Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1878)
- Date
- 1878-10-22
- Page
- Seite 674 (sequence 2)
- Language
- German
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674 Vielen die freie Aussicht benimmt, eine Panik entstehenSei hohen Festtage der Vorstand in einem Circular oder in einer zu es ein zufälliger oder gar mißverstandener Ruf, eine irrige verlesenden Ansprache die Gemeinde darauf aufmerksam machen, Beobachtung, oder auch ein aus Bosheit ausgestoßener j daß sie sich bei derartigen Vorkommnisien wie in Pest ruhig Schreckensruf — und das Unglück ist da. Wir gestehen offen,j verhalte, daß die Synagoge Feuergefährlichkeit gar nicht dardaß uns, wenn wir z. B. am Ool-^iäre-Abend im überfüllten biete, daß für Wächter und genügende Ausgänge gesorgt sei, Gotteshause uns befanden, nicht selten der Gedanke einkam, und daß selbst bei vorhandener Gefahr nur durch Besonnenheit was bei einem derartigen plötzlich eingetretenen Vorgänge entj und Ordnung Lebensgefahr abgewendet werde. Letzteres ist stehen könnte! Wir halten es daher für angezeigt, die Gemeinden und ihre Vorstände auf folgende zwei Vorbeugungsmittel aufmerksam zu macheu. 1) Es ist durchaus nothwendig, daß jede Synagoge mehrere, an den verschiedenen Seiten vertheilte, leicht zugängliche und breite Ausgänge habe, so daß die hinauseilende Menge sich vertheilt, nicht nach einem einzigen Ausgangspunkte drängt und diesen bald verstopft. Schon das Bewußtsein, daß der Ausgang leicht zu erreichen sei, beseitigt die Furcht und macht besonnen. Mit solchem Bewußtsein wartet der Anwesende erst die Bestätigung der vermeintlichen Ursache eine Weile ab, und stürzt sich nicht kopfüber nach dem Ausgang. Wir betonen dabei, daß möglichst an durchaus nicht unwichtig, da, wie wir schon oben bemerkten, das Gefühl der Sicherheit der stärkste Bann gegen plötzlichen Schrecken ist. ' Rumänien und die Juden. Der Entwicklungsgang, den die Behandlung und Gleichstellung der Juden in Rumänien nimmt, ist von solchem Interesse, daß wir denselben an hervorragender Stelle verfolgen mögen. Die rumänischen Kammern sind versammelt. Ihnen liegt zunächst die Entscheidung über Annahme und Ausführung jeder Seite, die Morgenseite etwa ausgenommen, ein Aus-j der beiden Bedingungen ob, welche der Berliner Vertrag für gang vorhanden sein müsie. Selbst zwei Ausgänge an einer' Rumänien und insbesondere für die Anerkennung seiner Unab- Seite, etwa der Westseite, genügen nicht, weil dann das Gehängigkeit gestellt hat, nämlich einerseits die Rückgabe Bessarabiens dränge sich immer nach dieser Seite hin richten wird. Wenn und die Uebernahme der Dobrudscha und andererseits die Gleicheine der bestehenden Synagogen eine solche leichtere Communi-! stellung aller Culte und Nationalitäten. Wir stellen nun die cation mit der Außenwelt nicht besitzt, so muß sie hergestelltj Berichte über die Kammerverhandlungen zusammen, soweit sie werden. Man darf auch hierbei nicht warten, bis ein Unglück : bis jetzt bekannt geworden. geschehen ist. Ganz besonders aber bedürfen die Frauengalerien Bukarest, 5. October. (Sitzung der Kammer.) Koleichterer Zugänge. Das weibliche Geschlecht ist dem Schrecken galni ce ano bittet die Kammer, über den Vorgang zur und der Furcht noch zugänglicher, und kann sich in solchen>Durchführung des Berliner Vertrages schlüssig Momenten noch weniger die Fassung bewahren. Auch erscheint zu werden und zu diesem Behufs eine Commission einin der Höhe, auf welcher sich die Galerien in der Regel bezusetzen. Er stellt der Kammer vor, wenn mehrere Mächte finden, die Gefahr verdoppelt. Es müsien daher nothwendig die Unabhängigkeit Rumäniens anerkannten, so haben mehrere zu einer solchen Galerie steinerne und breite Treppen führen,! andere dagegen dieselbe nicht anerkannt, da sie die Haltung und zwar mindestens zwei mit besonderen Ausgängen in ent-! der Kammer nicht kennen. — Bagdan o will, daß Rumänien gegengesetzter Richtung, so daß sich der Strom der Hinausnichts annehme und nichts gebe.— Major esco glaubt, daß drängenden sofort theile *). Auch muß auf der Galerie ein; vorher die Verfassungsmäßigkeit und die Competenz der Kambequemer Durchgang durch die Sitze vorhanden sein. Allesj mern in Erwägung zu ziehen seien. — Kogal niceano dies ist dringendstes Bedürfniß, und wo demselben in den! wendet ein, daß Europa auf einer raschen Durchführung des bestehenden Gebäuden nicht genügt ist, muß Abhülfe geschafft! Berliner Vertrages bestehe und die Haltung des Landes kennen werden. Wenn solche Einrichtungen Mehrkosten machen, so! wolle. — Bratianu dringt in die Kammer, irgend eine erspare man sie lieber an überflüssigen Ornamenten und Ma- Entscheidung zu treffen. — Jonesco ist mit der Ernennung lereien, z. B. in buntem maurischem Styl, der gar nicht 1 einer Commission einverstanden, verlangt aber, daß die Regiejüdischen Ursprungs ist. Ist es doch schlimm genug, daß die I rung die Verantwortung für den einzubringenden Gesetzentwurf Bauaufsichtsbehörden bei allen, zur Aufnahme großer Mengen! übernehme. — Bratianu erwiedert, die Botschaft beweise, bestimmten Räumlichkeiten nicht genug auf Herstellung ge-i daß die Regierung vor keiner Verantwortlichkeit zurückweiche, nügender Ausgänge achtet, wie bei Theatern, Versammlungs- Beide Kammern werden heute Abends eine geheime localen rc. — 2) Müßte regelmäßig vor dem Beginn der 1) Wo es hierzu an innerm Raum fehlt, könnte eine Galerie an der Außenseite des Gebäudes angebracht werden, wohin dann leicht Ausgänge aus der innern Galerie führen könnten. Sitzung halten. Bukarest, 7 Oct., Abends. „Romanul" sagt, indem er von der Revision der Verfaffung wegen der die Juden betreffenden Frage spricht, daß die Regierung vorher eine Volkszählung