Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1878)
- Date
- 1878-09-10
- Page
- Seite 587 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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587 nicht in Verzweiflung gerathen. Wenn wir diesen Herrn Mephistopheles näher betrachten und ihn der Vermummung, in der es ihm in der deutschen Volkssage aufzutreten beliebt, entledigen, so werden wir in ihm bald einen alten Bekannten entdecken, dessen Name zwar nicht sehr anheimelnd, aber bei Weitem nicht so geheimnißvoll klingt, wie es für den Anschein sich ausnimmt. Mephistopheles ist nämlich, wenn wir ihn genauer besehen, kein anderer als der Gcisterfürst Mastcma, der nach dem Buche der Jubiläen C. 1<> schon sur Zeit Noa's die Dämonen, die damals die Menschen verführten, in Schutz nahm und, als die bösen Geister sammt und sonders vertilgt werden sollten, wenigstens für den zehnten Theil derselben Schonung von Gott verlangte, denn sie seien da, „um zu verderben und zu verführen nach meinem Befehl unter meiner Herrschaft, weil die Bosheit der Menschen groß ist." Von da aus lernte ihn, wie bereits Jellinek Einl. zu Let-Ka-^Iickrasoü HI. S. XXXI) bemerkt hat, der „Jude Asaf" kennen, der in der Einleitung zu seinen: in hebräischer Sprache erhaltenen medicinischen Werke (abgedruckt a. a. O. S. 155) erzählt. der Engel Raphael habe zur Zeit Noa's „den zehnten Theil der bösen Geister auf der Erde zurückgelassen, damit sie im Gefolge des Fürsten jMastöma die Uebelthäter züchtigen, sie mit allerlei Plagen und Schmerzen heimsuchen u. s. w. (nn8 “8 (*cd nm^ n D22*2n 72* p82 -|7nr,n7 rr:n ,-n2*>*2 .(z^nni rrrra ^i'2 ^22 z~z niiyH >*ü7 z";"z~zz Ehe aber Masirma, die Personisication des bösen Princips, des hinterlistigen Haffes, der in Hosea 7.8 durch dieses Wort bezeichnet wird, als Mephistopheles auftreten konnte, mußte er noch eine kleine Metamorphose durchmachen. Bei seinem Uebertritte aus dem semitischen Literaturgebiete in das griechische nahm er zum Theile eine andere Gestalt an, in der er aber noch ganz kenntlich ist. Aus Mastrma wurde bei Bedrenus (b'.ä- Bonn 1, 5.8) ^la--tipl:at und daraus wurde in lateinischen Zauberbüchern des Mittelalters Mephisto gemacht (vgl. Grünbaum in Ztschr. d. DMG. 81. S 212.) Es wäre überflüssig, nun noch über die Namensform Mephistopheles, die offenbar nur ein verschnörkeltes Mephisto darstellt, ein Wort zu verlieren, doch möge für diejenigen, die stch bei dieser Annahme nicht beruhigen mögen, bemerkt fein, daß im Aramäischen pala in der Aphel-Form „täuschen," „irreführcn," „verspotten," bedeutet und so auch für das Anhängsel des Namens Mephisto eine passende Erklärung stch darbictet. l>r. 9?. Brüll. I - - | 1) Das Wörtchen 22 dürfte ans dein Torte auszuscheiden sein, i da es ursprüngtich blos einen Zeileneustes gebildet zu haben scheint,! der auf Las folgende 2^2^722 hinwies. Ieu illeton. 3it Peßach. Vor Kurzem wurde mir auf der Gr. Hofbibliothek dahier eine nZ2 b* mi“ (Peßach-Hagada) vorgelegt, die auf Pergament geschrieben und künstlerisch aus gestattet war. Auf dem letzten Blatte standen die Worte: 8p>*2iiv-rm2 “782 72 78-2*' -isicn *i8 | „Ich, der Sofer, Israel Sohn des Maier aus Heidelberg."! Zunz, zur Gesch. und Lit. S. 206, schreibt: Daß uns j (aus uralter Zeit) Schriften geblieben stnd, verdanken wir den. Schreibern (Soferim), und darum werde, ehe wir von der! Schilderung der damaligen Zeiten scheiden, noch der armen! Abschreiber gedacht, die theils die gesetzlichen Ritualfchreiber,! theils die amtlichen Schreiber der Ehepacten, Scheidebriefe, Verträge, oder auch die kunstverständigen Abschreiber von Bibeln; und sonstigen Werken waren. Eine ziemliche Anzahl schöner' Codices, bisweilen mit Verzierungen und Malereien geschmückt, 1 bezeugt die Sorgfalt und die Geschicklichkeit französischer und deutscher Copisten und Kalligraphen in dem hebr. Lluadrat- Charakter re. (>'282 2T2). Er macht hierauf an 100 Sopherim aus dem 13. und 14. Jahrhundert namhaft. Der älteste uns bekannte deutsche Sofer soll der A. 108«; in Worms erschlagene R. Gedalia gewesen sein. Die erwähnte Peßach-Hagada ist mit einem Commentar versehen, aus welchem ich folgende historische Notiz entnehme. Zu der Tertesstelle: irr,£2^ u'p* “>2*>* ~zbz "ms? 8^2* pD^* 7m -,rr bzzz* 8 8 „Nicht Einer allein stand gegen uns auf, uns zu vertilgen. sondern in jedem Zeitalter standen viele gegen uns auf", bemerkt der Commentator: » |£ ri iw 1 iw^u« * \y — — uWy l. 7 7^ uw 7782 Emrm ^'2 2'27n münz 72y2* "*22 —,—8 nni ri'"'2i2' i.7yi t ii. >7 u /y O 7yt i. l_ i£7 » iCpi >j . u £7N t > uw pi Dtyn '2 “2“ *w*y 872* 2“'2 *ii7,*2n -2 pn* 7*22 —7**8 mw^w i uw 1 1 uw 7—£ ii iZw 7 w.y i .W» t u£7 l ui i >7 u> . i?\ ■2*82~ nr.rr.' Din 8 pT*m7 72—n 772772 |2 Di *i7 „Sie bezichtigen uns allezeit böser Thaten, wie die Begebenheit beweist, die stch dahier zugetragen har, hier in Metzburg. Eine Christin war in eine auf einem öffentlichen Platze, wo Juden wohnten, stch befindende Grube (Cisterne, Brunnen) gefallen, und zwar im Monate Adar 4848 nach Erschaffung der Welt, d. i. gleich 118<> u. Z., und sie beschuldigten uns, sprechend: Ihr habt sie hineingeworfen. Aber Gott rettete 1) Das Verbum Vv3~ — fast: tu rabbintscher Svrache sowohl den Dttbitantivbegriff —7->77böse Tbat als den 7775' Vorwand in sich i lmt« bedeutet bald „(S'titem enie döse dhat tusehtebei:", bald ..eilten . Vorwand macben".