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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-08-27 · Heft 35 (27.8.1878) · p. Seite 550

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 35 (27.8.1878)
Date
1878-08-27
Page
Seite 550 (sequence 6)
Language
German
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550 Congres est unanime a n'accorder l’independance ä la Roumanie qu’aux meines conditions posees ä la Serbie. Die Vertreter Rußlands verlangten, daß die Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens auch von der Bedingung abhängig gemacht werde, daß Rumänien Befsarabien an Rußland zurückgebe und die Dobrutscha als Ersatz annehme. Hierüber die Verhandlung, deren Schluß Fürst Bismarck folgendermaßen formulirte: „II constate que l’unanimite de la haute Assemblee reconnait l'independance de la Roumanie sous les conditions analogues a celles, imposees a la Serbie, et, en autre, sous la condition que la Roumanie accepte en echange de la Bessarabie, la Dobroutscha augmcntee de la ligne dont le trace vient d'etre determine.“ Nachdem man mit Rumänien zu Ende gekommen, folgte in derselben Sitzung Montenegro. Be Baron de Haymerle lit une motion relative ä! la liberte des cultes dans le Montenegro: „Tous les habitants du Montenegro jouiront d’une pleine et entiere liberte de l’exercice et de la pratique exterieure de leurs cultes et aucune entrave ne pourra etre apportee soit a Torganisation hierarchique des differentes communions, soit ä leurs rapports avec leurs chefs spirituels.“ Der Antrag wird angenommen. (Schluß folgt.) Oiioccßu/ciateu. Deutschland. j Berlin, 10 August. (Privatmitth.) Die ultramontane Preffe fährt unermüdlich fort, gegen die Juden zu Felde zu ziehen, um das Vorurtheil des Volkes gegen ste zu nähren und den Zwiespalt zwischen den Confesstonen immer stärker zu machen. Sie will ihre gläubige Heerde mit einem Wüstengürtel von Haß und Verachtung gegen alle Andersgläubige, Protestanten und Juden, umgeben, damit jede Annäherung auch in Leben und Verkehr verhindert und nebenbei der Bestand des deutschen Reiches unterwühlt werde. Gelingt dies immer mehr, was können an solchem Baume noch für Früchte zu Gunsten des ultramontanen Seckels und Gaumens zu erzielen sein! Von der äußersten Süd-Grenze des Reiches bis zu den Küsten des Baltischen Meeres wird dieses Spiel getrieben, und so liegt uns z. B. die „Saarzeitung" in mehreren Nummern vor, in welchen ste die katholische Bevölkerung des Saarkreises gegen die Juden aufzuhetzen sucht. Der wackere Cultusbeamte der isr. Gemeinde in Saarlouis, L. Wolfs, nahm den Kampf auf, und das „Saarlouiser Journal." und die „St. Johanner Zeitung" öffneten ihm ihre Spalten bereitwillig, um dem ultramontanen Gifte entgegenzuwirken. Um so weniger ist es uns zu verdenken, wenn wir diese Partei in ihrem Thun und Lasten beobachten und auch unsrerseits nicht unterlassen, ihr Thun und Treiben zu charakteristren. Bei den jüngsten Wahlen und Stichwahlen sind in Bayern und in der Rheinprovinz die Ultramontanen und die Socialdemokraten in ein Bündniß getreten, gegenseitig ihren Candidaten zum Siege zu verhelfen. Co siegte in München der ultramontane Candidat durch die Socialdemokralen, und in Elberfeld der Socialdemokrat durch die Ultramontanen. Es ist dies keine Beschuldigung, sondern Thatsache, die sich auch an anderen Orten verwirklicht hat. Mehr braucht man gar nicht zu sagen. Männer, welche die Grundlagen nicht blos des Staates und der Gesellschaft, sondern auch des Christenthums und der Religion überhaupt auf's Offenste und Entschiedenste verneinen und bekämpfen, werden durch diejenigen auf den Schild erhoben, die für die Religion und Kirche ins Feld zu ziehen und ihre ganze Existenz von Religion und Kirche erfüllt vorgeben! Dies kann nur die Folge eines blinden Haffes sein, einer unseligen Feindschaft gegen den bestehenden Staat, der durchaus unterwühlt und gestürzt werden soll! Wie können aber noch die Ultramontanen die Frechheit haben, den Juden den Patriotismus abzusprechen und sie als „Fremde" zu bezeichnen?! Wenn sie befähigt sind, zur Vertretung des deutschen Volkes in den mit gesetzgeberischer Gewalt ausgerüsteten Reichstag durch ihr Votum Socialdemokraten zu senden, die nichts als den Ruin des Vaterlandes und des Staates und zwar auf gewaltsame Weise planen, so erweisen sie sich selbst nur als jedes patriotischen Gefühles baar, und verdienen den Ehrennamen „Deutsche" nicht! Berlin,11. August. (Privatmitth.) Am dritten August feierte wie alljährlich die k. Akademie der Künste in öffentlicher Sitzung den Geburtstag des Königs Friedrich Wilhelm lll., und verkündete der Senat das Ergebniß der Preisbewerbungen. Es lautete unter 2 und 3: 2) Der Michael Beer'sche Preis erster Stiftung, nur für Bekenner jüdischer Religion und in diesem Jahr für das Fach der Malerei bestimmt, konnte dem einzigen Bewerber, welcher sich gemeldet, wegen Unzulänglichkeit der eingelieferten Arbeiten nicht ertheilt werden. ->) Zur Bewerbung um den Preis der zweiten Michael Beer'schen Stiftung, für Bewerber ohne Unterschied des Bekenntnistes und in diesem Jahr für Kupferstecher bestimmt, hatte sich Niemand gemeldet.

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