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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-09-17 · Heft 38 (17.9.1878) · p. Seite 594

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 38 (17.9.1878)
Date
1878-09-17
Page
Seite 594 (sequence 2)
Language
German
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594 gefunden wurde. Man stellte sich die Entartung der Menschensiebenfach soll es geahndet werden." Änd Kain ging hinweg, natur so groß vor, daß sie sich von selbst nicht wieder zu und wohnte im Lande Nod, und baute daselbst eine Wohnerheben vermöge, und die Heiligkeit Gottes so unnahbar, daß statte und sah Söhne und Enkel um sich. In dem mosaischen es eines Vermittlers zwischen beiden bedürfe, der durch seinen Strafgesetze wird das größte Gewicht darauf gelegt, daß der Tod die Menschheit erlöse, so daß durch den Glauben hieran Mifsethäter seine Schuld erkenne und bekenne, und wer z. B. die Versöhnung des Menschen geschehe und bedingt sei. In das Eigenthum seines Nächsten verletzt hat, wenn er seine allen diesen Jrrthümern giebt sich aber stets das Eine kund: Schuld er- und bekennt, hat er nur einfachen Ersatz mit einem die Sehnsucht des Menschenherzens, aus der Sündhaftigkeit Fünftel zu leisten und ein Schuldopfer zu bringen, während herausgerettet und vor Gott rein zu werden. Selbst in Zeiten, er sonst zwei-, ev. vier- oder fünffachen Ersatz zu geben hat. wo die religiöse Anschauung aus mancherlei zusammenwirkenden In seinem symbolischen Gottesdienste, dem Opfercultus, räumte Ursachen sich in großen Theilen des Menschengeschlechts verder Mosaismus dem Bekenntniß und der Sühne jedes Verflacht oder verflüchtigt hat, schafft sich jenes Verlangen danach gehens, jedes Fehltritts eine bereite Stelle durch Sünd- und eine gewiffe Befriedigung durch den — Pessimismus, der im Schuldopfer ein. Vor Allem aber suchte er aufmerksam jenem Grunde doch nur ein Bekenntniß der Schuldhaftigkeit ist, deren Bedürfniß und Verlangen ein Genüge zu schaffen, indem er Ursache aber von dem Menschen auf die ganze Welt, auf das, Jahr für Jahr eine Zeit bestimmte, welche diesem Gedanken Dasein selbst, aus die Art, wie es entstanden und beschaffen! der Versöhnung vor Gott gewidmet sein, in welcher derselbe sein soll, gewälzt wird. j den Inhalt der gottesdienstlichen Handlung bilden sollte — Und nun das Judenthum? Wenn es auch zu Zeiten j eine ernste Mahnung und Anregung und zugleich eine tröstliche jenen Verirrungen sich nicht ganz zu entziehen vermochte, so! Hoffnnng und Erfüllung. Es war hierdurch die Lehre von hat es doch vom Beginn bis zum heutigen Tage schlicht und; der Schuldhaftigkeit des Menschen und der Versöhnung vor einfach, in der rechten Erkenntniß Gottes und des Menschen,; Gott als ein wesentlicher Bestandtheil der Religion anerkannt in der Uebereinstimmung des Verstandes und des Herzens, i und in deren Kreis thatsächlich ausgenommen. Nirgends aber immer fest gehalten, daß die Barmherzigkeit Gottes unendlich hat das spätere Judenthum seine fruchtbare Entwicklungskrast ist wie er selbst, und daß das Herz des Menschen, so tief es' so bewährt, als an dieser Institution. War dieselbe doch auch gesunken, sich durch aufrichtige Reue und wahrhafte Um-' gerade in der nach biblischen Zeit, so lange der Opfercultus kehr zu läutern und von der Sündhaftigkeit zu befreien ver-'noch bestand, zum gottesdienstlichen Höhenpunkte des ganzen möge. Diese einfache, aber sichere Lehre hat es durch all' j Jahres erhoben und mit einer außeror deutlichen Feier bekleidet seine Jahrtausende getreulich bewahrt, in ihr die Beschwichworden, wie uns noch vorhandene Schilderungen erweisen. Nach tigung des aufgeregten Gemüthes, die zuverlässige Führung zu dem Falle des Tempels verblieb man bei den einfachen Grund- Heil und Heiligung gefunden. Hier ist keine Selbstüberhebung zögen, den ganzen Tag dem Gottesdienste zu widmen, wodurch des Menschen, aber auch keine Beschränkung des göttlichen zugleich die Bekenner während dieser Zeit den: weltlichen Leben Wesens; hier keine Verminderung, aber auch keine abenteuerentzogen wurden, und die Enthaltung von leiblicher Nahrung liche Vergrößerung deffen, was dem Menschen obliegt und was streng einzuhalten. Der ganze Pomp des Opfercultus wurde ihn zu Gott hinführt; hier eine klare Anschauung des Göttdurch das Gebet ersetzt War man also in ceremonieller Belichen und des Menschlichen, eine Stimme des wahren Frieziehung bei der Einfachheit verblieben, so wurde der gedankliche dens, ein Ankergrund in Sturm und Bedrängniß. Nicht die - Inhalt verbreitert und verlieft. Zunächst in der richtigen hohläugige Furcht, sondern die tiefernste Gottesfurcht; nicht Vorstellung, daß eine aufrichtige Reue und Umkehr durch die zerreibende Angst, sondern die auftegende Mahnung sollte Selbstprüfung und Selbsterkenntniß vorbereitet sein will, senkte die Menschenseele zur Erkenntniß, zur Befferung, zur Erhebung, man die Aufforderung zu diesen dem vorangehendeu Drommetenzur Läuterung bringen. — Im Judenthume war Alles darauf feste ein, indem man es besonders dem Gedanken der göttlichen angelegt, dem Menschen den Weg zu Gott zurück, den Pfad 1 Vergeltung, des göttlichen Gerichts über alles menschliche Thun zu Reue und Umkehr zu erleichtern. Auf den ersten Seiten und Lasten widmete, und es hierin durch die Bestimmung als der heiligen Schrift sinden wir den Brudermörder Kain in j Neujahrsfest, als Wechsel des kirchlichen Jahres unterstützte, dem ihr eigenthümlichen, großartigen Lapidarstyl gezeichnet,. Alsdann, ausgehend von der stark betonten Ansicht, daß Gott seine Verstocktheit, dann aber seine Reue, und aus der Tiefe eine gegen einen Nebenmenschen gerichtete Sünde nicht vergebe, seines erschütterten Gemüthes ruft er aus: „Zu groß ist meine § bevor nicht die Vergebung seitms des Nebenmenschen erlangt Schuld, um sie zu ertragen!" Die wenigen Worte schildern! worden, bestimmte man die Tage zwischen beiden Festen als den schweren Seelenkampf, die ganze Demüthigung seines! „Tage der Umkehr'" (“2'! wTi ,v>') für das pflichtmäßige leidenschaftlichen Geistes. Und auf dieses Wort wird ihm! Bestreben, sich mit seinen Feinden zu versöhnen, für angevergeben, die Strafe erlasten: „Deshalb, wer Kain umbringt —! richteten Nachtheil Entschädigung zu leisten, für Beleidigungen

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