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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-08-27 · Heft 35 (27.8.1878) · p. Seite 546

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 35 (27.8.1878)
Date
1878-08-27
Page
Seite 546 (sequence 2)
Language
German
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546 Glaubensgenossen längst vorbereitet und befähigt waren für ÜlOTCtl bft PirkC*3U)0tlj. die Gleichstellung. So in Italien, wo nach dem Sturze der Fremdherrschaft und des Kirchenstaates alsbald eine, nach dem; geringen Bevölkerungsverhältniß der Juden daselbst sehr große : Die Pirke-Aboth überliefern uns also die innersten ethischen Zahl Israeliten vom Volke in das Parlament gewählt, von Anschauungen der Männer, welche über vier Jahrhunderte von der Regierung zu öffentlichen Aemtern aller Zweige, in der der „großen Synagoge" an bis zu dem Abfaffer unserer Mischna Diplomatie, auf den Lehrstühlen, im Militär und in der und dessen Sohn an dem Ausbau des Judenthums arbeiteten Jurisprudenz berufen wurde. Anders liegt es in den orien- und die eigentliche Unterlage für den gesammten Talmudismus talischen Ländern. Hier, wo die ganze Bevölkerung noch in und Rabbinismus schufen. Von Simeon dem Gerechten bis zu Rohheit und Unwiffenheit versunken ist, konnte auch die jüdische, Hillel und Schamai, dann der Schülerkreis um Jochanan ben Bevölkerung nur geringe Fortschritte machen. Ter völlige Sakkai, hierauf der Kreis der Lehrer um deffen Nachfolger, Ausschluß, die Verachtung und Mißhandlung kamen dazu, die Gamliel II., einschließlich Akiba, und endlich die Schüler des jüdische Maffe zurückzuhalten. Eine erstarrte Orthodoxie oder Akiba bis Juda Hanasfi und deffen Sohn Gamliel, von allen gar der chassidische Aberglaube feffelt in ihr jede freie Geistesdiesen werden uns die Kern- und Wahrsprüche der Hervorbewegung. In jenen Ländern besteht daher unter unseren ragendsten Geister neben- und nacheinander übergeben. Hier- Glaubensgenoffen immer ein kleiner Bruchtheil, der sich der. durch sind die Pirke - Aboth gleichsam der ethische Codex neben europäischen Cultur bemächtigt hat. Aber dieser Theil pflegt dem balachischen in der übrigen Mischna, und wie sich auf zugleich der Religiosität überhaupt, oder doch der Art, wie die letzterer der Weiterbau der Gemara aufrichtet, so auf jenen Maffe sie versteht, fremd zu sein, so daß vielfach sein Vorbild Alles, was Talmud und Midrasch an Moralsentenzen noch auf diese eher abstoßend als anziehend wirkt. Um so mehr' enthält. Betrachten wir daher den ethischen Inhalt der Thora müssen wir darauf dringen, daß die vorhandenen Culturkräfte sich in größtem Maße anspannen, um den Boden für die civilisatorischen Tendenzen urbar und fruchtbar zu machen. Die als die erste, den der Propheten als die zweite Stufe der jüdischen Ethik, so besitzen wir in den Pirke-Aboth die dritte Phase, zu welcher bei ausführlicher geschichtlicher Behandlung die plötzliche und vollständige Umwandlung der Lage muß noch- Apokryphen, Philo und Josephus hinzuziehen wären. Niewendig die jüdische Maffe, in welcher so viele intellektuelle mandem wird es entgehen, daß, wir die Behandlung des Befähigung vorhanden ist, erregen und aufmerksam machen, ethischen Stoffes in der mosaischen Urkunde sich wesentlich von daß es jetzt an ihr ist, dem zu entsprechen, was ihr Großes der durch die Propheten und die heiligen Sänger unterscheidet, und Rettendes geschehen. Sie wird sich geneigter fühlen, dem ein sehr weiter Schritt von der letzteren zu der Methode und Einfluß der europäischen Cultur, die ihr so mächtig aus dem Anschauungsweise in den Pirke-Aboth vollbracht ist. Aller- Elend des Druckes und der Beschränkung geholfen, sich zu dings erkennen wir vor Allem einen inneren einigen Grundstock eröffnen. Dieser günstige Moment muß benutzt werden. Es in allen diesen Phasen, und zwar namentlich darin, daß überall muß Alles daran gesetzt werden, den Gegnern den Einwand die Ouelle aller Sittlichkeit in Gott gesunden, daß die Sittzu nehmen, daß die Juden sich als eine ausschließliche Masse lichkeit nur als Folgerung oder Consequenz aus der Gottesbetrachten und die niedergerissenen Schranken im Geiste doch erkenntniß betrachtet wird, daß das Ziel alles Sittlichen in aufrecht erhalten. Die Sprache des Landes muß erlernt, die, dem Ausblick zu Gott, in der Nacheiferung Gottes, im gött- Fähigkeit zu öffentlichen Aemtern erlangt, Handwerke und j Heben Gesetz und deffen Erfüllung erscheint. Wie aber diese Landwirthschaft in umfassendem Maße betrieben werden. Vor Gotteserkenntniß selbst' sich in den Geistern der verschiedenen Allem ist es an der Zeit, daß die jüdische Maffe im Osten das Vorurtheil und die Mißachtung, die sie eingewurzelter Perioden verschieden reslectirt, so mußte auch die sittliche Anschauung, die aus ihr fließt, sich modisiciren, in Richtung und Maßen gegen ibre mittel- und westeuropäischen Glaubens-' Färbung sich anders gestalten. Eine zweite Einheit stelll genossen begt, ausgebe, und endlich sich überzeuge, daß das! sich in dem Verhältniß dar. in welchem zu dem menscblichen .>udenldum nicht bli>* in der verknöcherten Ortbodorie be- Thun und raffen die göttliche Gerechtigkeir geschaut wird, stedt. Dies ist es, kurz ausgesprochen, was wir von unseren Dieser Grundzug geht als ein toesentliches Motiv durch alle ostltchen Glaubensgenossen verlangen müssen und womit sie den Phasen des Judenthums. Aber auch hier tritt bald, wenn Tank abtragen, den sie uns schulden. . wir so sagen dürfen, eine realistische Auffassung, bald eine idea- , lere auf, indem einerseits das Geschick des Menschen als eine unmittelbare Folge seiner guten und bösen Handlungen, als Segen für die ersteren, als Strafe oder Fluch für die letzteren angesehen wird, andrerseits das göttliche Gericht mit einer gewissermaßen freien Bewegung erst über das ganze Leben eines

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