Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1878)
- Date
- 1878-09-10
- Page
- Seite 583 (sequence 7)
- Language
- German
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583 der Verfasser nicht hinzufügte: „Auf der Grundlage amtli cher > erlangten bürgerlichen Gleichstellung und zugleich stattfindenden Zahlen". Wer in dieser Form eine Zahl angiebt, muß feine! Veränderung der Geistesrichtung sank die Zahl der Judenamtlichen Quellen nennen, und so lange er dies nicht thut, jtaufen schnell auf 72, 57 und 43 im jährlichen Durchschnitt, find wir berechtigt, die Zahl sammt der Bezeichnung „amtlich" für geradezu erdichtet zu halten! Jndeß wollen wir uns nicht begnügen, der Behauptung eine bloße Negationso berechtigt diese dem Anonymus gegenüber auch ist, entgegenzustellen. Bringen wir einige wirklich amtliche Zahlen heran. Bekanntlich ist Preußen das Land, in welchem, wenn nicht die Bekehrung, doch die Taufe von Juden, namentlich bis zur Mitte der vierziger Jahre, von allen Ländern der Welt am meisten im Schwünge war. Die Ursache lag einestheils in der Förderung, welche die Staatsregierung selbst dem Uebertritt zum Christenthum gewährte, und zwar durch die Aufrechterhaltung der beschränkendsten Gesetze, die den rasch in der Bildung vorgeschrittenen Juden jeden öffentlichen Berus abschnitten und selbst die Niederlaffung beschränkten, so wie auch durch namhafte Geldgeschenke, anderntheils darin, daß das Judenthum noch zu keiner Klärung und den Bedürfniffen der geistigen Entwicklung entsprechenden Umgestaltung gelangt war, und wobei nun seit 1648 die wachsende Zahl der zum Judenthum übertretenden Christen nicht zu vergessen rst. In diesen 34 Jahren, nehmen wir das Mittel selbst zu 50 jährlich an, beträgt die Anzahl der Getauften 1700. Wir hätten demnach zusammen 4242 im ganzen preußischen Staate. Wo will nun der Versager des Artikels im Stralsunder Kirchenblatt die übrigen 95,700 getauften Juden herholen, und zwar nach amtlichen Quellen? Nehmen wir einen Augenblick die Behauptung des Verfassers als richtig an, daß die englische Missionsgesellschaft während ihres ganzen Bestandes mit allen ihren ungeheuren Geldausgaben in allen Erdtheilen wirklich zwei- bis dreitausend Taufen zu Stande gebracht habe, wobei wir nicht einmal die notorisch vielen Fälle abrechnen wollen, in denen sich ein und derselbe polnische Jude fünf- oder sechsmal taufen ließ — woher will der Versager die übrigbleibenden 93/ >< K) getauften Juden herhaben, und zwar nach gewiffenhaften amtlichen Quellen, nach solchen, wie wir sie ihm eben aus Preußen dein stabilen Zustande in ihm gegenüber eine große Zahl der! vorgesührt? — Was wir ganz unparteiisch von den „getauften gebildeten Juden in Religionslosigkeit verfiel, welche den! Juden" halten, haben wir erst in Nr. 22 auseinandergesetzt. Uebertritt ihnen leicht machte. Nun haben wir über die Zahl > Auch uns ist nicht eine einzige Seele gleichgültig, die dem der im preußischen Staate getauften Juden officielle statistische Judenthume entsagt. Hier aber war nur von der Gesammtheit Angaben in den amtlichen Veröffentlichungen von I. G. Hoffdie Rede, und in wie weit sich in ihr die Tendenz zum Abmann, W. Dieterici u. s. w., Directoren des statistischen j fall bethätige. Hier ist der Ernst um so stärker, und wir mögen Phantasien und Erdichtungen keinen Raum gewähren. Es handelt sich um Thatsachen. Oesterreich-Ungarn. Pest, 22. August. (Privatmitth/, Auf Einladung des Vorstandes der israelitischen Gemeinde S. A. Ujhely versammelten sich hier am gestrigen Tage mehrere Vertreter jener israelitischen Gemeinden, welche das Treiben der Schomre rechnet sind; in den Jahren 1838—1843 stieg die Zahl der! Hadath oder autonomen Orthodoxen verabscheuen, aber auch Juden im preußischen Staate auf 200,529 Seelen, also um! mit den Congreßgemeinden nicht in Allem übereinstimmen, die 22,950, wobei die 654 abgezogen sind. Mit Recht fügte sogenannten status guo-Gemeinden, lieber die Beschlüffe, welche Bureaus zu Berlin. Hiernach wurden in den 15 Jahren 1822 bis 1837 durchschnittlich jährlich im ganzen preußischen Staate 129, zusammen 1888 Juden getauft. In den 6 Jahren 1838—1843 durchschnittlich 109, nämlich 654. Dies macht zusammen in 21 Jahren 2542' und zwar sowohl der zur katholischen, als auch zur evangelischen Kirche übergetretenen Juden. In derselben Zeit vermehrten sich aber die Juden in Preußen und zwar von 1822—1837 von 144,737 aus 183,579, also um 38,842 Seelen, nachdem die 1888 getauften abgedaher Dieterici hinzu, daß „die Zahl der getauften von der Totalzahl ein höchst unbedeutender Theil" sei; denn während sich in den gedachten sechs Jahren die Juden in Preußen jährin dieser nur schwach besuchten Versammlung gefaßt wurden, wird Wohl bald Näheres in die Oeffentlichkeit dringen; vorläufig betraute sie ein leitendes Gontite mit dem Austrage, lich um 3934 Seelen vermehrten, verminderten sie sich durch bessere friedliche Zustände anzubahnen. Taufe um 109. Dabei darf nicht unbeachtet bleiben, daß! Lemberg, 20. Aug. Der in dieser Zeitung mitgetheilte dieser Zuwachs nicht etwa durch Einwanderung ausländischer!und besprochene Vorgang zu Wien mit einem jüdischen, nicht Juden bewirkt worden, welche durch die Gesetze sehr erschwert! nach dem Landesgesetz getrauten Ehepaar aus Galizien hat war und factisch in jenem Zeiträume nur durch eine äußerst > natürlich auch hier einigen Rumor hervorgebracht. Die polkleine Zahl Personen erreicht wurde. Wir fragen also, was! nischen Blätter, z. B. „Oa/.era ZS'arodowa4*, ließen es sich will ein so geringer Abfall gegen einen solchen Anwachs benicht nehmen, auf die Juden eine Menge Vorwürfe zu wälzen, deuten? Dies nun in der Blüthezeit der Taufen! Mit den welche von falschen und halb wahren Behauptungen wimmelten. Jahren 1845, 1847 und 184^ und mit der in diesen Jahren «Das israelitische Matrikelamt erließ deshalb eine berichtigende