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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-10-29 · Heft 44 (29.10.1878) · p. Seite 697

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 44 (29.10.1878)
Date
1878-10-29
Page
Seite 697 (sequence 9)
Language
German
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697 nicht mehr eine vielgestaltige, bunte Masse, sondern eine organisirte Körperschaft in einer greifbaren Gestalt vor sich; sie kann die Fortschritte, welche ihre jüdischen Unterthanen machen, wahrnehmen, und hieraus ein festeres Vertrauen zu ihnen fassen, welches den wollenden Intentionen unsres erhabenen Kaisers und seiner Regierung zur Ausführung behülflich ist. Man ersieht aus diesen kurzen Andeutungen, daß die uns von dem Herrn Stadtbefehlshaber ertheilte Erlaubniß einen Wendepunkt in der Geschichte nicht bloß unsrer Gemeinde, sondern auch aller Hebräer Rußlands abzugeben vermag. Dazu wird aber Eines nothwendig sein, nämlich die Eintracht, das einheitliche Streben, der Friede unter allen jüdischen Bewohnern der Hauptstadt! Gerade weil wir wissen, wie schwierig eine solche Einigkeit unter den vielfältigen Elementen ist, aus welchen die Petersburger Judenheit zusammengesetzt ist, müsien wir diese bei dieser überaus günstigen Gelegenheit zu solcher Eintracht auffordern: Bringt nur ein Jeder das rechte Herz zum Werke, so wird auch die Einigkeit von selbst sich einstellen. Sollten sich aber unreine Elemente bineinmischen, Parteihader und persönliche Eitelkeit hervortreten, so würden die schlimmen Folgen unübersehbar sein — es entstände ein Chillul-Haschem, Juden (0,34 Procent); am meisten in Daghestan 5368 (1,1 S Procent), in Tiflis 3002, in Jeliffawetpol 1643, in Kutais 2272, im Tvrekgebiete 1627, in Baku 1006, Sstawropol 1182, im Kubangebiet 522, und keine in Erivan im Bezirk vom schwarzen Meere und Ssuchum. Noch geringer ist die Zahl unserer Glaubensgenoffen im russischen Centralasien, wo sie zusammen nur 1040 Seelen; d. i. 0,02 Procent ausmachen. Wir finden hier nur 500 io Sarafschom, 150 in Amu-Darja, 130 in Ssemipalatinsk, in Turpai 100, in Akmolinsk 65, Syr-Darja 80 und in Uralsk 15, in den übrigen Bezirken keine. — Es wohnen also im ganzen asiatischen Rußland unter 12,943,754 Seelen 28.767 Juden, d. i. 0,22 Procent, während die jüdische Bevölkerung im europäischen Rußland 4,3 Procent ausmacht. Nicht ganz zu übersehen ist dabei der Umstand, daß Sibirien nicht als freiwillig gewählter Aufenthalt für alle seine Bewohner angesehen werden kann. Asien. Aus China meldet man: Im Anfänge dieses Jahres haben die Chinesen Kasch gar, die Hauptstadt von Kaschgar, der seine Strafe in den traurigen Folgen für Alle mit sich! erobert. Gegenwärtig übersiedeln nun viele israelitische Fabringen würde. Doch wir leben der Hoffnung, daß dies nicht! milien aus Centralasien, sowie aus den russischen Besitzungen geschehen, daß vielmehr der gute Geist der großen Mehrheit! daselbst nach dieser Stadt, in welcher bisher keine Israeliten über alle Sondcrbestrebungen und Persönlichkeiten siegen werde.; ihren Wohnsitz nehmen durften. Die Chinesen benehmen sich Aus dem asiatischen Nutzland, im Octobcr. (Privatm.) i sehr freundlich gegen die neuen Ankömmlinge, die zum Empor- Daß der jüdische Stamm ganz wie die Germanen seit zwei, blühen der Stadt beitragen. Im eigentlichen China sind die Jahrtausenden nicht mehr der asiatischen Menschheit ange-! Israeliten noch wenig bekannt. hört, sondern eine europäische Race geworden, geht am sichersten!--- aus der Betrachtung der jüdischen Bevölkerung in Asien her- ' Bonn, 21. October. (Notizen.) Man schreibt aus vor. Denn obschon eine solche in den meisten asiatischen Län- Köln: In voriger Woche verstarb im 75. Lebensjahre der dern gefunden wird, so ist sie doch überall eine so spärliche,! Freiherr Abraham von Oppenheim — nebenbei gesagt, daß sie für die Gesammtheit des jüdischen Stammes kaum noch der erste Jude, der in Preußen geadelt wurde — der letzte mitzählt. Wir sind heute im Stande, aus den ungeheuren' seiner Familie, der dem Judenthume angehörig blieb, obgleich Gebieten des asiatischen Rußlands genaue Zahlen mittheilen; er die von ihm gestiftete Synagoge, nachdem er sie nach ihrer zu können, die in der Ethnopgraphie Rußlands nach A. F.! Vollendung gesehen, niemals wieder betreten hat. Seine Rittich (März 1878) verbürgt sind. In Sibirien wohnen j Wittwe verwandte sofort 50,000 Mark zu wohlthätigen Juden in allen Gebieten des Landes, und merkwürdiger Weise; Zwecken, indem sie 25,000 M. dem Magistrate zur Vertheidie meisten, nämlich 3620, in dem unfruchtbarsten Gebiete; lung unter die christlichen Armen der Stadt und ebensoviel Tromsbaikalien, so daß sie daselbst beinah ein Procent der der israelitischen Gemeinde überwies, nämlich 5000 M. zur Bevölkerung ausmachen (0,90); in dem öden Küstengebiete Vertheilung an die Armen, 10,000 M. an das israelitische 350, immer noch 0,70 Procent, wohingegen in dem vielver-! Asyl und 10,000 M. für die anderen israelitischen Wohlheißenden Amurgebiete nur 0,06 Procent, nämlich 40. Ost-! thätigkeitsanstalten. — Zu Paris verstarb am 11. October stbirien zählt noch im Gouvernement Irkutsk 821 Juden im Alter von 63 Jahren der Banquier Mar Königswarter, (0,22), Jeniseisk 1891 (0,51), dagegen in dem eisigen Jakutsk,' der unter dem zweiten Kaiserreich Mitglied des gesetzgebenden in welchem der Boden 30 Meter tief geftoren ist und im; Körpers war. — Sommer etwa 1 Meter austhaut, nur 41 Juden (0,01).; Man schreibt uns aus Münster: Am 15. d. M. feierten Außerdem zählt das Gouvernement Tomsk 2550 und Tobolsk! die Eheleute Jsaac Mayer hier das so seltene Fest der goldenen 1792 Juden, so daß ganz Sibirien 11,105 Juden zählt Hochzeit in noch recht rüstiger Gesundheit, der Jubilar im (0,48 Procent). — Im Kaukasus leben im Ganzen 16,622 Alter von 78 Jahren und die Jubelbraut 73 Jahre alt. Das 44

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