Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1878)
- Date
- 1878-11-12
- Page
- Seite 727 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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727 literarischer Nlocheavericht. j Bonn, V>. November. Es gereicht uns zur Befriedigung, von unsernr Büchertische auch einmal unseren Leserinnen eine Schrift, die vorzugsweise ihnen gewidmet ist, verlegen zu können: „Die Jüdischen Frauen in der Geschichte, Literatur und Kunst von M. Kayserling. Leipzig. Brockhaus. 1879." Dieses treffliche und vorzüglich ausgestattete Werk charakterisirt sich am besten durch die folgenden Worte, die wir der Vorrede entnehmen: „Das Streben, auf die Bildung und Veredelung des weiblichen Geschlechts einzuwirken, veranlaßte mich zur Abfassung dieser Schrift, welche nicht als eine Apologie der j in der Geschichte: die Frauen auf dem Throne, die -Frauen jüdischen Frauen zu betrachten ist. Alles das zusammenzustellen, was jüdische Frauen in der Geschichte, Literatur und Kunst geleistet, was sie für ihren Glauben und ihre Ueberzeugung gelitten haben, erschien mir um so wichtiger bei einem Sicherlich hat ihm schon die Herbeischaffung mancher kleinen Notiz viel Mühe gekostet, und eine ausgebreitete Correspondenz war erforderlich, ein solches Ganzes herzustellen. Dies lehrt uns ein Blick in die dem Werke angeschloffenen Anmerkungen, in welche der Verfaffer alle literarischen Nachweise verwiesen hat, so daß sich der Text angenehm und ungestört lesen läßt. In einer Einleitung wird in klaren Umriffen, wenn auch nicht erschöpfend — denn z. B. die Rechtsverhältnisse bleiben unberührt — die Stellung des jüdischen Weibes gezeichnet. Indem der Verfaffer die biblischen Frauen als bekannt voraussetzt und deshalb übergeht, bringt die erste Abtheilung die Frauen und das Christenthum, Proselytinnen, Mohammed und die jüdischen Frauen, Märtyrerinnen, Heldinnen, Favoritinnen, spanische und portugiesische Flüchtlinge, die Jüdinnen des Harems, Märtyrerinnen der Inquisition, Wohlthäterinnen werden Stamme, der wie der jüdische viele Jahrhunderte hindurch von 1 hier an uns vorübergeführt, wobei hervorragenden Persönlichder Gesellschaft ausgeschloffen und verachtet war. Durch die, keilen besondere und ausführliche Kapitel gewidmet werden. Frauenbilder, welche in diesem Buche vorgesührt werden, soll! Eine reiche Rubricirung zeigt uns der zweite Abschnitt, die das Selbstbewußtsein geweckt, soll die Liebe zu dem G lauben Literatur; wir führen nur an: Frauen des Talmud, rabbigestärkt und angefacht werden. Denn in weit höherem Maße! nische Frauen, eine arabische Dichterin, jüdisch-deutsche, italieals von der Religiosität der Männer ist die Zukunft jeder nische, spanische, englische, ftanzösische, holländische, ungarische, Religion von der religiösen Bildung und Hingebung des weib-! amerikanische, deutsche, neuere hebräische Schriftstellerinnen und lichen Geschlechtes abhängig. Den Kreis der Gebildeten mit Dichterinnen, Aerztinnen, Setzerinnen und Druckerinnen. Beden hervorragenden Frauen des jüdischen Stammes, ihrem! sonders heben wir die Schilderungen der Berliner und Wiener Lebensgange, ihrem Wirken und ihrem Dulden bekannt zu! Salons hervor. Die dritte Abtheilung, Kunst, erzählt uns von machen, ist die Ausgabe, die sich der Verfasser gestellt hat. Er j Sängerinnen und Schauspielerinnen. Ein „Personenregister" nimmt kein anderes Verdienst in Anspruch, als Zerstreutes gei erleichtert bei der Fülle der Namen, die angeführt werden, das sammelt, Vergeffencs aufgcfrischt und die Blüthen der ver-; Nachschlagen. Der Verfaffer bemerkt in der oben angeführten schiedenen Zeiten und Länder in einen Kranz vereinigt zu' Stelle, daß er sein Werk insonders auch an die Frauen selbst haben." In der That hat der Verfasser diese Aufgaben, die, gerichtet. Diesen entspricht die Darstellung, welche überall er sich nach innen und außen gestellt, in ausgezeichneter Weise frisch, belebt, sogar elegant ist und den Bücherstaub nicht vergelöst. Ja, wir können sagen, daß er mehr gethan und ein räth, den der Verfasser zur Erlangung seiner Notizen so oft Stück Culturgeschichte geliefert, welche den Genius des weibhat aufwühlen müssen. Dies das Urtheil im Allgemeinen, lichen Geschlechtes in ein Helles Licht stellt. Denn ungünstiger welches jeder unbefangene Kritiker unterschreiben wird. Daß konnten wohl in individueller wie socialer Beziehung die Verl im Einzelnen noch Manches ergänzt oder weiter ausgeführt hältniffe der Frauen nicht sein als die der jüdischen seit dem werden könnte, versteht sich bei einer solchen Schrift von selbst. Beginne der Zerstreuung und Ausschließung. Es fehlten hier Wir hoffen, daß dieses Referat recht viele Leser auffordern alle Anregungen und äußern Reizmittel, alle Bildungsbedinwird, das besprochene Buch den weiblichen Genossen ihres gungen, während der jüdische Mann in der Pflege der Gottes- Hauses, denen es ein Spiegelbild ihres Geschlechtes bieten soll, gelahrtheit doch noch immer ein weites Feld für die Thätigkeit; in die Hände zu geben. — Wenden wir uns zu einem des Geistes besaß. Das jüdische Weib war mehr als jedes nicht minder verdienstvollen, aber einem ganz andern Gebiete andere auf die Pflichten, Mühen und Arbeiten des häuslichen angehörenden Werke: E'HS'iD riEDö Masechet Soferim. Der Heerdes beschränkt. Um so mehr überrascht die Menge der, talmudische Tractat der Schreiber, eine Einleitung in das ausgezeichneten Frauen, von welchen das vorliegende Buch be- Studium der althebräischen Graphik der Masora und der altrichtet, und selbst der Kundigste wird hier aus Persönlichkeiten jüdischen Liturgie. Nach Handschriften herausgegeben und coinstoßen, und deren Lebensgang und Wirksamkeit erfahren, von mentirt von Dr. Joöl Mü ller. Leipzig. 1878. I. C. denen er wenig oder nichts wußte. Es gehörte aber auch die Hinrich'sche Buchhandlung. Diese bedeutende Arbeit von wissenvielseitige Belesenheit und der Sammlersleiß dazu, welche der schastlichem Werthe wurde durch die Unterstützung der k. k. Verfasser in allen seinen bisherigen Schriften bethätigt hat. Akademie der Wissenschaften in Wien und die Beihälse der