Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1878)
- Date
- 1878-08-20
- Page
- Seite 539 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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werde Rumänien früher oder später das Bedürfnis nach einer j Aenderung des Vcrfassungspactes empfinden." Diese vieldeutigen Worte können wohl dazu dienen sollen, die Aufmerksamkeit Europas von dem betr. Gegenstände vorläufig abzulenken. Man schreibt uns aus Lemberg vom -4. August, daß rumänische Glaubensgenoffen, die in Lemberg eingctrosfen, von einer allgemeinen Bewaffnung der Rumänen erzählen, die fie sehr ängstigt. Man beabsichtige dort, sich der Emancipation der Juden mit Waffengewalt zu widersetzen, und j was unter solchen Umständen die Juden in Rumänien bedrohe, kann man leicht schlie ßen. Wir theilen dies mit, weil es uns aus zuverlässiger Duelle zukommt, und hoffen, daß hierbei die Furcht etwas zu schwarz sehe. Bonn, 11. August. (Notizen.) Von London kommt uns die Trauerkunde, daß 1)r. A. Benisch seinem längeren und schweren Leiden erlegen ist. Das englische Judenthum verliert durch den Tod dieses Mannes eine große, bewährte und verdiente Kraft. Aus Deutschland .Mähren) stammend, war er der Begründer des.lcveisb-Ebloniclc, trug am meisten zur Errichtung der Anglo-Jewish-Association bei, hielt öfter öffentliche Vorlesungen über das Judenthum und gab mehrere geachtete Schriften heraus. Nahm er auch im Ganzen keine Stellung ein, die für die Entwicklung des Judenthums von i entscheidendem Einfluffe gewesen wäre, so hat er doch wohl ■ das Meiste beigetragen, in unsren englischen Glaubensgcnoffen i das geistige Leben. soweit es das Judenthum betrifft, zu > wecken und in die Höhe zu bringen. Es bedurfte hierzu der unermüdlichen und ausdauernden Thätigkeit, welcher sich Benisch mit ganzer Kraft hingab. Wir werden einen ausführlicheren, Nekrolog bringen. Bonn, II. August. (Literarische Notizen.) Auf Veranlaffung des deutsch - israelitischen Gemeindebundcs ist von der zweiten Abhandlung des Herrn Profeffor M. I. Schleiden „die Romantik des Martyriums bei den Juden im Mittelalter eine Separatausgabe im Verlage von Wilhelm Engelmann in Leipzig, und zwar in zwei Ausgaben, einer beffer ausgestattcten und einer Volksausgabe, erschienen. Wir haben in einer früheren stummer diese Schrift ausführlich besprochen. und den Wunsch ausgedrückt, daß ein Separatabdruck für den Buchhandel erscheine. Die Schrift ist lehrreich sowohl für das jüdische als das nichtjüdische Publikum, da das erstere größere geschichtliche Werke, in denen der bez. Gegenstand besprochen ist, wenig liest und die Heranwachsende jüdische Generation nur geringe Kenntniß davon hat, welche Kämpfe ihren Vätern die Erhaltung des Judenthums und die Erreichung des Standpunktes gekostet hat, welchen wir jetzt einnehmen. Wir empfehlen daher auch unsererseits angelegentlichst die Verbreitung dieses Schriftchens. —. Herr Lehrer Eramer in Neuenkirchen (Blinden., sendet uns folgende Bemerkung, die wir gern hier wiedergeben, weil auch wir die betreffende Feder für die hebräische Duadratschrift höchst geeignet gefunden. Er schreibt: Ohne daß es vielleicht beabsichtigt worden, ist nun auch dem jüd. Schreibwesen ein nicht zu unterschätzender Dienst erwiesen worden. — Herr I. Soennecken in Bonn, dessen Rundschrists- und Currentschristssedern schon überall bekannt und in Aufnahme gekommen, hat nun auch eine Feder für die arabische Schreibschrift hergestellt, die, wie die Tagesblätter , erzählen, als vorzüglich anerkannt ist. — Bei der nahen Ver-! wandtschaft der arabischen und jüd.-dcutschen Currentschrist lag die Annahme nicht fern, daß jene Feder sich als brauchbar und zweckmäßig auch für diese letztere erweisen werde. — Schreibversuche, die mit dieser in sechs schräg geformten Spitzenbreiten hergestelltcn Feder vorgenommen, haben diese Annahme durchaus gerechtfertigt. Die jüd.-deutschc Schreibschrift sowohl, wie auch die jüd. Duadratschrist lassen sich viel leichter und in zierlicherer Form durch diese Federn Herstellen, als durch die gewöhnlichen, die gar nicht für das Schreiben von „rechts nach links" eingerichtet sind und deshalb so oft das Papier! einschneiden oder vollspritzen, ein Umstand, der bei qucst. | Feder gar nicht vorkommt. — Ich halte mich deshalb verj pflichtet, die Herren Collegen, sowie alle die, welche sich mit j dem Schreiben von mir ,*p?sr und ri-x:: beschäftigen, j aus diese neue von Hrn. I. Soennecken hergestellte Feder aufmerksam zu machen und dieselbe für die jüdisch-deutsche Currentschrift und jüdische Duadratschrift bestens zu empfehlen. Ieu illeton. Der neue Heilige oder der Tolnaer Äadik; wirthschaften erlangen eine nie geahnte Bedeutung auch für das seine Ausweisung aus Brody; eine Deputation von Fortschrittshohe Aerarium. Die Einnahmen werden bedeutend gesteigert, männern beim galizischen Statthalter Grafen Potorki — Rülkberufung. in handelspolitischer Beziehung muß Sesterreich besonders sich Bon B. in vemb erg. heben, da ihm das russische Geld zusließt. — Diese fachmännische «Lchtuß.) Auseinandersetzung des Handelskammersecretärs stimmte den Im Uebrigen bewirkt das Herbeiströmen eines großen ■ edlen liebenswürdigen gräflichen Statthalter Potocki etwas Theiles hilfesuchender Menschen aus dem heiligen Czarenreiche milder für den Rebbe. ein engeres geschäftliches Leben, die Propination und die Schank-; Als der Führer der Deputation l>r. Pinkas Jucker \ , 1 34