Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1878)
- Date
- 1878-10-15
- Page
- Seite 668 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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668 Der ausgezeichnete Naturforscher Charles Darwin erwähnte in seiner Erwiderung auf meine ihm zugesandte Arbeit, „der Darwinismus in der Agada": that a learned Jew in Poland (whose name 1 have at present forgotten) lias published a small volnme in Hebrew, showing that Evolution is an ancient belief, and that orthodox Jews may sately accept it. Da mir eine solche Broschüre unbekannt und deren Erwähnung in Darwin's Schreiben unbestimmt gehalten ist, so ersuche ich etwaige Besitzer einer derartigen Abhandlung, wenn sie überhaupt existirt *), mir gefälligst deren Titel, Namen des Verfasiers rc. bekannt geben zu wollen. I>r. B. Placzek. 1) Vielleicht bezieht sich die Mittheilung, die Darwin darüber erhielt, aus irgend ein kabbalistisches Schriftchen, dessen supernaturalistische Lehrmeinungen über eine Art Entwicklungstheorie darstellen, mit welcher jedoch die neuere Naturforschung nichts zu schaffen hat und die auch für mein Sujet ziemlich belanglos ist. Jeu illeton. Fel-zottesLienst am Rasch ha sch arm zu Srood in Sosmeu. Im Sinne eines durch den Feldrabbiner Du. Wilhelm Bacher an das Oberkommando der II. Armee gestellten Ansuchens wurden sämmtliche jüdische Soldaten durch Armeebefehl, 120 Köpfen bestehend, war das bunteste, das man sich denken kann. Das Auditorium des k. und k. Feldrabbiners war in Bezug auf Herkunft vielleicht mannigfaltiger, als je das Auditorium eines jüdischen Redners seit „Moses unseres Lehrers" Zeiten. Der Gottesdienst war selbstverständlich möglichst einfach. Als Norbeter fungirte ein Volontär, ein Budapester junger Kaufmann Namens Cohn. Am ersten Neurespective im Sinne der in Folge dieses Armeebefehls erlassenen jahrstag sprach Feldrabbiner Dr. Bacher ein längeres Gebet Regimentsbefehle an den israelitischen Neujahrstagen vom für König, Armee und Vaterland mit Bezugnahme auf die Dienste befreit und ihnen hierdurch die gemeinschaftlichen Anernsten Ereignisse. Am zweiten Tage hielt er eine Predigt, dachtsübungen, beziehungsweise an Orten, wo dies wegen der geringen Anzahl der jüdischen Soldaten nicht anging, die Privatandacht ermöglicht. In Brood selbst wurde an beiden Tagen öffentlicher Gottesdienst veranstaltet, an welchem an 20 jüdische Soldaten theilnahmen, welche Feldrabbiner Dr. Bacher aus der „Feldkapelle" mit Gebetbüchern bedachte. Zum Gotteshause war ein Holzbau adaptirt worden, der mitten im Garten einer Bierwirthschaft gelegen, vollständig isolirt dasteht. Der achteckige, in ein entsprechend spitz zulaufendes Dach endende Holzbau gleicht den Ringelspielbuden in unserem Pester Stadtwäldchen, jedoch ist derselbe geschloffen und mit Thüren und Fenstern versehen. Allerdings hatte die Baulichkeit außer diesen normalen Oeffnungen noch eine Menge außerwelche die Erzählungen von Jsaak's Opferung zum Thema nehmend, den Opfermuth, die Mäßigung im Eifer und den Gleichmuth im Leide als die drei Haupttugenden des Erzvaters Abraham behandelte, dieses Thema mit paffenden Beziehungen verflechtend. Die Rede fand allgemeinen Anklang; es ist die erste überhaupt in Brood gehaltene jüdische Predigt. (P. L.) Vermischtes. Juden in Griechenland während des Mittelalters. In dem trefflichen Werke von G. H. Hertzberg, „Geordentlicher Fugen und Spalten, durch welche ein fortwähreni schichte Griechenlands seit dem Absterben des antiken Culturder, alle Ventilation entbehrlich machender Luftzug den nicht lebens bis zur Gegenwart" (3 Bde. Gotha 1876—1878.) allzu großen Raum durchströmte. Einer der acht Seiten des Raumes war von der „Heiligen Lade" eingenommen, vor welcher der „Tisch" stand, dem zur Seite für den Feld-Rabwird aus dem zwö lft en Jahrhunderte, wo Griechenland bereits von zahlreichen ftemden Völkerschaften, den Avaren, Bulgaren und anderen Slaven, von den Normannen, Franken und biner ein Fauteuil bereitet war, mit einem Pult davor, das § Italienern überschwemmt und durchsetzt worden war, auch berichtet - als Rednerkanzel diente. Sonst bestanden die Sitze aus roh; „Außer fdiesem neuen ethnographischen Elemente machten sich gezimmerten Bänken, in der Hinterreihe waren einige Plätze j im 12. Jahrhunderte noch zwei andere Bestandtheile Griechenfür die erschienenen israelitischen Damen Broods reservirt. lands geltend, welche schon früher vorhanden, aber minder be- Brood hat nämlich eine seit dem Jahre 1868 bestehende, durch deutend waren. Den einen bilden die Judenschaften, welche Herrn Bauer aus Agram gegründete jüdische Gemeinde, welche zu Naupaktos und Paträ, in dem reichen Theben und Neaus 30 Mitgliedern besteht. Während der letzten Monate proponte (Eubäa), sowie auf den Inseln an der makedonihaben sich in Brood allerdings viele Juden niedergelassen, die schen und asiatischen Küste besonders zahlreich waren, als Ackerzum Theil hier verbleiben. Das Publicum, aus 100 bis j baue r und Industrielle zu großem Wohlstände gelangten und