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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-10-22 · Heft 43 (22.10.1878) · p. Seite 684

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 43 (22.10.1878)
Date
1878-10-22
Page
Seite 684 (sequence 12)
Language
German
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684 laffung bietet, auf den sittlichen Charakter des Herrn Dr. Ehrmann einen Schatten zu werfen. Cassel 4. Oct. 1878. V. Hahn." Man schreibt uns aus Elbing: Vor der Abreise des bisherigen hiesigen Predigers Dr. Schreiber bezeugten der Vorstand, an dessen Spitze Dr. Jacoby, und die Repräsentanten dem Scheidenden ihre Achtung und Anerkennung für seine Wirksamkeit durch eine herzliche Ansprache, Ueberreichung einer goldenen Uhr nebst Kette und ein Abschiedsmahl. — Bonn, 14. October. (Literarische Notizen.) Saul, Tragödie in fünf Acten von Vittorio Alfieri da Asti. Deutsch von Dr. Conel Schäfer. Leipzig, Schellmann, 1878. Wir bemerken voran, daß die vorliegende Uebersetzung des italienischen Originals eine durchaus gelungene zu nennen ist, die, das Original treu wiedergebend, sich dennoch wie ein gutes deutsches Gedicht liest. Und dies ist bei dem rhetorischen Schwünge und der Lebhaftigkeit und dem Wechsel der Rede Alfieri's eine schwere Aufgabe gewesen. Was das Stück selbst betrifft, so ist es in allen Theilen des Gegenstandes würdig und hält sich auf der Höhe der Situation und der vorgeführten Personen. Dennoch ist es von keinem außergewöhnlichen Werthe. Alfieri hat seiner Dichtung nur ein pathologisches, kein tragisches Interesse einzusenken verstanden. Es handelt sich überall nur um die krankhafte Schwermuth Saul's, um den ihm dadurch eingeslößten Argwohn, welchen nur Abner zu nähren sucht. Alles dreht sich um die bald günstige, bald wüthende Stimmung des Königs. Hätte Alfieri den Kampf zwischen der königlichen und der Priestermacht als wirklich vorhanden und durch die Mitleidenschaft des Volkes und des Heeres zu tragischer Entscheidung drängend dargestellt, während er ihn jetzt nur in den tollen Phantasiesprüngen Saul's erscheinen laßt, so würde das Drama ein hohes tragisches Moment und eine dramatische Entwicklung gewonnen haben. Kein Gegenstand aus der Geschichte Jsrael's ist öfter dramatisch bearbeitet worden, als der Untergang dieses ersten israelitischen Königs, ohne daß einer dieser Versuche — auch nicht der Gutzkow's ein entschiedenes Kunstwerk hervorgebracht hätte. — naa pp'^p pns .ii mnia 't2i nzzb T2Tnb nrca N2"->2r22ru ‘»’frn pTTS' .17 (Brodh, Werber, 1878.) Eine in gutem Hebräisch, in aufrichtiger Verehrung verfaßte Lebensbeschreibung Jellinek's, welche den Lebensgang und die Verdienste dieses rühmlichst bekannten Kanzelredners und Schriftstellers in gedrängter Weise darstellt. Wir hätten sie etwas ausführlicher gewünscht, namentlich zu sorgfältigerer Würdigung der literarischen Leistungen Jellinek's. — ^>2271 1212 122, Deraschoth, gehalten von Rev. I. Kohn-Zedek, der gegenwärtig Prediger bei der Gemeine 712211 711171 1211 zu London ist (London, Abrahams & Son, 1878). Herr Kohn-Zedek ist als gewandter Hebraist durch eine von ihm zu Lemberg herausgegebene hebräische Zeitschrift, sowie durch andere Schriften bekannt und giebt in diesem Heftchen einige hebräische Deraschoth, theils in Paris, theils in London gehalten, heraus, nebst einer Einleitung, in welcher er besonders seine bisherige Wirksamkeit beschreibt. Die Vorträge, selbstverständlich mit vielen Schrift-, Talmud- und Midrasch-Stellen gewürzt, üben durch geistvolle Wendungen und pikante Auslegungen einen besonderen Reiz aus. Die Ueberschristen derselben sind: 1) i’KItr Tirrip^ ^12 71, 2) 2'225 771 212' nvbvb, 3) rrn:i 1:2p' *>2^271 21'2, 4) 7127115 7175X, 5) »7712271 I2irr, 6) dmVn by '5'52. — Am 22. Februar d. I. wurde in der Akademie des Inscriptions et Belles- Lettres zu Paris eine interessante Abhandlung über die Juden unter dem ftanzösischen Könige Karl V. — der sie bekanntlich in günstigster Weise behandelte — von Simeon Luce vorgelesen, die in der Revue Historique Tome YIL 2\r. II. (Juli-August) abgedruckt ist. Sind auch die Thatsachen im Ganzen bekannt, so wird hier doch viel Licht über die Details verbreitet. — Ieuilleton. Die Geschichte der Eva in den Deckengcmäl)en der jirtimschen Lapelle. Von Johanna Cohn-Phrlippson. Wir geben hier folgenden interessanten Artikel aus der j „Beilage zu Nr. 37 der deutschen Hausftauen-Zeitung" wieder. Michelcmgelo's Schöpfungen sind die Wahrzeichen Roms. Der gewaltige Mann, der in Malerei und Bildhauerkunst wenige Ebenbürtige im ganzen Lauf der Kunstgeschichte zählt, der sich den besten Sonettendichtern Italiens anreiht und der in seinem 71. Jahre die erhabenste Architektur der modernen Welt, die Kuppel der Peterskirche schuf, er hat durch diese Kuppel dem modernen Rom sein Wahrzeichen aufgedrückt. Nicht in dem Sinne des päpstlichen Roms, gleichwie jetzt das Pantheon das Wahrzeichen des königlichen ist, seit der erste König Italiens darin seine Ruhestätte fand, nein, sie ist das Wahrzeichen Roms als erste Kunststätte der Welt. Wie ein „in die Lüste gehobenes Pantheon" leuchtet die Wunderkuppel dem sehnsuchtsvoll nahenden Kunstpilger entgegen, ihm gegen das strahlende Licht des italienischen Himmels die schönsten Architekturlinien der Welt in kühnem, herzersüllendem Schwünge abzeichnend. Nicht Bruneleschi's Domkuppel in Florenz, nicht die St. Paulskuppel Londons vermag Auge und Seele so mit schönheitsvollem Genügen zu erfüllen, so die Größe des Zweckes in irdische Formen zu gießen. Der hehre Geist Michelangelo's empfängt so alle die Tausende Erdenpilger, die der ewigen

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