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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-10-22 · Heft 43 (22.10.1878) · p. Seite 678

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 43 (22.10.1878)
Date
1878-10-22
Page
Seite 678 (sequence 6)
Language
German
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678 Bewunderung der ästhetischen und philosophischen Entwicklung! deines Ackers sollen den Durstigen gehören: aber es schreibt dem des hellenischen Geistes und der römischen Jurisprudenz be-j Individuum nicht vor, wie weit es diese Ecken ausdehnen solle. Es wirkt hat. Aber Professor Huber verfällt sofort in Widerspruch! schreibt ihm vor, seinem dürftigen Bruder den Beistand nicht zu mit sich selbst, indem er fortfährt: „Die Griechen, welche nach j versagen, seinen Schuldner vor dem Eintritt des Schulderlaßder philosophischen Anlage ihrer Natur das Ganze vor dem Wahres nicht zu drängen, aber es läßt dem Einzelnen die Freiheit, Einzelnen in's Auge faßten, verlegten sich auf die Ausbildung j seiner Gewissenhaftigkeit nach im einzelnen Falle zu Verfahren, der Wiffenschaft vom Staate, Entstehung, Aufgaben und Ord-j Aber abgesehen von der einfachen Logik, brauchte der nung des politischen Gemeinwesens mehr im Allgemeinen fest-, Verfasser nur in seine eigene Darstellung der politischen und stellend und darüber in das Detail der rechtlichen Verhältnisse socialen Verhältnisse in Griechenland und Rom zu blicken, um weniger eindringend. Der Staat ist ihnen der Kosmos im Kleinen, i einzusehen, daß sein Urtheil ein falsches ist. Wir müsien hier und wie in diesem alles besondere Leben im Leben des Ganzen auf-! auf die Artikel selbst verweisen und heben nur Weniges hergeht, so sollte auch das Dasein des Bürgers ganz den Zwecken des! vor. Selbst in Sparta hörte die öconomische Gleichheit bald Staates dienen und die Individualität so wenig als möglich einej auf, häufte sich der Grundbesitz in den Händen Weniger, eigene selbstständige Sphäre der Bethätigung besitzen. Demnach Von den vollberechtigten 9000 Bürgern waren 369 vor der werden vor allem die Rechte des Staates auf die Bürger betont, I gew. Zeitr. nur noch 2000 übrig, unter dem Könige Agis III weniger die Rechte des Bürgers dem Staate und den Mitbürgern gegenüber und deckt sich zuletzt der Mensch mit dem Bürger, so daß der gute Bürger auch schon als der gute Mensch gilt, Legalität und Moralität identisicirt, das Politische, Rechtliche und Ethische vermischt werden." — Wie nur 700, und von diesen besaßen 100 alles Land in Lakonien! Schon im Anfang des vierten Jahrhunderts vor d. g. Ztr. plante Kinanea die Niedermetzelung aller Reichen! In den Jahren 206—192 vor d. g. Ztr. kam es zu einer vollständigen Commune in Sparta und Argos, die noch dazu konnte einem Denker, wie Huber ist, der Widerspruch entgehen,! — siegreich war. Welche Erschütterungen in Athen aus dem dem er hiermit anheimgefallen? Was ist dies für eine Frei-l Schuldenwesen hervorgingen, wie die athenischen Bürger zu heit der Persönlichkeit, d. i. doch der Individualität, wenn! einer faulen, feigen, geschwätzigen und geldgierigen Masse — das Individuum gänzlich in den Staat aufgeht, wenn, wie! so nennt sie Plato selbst — wurden, die für ihre Theilnahme Huber selbst sagt, „die Individualität so wenig als möglich' an den Volksversammlungen und den Gerichten täglichen Lohn eine eigene, selbstständige Sphäre der Bethätigung besitzen erhielt, wie sie die verachteten arbeitenden Clasien und die sollte."? Bekanntlich hat Plato diesen Grundsatz bis zum Bundesgenossen ausbeutete, wie zuletzt alle Besitzenden in die Aeußersten philosophisch demonstrirt. Allerdings sollte das Acht erklärt wurden und Alles zusammenbrach, das schildert Politische auch ethisch sein, wenn aber das Ethische in das Huber selbst mit beredten Worten. Wie? In ganz Griechen- Politische aufgeht, wo bleibt da das sittliche Bewußtsein des land, von den Gesetzgebern und Philosophen, wurde die Arbeit Individuums, innerhalb deffen die eigentliche Freiheit der Perverachtet und schloß sie den Menschen vom Vollbürgerrecht sönlichkeit besteht? Wir wollen dies durch ein Beispiel klar aus. Soll doch selbst Sokrates gesagt haben: „Die Unthätigmachen. Wenn ich eine bestimmte Abgabe an das städtische keit ist die Schwelle der Freiheit." Das Gesetz Moses sagt: Armenwesen, wie sie mirauferlegt ist, entrichte, ist dies etwa „sechs Tage arbeite, am siebenten sei Ruhe — dem Ewigen, eine Bethätigung meines Wohlthätigkeitssinnes? Oder tritt diesen Tag zu heiligen." So hoch stellt Moses die Arbeit, diese nicht erst ein, wenn ich freiwillig einem wohlthätigen! daß er den Menschen in Arbeit und Ruhe dem Schöpfer Gott Zwecke ein Opfer bringe? Liegt in dem ersteren Falle eine! vergleicht. Wer hat hier der menschlichen Persönlichkeit und Bethätigung meines freien sittlichen Willens, oder erst im zweiten? Geht also mein Thun ganz in die Sphäre des Staatlichen auf, das mir als Gesetz kein freies Handeln gestattet, kann ich da sagen, daß ich persönlich frei bin? Anders verfährt das mosaische Gesetz. Es sagt: die Früchte der Ecken der Freiheit derselben — die sich doch nicht in der Faulheit, sondern im Thun und in der Thätigkeit bekundet — mehr Raum, mehr Bethätigung, mehr Wahrheit eingeräumt, der Hebräer oder der Hellene? . . . Gebet doch endlich der Wahrheit die volle Steuer und Jedem den Theil, der ihm in Wahrheit gebührt! 6 n ccc & txc & teu/. Deutschland; nides und Ihre Gegenbemerkungen liest, so mögen Einem jfcte gegenwärtigen Zustände im Judenthume vor die Seele Berlin, 1. Oct. (Privatmitth.) Wenn man das in! treten, um sich ein Bild von den Berhältnisien zu machen, Nr. 41 mitgetheilte Urtheil des sel. Luzzatto über Maimo-1 innerhalb deren Maimonides auftrat und wirkte. Denken

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