jüdischer Studirender benachtheiligt, wie aus dessen so eben veröffentlichtem l 7. Jahresbericht hervorgeht. Denn einerseits hat die Zahl der Vereinsmitglieder abgenommen, so daß sie nur noch 120 Mitglieder befaßt, andererseits wuchs die Zahl der Petenten auf 42 l. Es konnten jedoch nach gewiffen- Frankreich. Regel auf Ende September oder Anfang October zu fallen pflegen, wodurch nach Ablauf der gebotenen Ferien neuerlich ein halber Monat dem Unterrichte entzogen würde. — Mit der Ausarbeitung der Petition wurde eine Commission betraut, welche ihrer Aufgabe bereits nachgekommen ist. Es wird in der Petition in erster Linie betont, daß die für Volksschulen im Allgemeinen bestimmte Unterrichtszeit in jüdischen Schulen nicht genügen könne, da hier außer den übrigen mit Allen gemeinschaftlichen Gegenständen auch noch die hebräische Sprache Hafter Prüfung nur 303 berücksichtigt werden und betragen! und die Bibel im Urtexte genommen werden müffen, wovon die Ausgaben für Unterstützungen, Beiträge zu Rigorosen undnicht Umgang genommen werden dürfe. Nun aber genüge Promotionstaxen rc. im verfloffenen Schuljahre 1877/78 fl. hierzu die für Religions- und Sittenlehre bemeffene Unter- 3479 92 7* kr. gegen fl. 2921,08 kr. im vorangegangenen richtszeit von 2 Stunden wöchentlich keineswegs. Man beruft Jahre 1876/77. i sich zugleich auf das Organisations-Statut der Congreßge- Unter diesen Studirenden waren 13 Hörer der Philosomeinden, welche ebenfalls wöchentliche 10—12 Stunden für phie, ein Lehramts-Candidat für die Mittelschule, 106 Hörer den jüdischen Religions-Unterricht feststelle. Die Petition soll der Medicin, 87 Hörer der Rechte und 96 Techniker. , in der künftigen Woche durch eine Deputation überreicht werden. Dem Vaterlande nach waren 4 aus Wien, 1 aus Niederj Österreich, 91 aus Mähren, 89 aus Ungarn, 43 aus Galizien, i 36 aus Böhmen, 21 aus der Bukowina, 8 aus österr. Schlesien, 5 aus Croatien, 4 aus der Moldau und 1 aus Rußland.! Paris, 1. November. Aus mehrfachen Correspondenzen Demnach wurden dem Vereine im Laufe des Jahres! der Arch. isr. ist der sehr mißliche Zustand zu erkennen, der 2120 fl. an Legaten und Geschenken zugewendet. Das Saldo gegenwärtig in mehreren jüdischen Gemeinden Algeriens Platz des vorigen Jahres betrug 825 fl., wohingegen das diesgegriffen und selbst bei dem Gottesdienst am jüngst verfloffenen jährige auf 243 fl. sich herabgemindert hat. Das Vermögen j Jom-Kippur unangenehme Vorfälle bewirkte. Seit den noch des Vereins beläuft sich auf 21,750 fl. Der Bericht schließt . immer von den Behörden ununtersucht und unbestraft gedeshalb mit folgenden Worten, die auch wir der Beherzigung bliebenen Streitigkeiten zwischen eingeborenen Soldaten und empfehlen: Juden im Mai d. I. zu Setif und Constantine findet eine Zum Schluffe erlauben wir uns noch die Bitte, Sie; große Verstimmung bei den eingeborenen Israeliten gegen den mögen in Ihrem Eifer für die gute Sache, die wir vertreten, Groß-Rabbiner und das Consistorium statt. Als am Jomnicht erkalten. Wohl sind die Zeiten hart und schwer, um' Kippur der Großrabbiner in dem Tempel Tama zu Algier wie viel schwerer jedoch fallen sie armen Studirenden, die! das Muffaph selbst zu recitiren begann, verließen sämmtliche manchmal mitten unter den härtesten Entbehrungen die Wissen-! eingeborene Israeliten das Gotteshaus. In Constantine kam schäften Pflegen sollen. Wir hoffen daher, daß Sie uns auch es sogar zu einem Handgemenge zwischen dem Delegirten des ferner Ihre Unterstützung angedeihen lassen, und uns neue I Consistoriums und einem Mitgliede der Synagogenverwaltung, Kräfte zuführen werden. j so daß ein Jnjurienproceß daraus entstanden ist. Man be- Bon der Donau. Am 23. v. M. fand eine Conferenz fürchtet, wenn nicht bald versöhnliche Schritte geschehen, eine in jüdischen Schulangelegenheiten in Neutra statt, welche von! Spaltung zwischen den europäischen und eingeborenen Jsraesämmtlichen israel. Gemeinden des Comitats beschickt war, und j welcher Ober-Rabbiner Josef Weiße präsidirte. Den Gegen-! stand derselben bildete der die Unterrichtszeit in den jüdischen j Schulen auf das Maximum von 25 Schulstunden wöchentlich! beschränkende unterrichtsministerielle Erlaß. Es wurde einj stimmig beschlossen, an den Unterrichts-Minister eine Petition! zu richten, worin derselbe angegangen wird, eine Lernzeit von 33 Stunden wöchentlich an den israel. Volksschulen zu ge , Bild der Organisator: und Wirksamkeit. Die Einnahmen bestatten, zugleich aber auch hinsichtlich der großen Ferien es den! liefen sich im Jahre 1877 auf 228,326 Fr. Die Zahl der Gemeinden anheimzustellen, daß sie dieselben in die Zeit von! zu regelmäßigen Unterstützungen eingeschriebenen Familien be- Mitte August bis Mitte Ocwber, oder in den August und! trug 447 und kostete 43,137 Fr. Außerdem wurden sehr September verlegen dürfen, da die israel. Feiertage in der viele nicht eingeschriebene Personen unterstützt. An Unterliten. Unter den allerdings sehr zahlreichen, gelegentlich der Weltausstellung Prämiirten befinden sich auch viele Israeliten. So wurden 2 Industrielle zu Officieren, 9 zu Rittern der! Ehrenlegion ernannt. Drei Maler erhielten Medaillen, ein Architekt die erste und sieben die goldene Medaille rc.! — Der Jahresbericht des Israelitischen Wohlthätigkeits- Comit^s" von Paris zeigt uns ein wahrhaft mustergültiges