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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-09-24 · Heft 39 (24.9.1878) · p. Seite 615

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 39 (24.9.1878)
Date
1878-09-24
Page
Seite 615 (sequence 7)
Language
German
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615 raus ziehen, in ihrer Handlungsweise und ihrem Benehmen! die obere Abtheilung 3 ordentliche Hörer und 1 außerordentununterbrochen vorsichtig und aufmerksam zu sein, und sich lichen, die untere in der ersten Klasse 7 ordentliche und 8 immer mehr einer tadellosen Wirksamkeit zu befleißigen. Dann mögen die Pamphlete ins Allgemeine hinaus immer noch ihre Pfeile versenden: sie treffen Niemanden, verletzen keine wirkliche Person, und zuletzt wird die Welt dessen überdrüssig werden. Oesterreich-Ungarn. Pest, 12. September. (Privatmitth.) St. Die ungarische „Landes-Rabbiner-Schule" hat ihr erstes Jahr zurückgelegt, und sie bekundet ihren Eintritt in die Reche der wissenschaftlichen Lehranstalten durch die Herausgabe eines Jahresaußerordentliche, in der zweiten Klasse 5 ordentliche. Die obere Abtheilung hatte wöchentlich 23 Unterrichtsstunden, in welchen sieben der kleinen Propheten, das babylonische Targum rqld der Commentar Esrah's zur Genesis, der Traktat Gittin statarisch, Chullin cursorisch, die Einleitung in die Mischna, eine Anzahl Paragraphen des Jore Dea, der Leviticus mbt.u, das Leben und die Schriften Sadiah's, die Religionsphilosophie Abraham ibn Dauds und die Formenlehre der hebräischen Grammatik behandelt wurden. In der unteren Abtheilung wurde der theologische und Gymnasialunterricht in entsprechender Weise ertheilt. Das nächste Schuljahr beginnt am 22. Deberichtes, welchem eine gelehrte Abhandlung: „Die Agada der!tober. Die Bibliothek besteht bereits aus 5000 Bänden, babylonischen Amoräer, ein Beitrag zur Geschichte der Agada J Erfreulich ist es, daß bereits zahlreiche Stiftungen zur Unter- und zur Einleitung in den babylonischen Talmud von Pros. 1)r. jstützung der Schüler der Anstalt zugefloffen sind, nämlich baar Wilhelm Ba cher/' vorangehl. Indem wir die Besprechung! 2481 fl. und in Werthpapieren o2~X) fl., Summen, die in dieser wissenschaftlichen Arbeit einer anderen Stelle dieses Blattes überlassen, wollen wir einiges aus den Nachrichten über die Anstalt herausheben. Sie müssen um so mehr interessiren, als es eben die Existenz einer so hart erkämpften Anstalt betrifft, und in wie weit schon dieses erste Jahr eine gedeihliche Entwicklung voraussetzen lasse. Zunächst mußte sich die Bedürfnißftage faktisch beantworten. Hierüber heißt es: „Wie sehr die Errichtung der Anstalt bereits Bedürsniß geworden war, davon konnte der Lehrkörper bei den Aufnahmsprüfungen, die in der Zeit vom o. und 4. September und vom ö. bis zum 8. Oktober 1877 vorgenommen wurden, sich am deutlichsten überzeugen. Nur ein sehr geringer Theil von denen, die sich zur Ausnahme gemeldet hatten, konnten in die Anstalt ausgenommen werden, weil es ihnen entweder an dem erforderlichen jüdischen Wissen oder an der nöthigen Vorbildung in den übrigen Fächern gebrach. Nur in denjenigen Fällen, in denen ein genügender Fortschritt während des Schuljahres erwartet worden konnte, hat der Lehrkörper zur Aufnahme außerordentlicher Schüler sich entschlossen, deren verhältnißmäßig große Zahl den traurigen Zustand beweisen kann, in dem bisher die Vorbereitung für das rabbinische Lehramt in Ungarn sich befand. Wie sehr aber auch allenthalben das Bedürsniß dieser Anstalt empfunden wurde, das konnte der Lehrkörper mit Freuden an den Anmeldungen wahrnehmen, die aus allen Gegenden des Landes, aus den verschiedensten Comitaten eingelausen waren. Nur diesem Umstande ist es zuzuschreiben, daß trotz der nothwendigen Zurückweisungen die obere und die zwei ersten Jahrgänge der unteren Abtheilung am 9. Oktober eröffnet werden konnten, nachdem am 4. October die feierliche Eröffnung der Anstalt vorhergegangen war." Neben dem Bedürsniß Ansehung der kritischen Zeiten als bedeutende angesehen werden müssen. Auch hierin zeigen sich die Sympathien, welche die Anstalt besitzt, und um so mehr, als ein großer Theil des Geldes von israelitischen Cultusgemeinden als solchen und zwar als Jahresbeiträge gezahlt worden. Wien, 12. Sept. Die „N. ft. Pr." schreibt: Das Lehren der Bibel im Urtexte bildete bis jetzt hier einen integrirenden Theil des jüdischen Religionsunterrichts. Da demselben überhaupt nur eine oder zwei Stunden in der Woche zugewiesen sind, so klagten die Einen über Ueberbürdung, da die Kinder eine ftemde, todte Sprache, die hebräische, lernen müssen; die Anderen wieder wünschen, daß den Kindern Gelegenheit geboten werde, in ausgiebigem Maße die hebräische Sprache, respective die Bibel im Urtexte zu erlernen. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde hat daher beschlossen, diesen Lehrgegenstand zu eliminiren; fortan soll neben der biblischen Geschichte, Religionslehre u. s. w. blos das Hebräisch- Lesen in Verbindung mit der Kenntniß der Liturgie gelehrt werden; hingegen wird der Vorstand besondere hebräische Sprachschulen errichten, um Jenen, die es wünschen, die Gelegenheit zu bieten, die hebräische Sprache gründlich zu erlernen. Bonn, 15. Sept. Aus Szegedin (Ungarn) wird uns geschrieben: Der neugewählte Oberrabbiner, Herr Dr. E Manuel Löw, hielt am 7. d. M. seine Antrittsrede, welcher der Obergespan, der Bürgermeister und die Spitzen der Behörden, sowie die Geistlichkeit aller Confessionen beiwohnte. Die vom patriotischen Geiste durchdrungene Antrittsrede wird auf Kosten der Gemeinde gedruckt werden. Przemysl (Galizien), 10. Sept. (Privatmitth.) Die Judenheit Galiziens hat jüngst die öffentliche Aufmerksamkeit bewährte sich also das Vertrauen, welches der neuen An mehr als sonst auf sich gezogen. Möchte dies ein Omen sein stalt aus allen Theilen des Landes entgegen gebracht für die Anbahnung besserer Zustände in diesem bedeutenden wurde. Sie hatte im verflossenen Jahre 24 Schüler, nämlich! Theile unserer Glaubensgenossenschaft. Wir meinen nun, daß

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