Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1878)
- Date
- 1878-08-20
- Page
- Seite 540 (sequence 13)
- Language
- German
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540 Or. Philipp Z. dieses merkte, hob er, innerlich von Neid über seinen Collegen erfüllt — indem er mit seinem morgenröthlichen Finger Schweigen zuwinkte — so zu sprechen an: Ercellenz, es entbrenne nicht Ihr Zorn ob Deinem Knechte P. wegen meiner Reden, welche den Zweck verfolgen, nachzuweisen, wie die Anwesenheit des Tolnaer Zadik aus finanziellen, wirthschaftlichen und politischen Gründen geboten erscheine, es drängt mich als Vertreter des Brodyer Kreises, als Erwählter jener Stadt, in welcher Erter, der helldenkende Kops, die Leuchte der Juden, Nach. Krochmal, der Philosoph der Rabbiner, der Kämpfer für Licht, Schorr, gelebt und gewirkt haben, in welcher noch heutigen Tages mancher stille Denker und eine große Intelligenz fich befindet. Euer Excellenz die Nothwendigkeit eines solchen hochgeistigen Rebbes vom moralischen Standpunkte aus zu beleuchten; ferner dazuthun, welcher geistig gehobenen Zukunft unser Brody bei dieser Acquisition entgegengeht. u) Mein langberockter College, welcher sich in judaicis besser auskennt, hat mir eben zugeslüstert, wie in der Bibel eine Stelle Vorkommen soll, die da lautet: „Du sollst darin nach- und geistvollen Epoche, vorkommenden Falles keinen andern zu ihrem Vertrauensmanne wählen, als meine Wenigkeit, den Nationalisfimus, den Dulder für die polnische Sache, der da getragen hat zur großen Ehre der polnischen Nation, den herrlichen Vierzack (Konfedratka), die unvergleichlich schöne Czemara mit einem Viertelellen breiten Gürtel u. dergl. andere kleidsame Dinge. Ich erhasche im stürmenden Siegesläufe die Popularität der Zadikim, der Chasfidim und schließlich auch der polnischradebrechenden Frauen Gunst, und verjage Arm in Arm mit dem Ober-Dorschesten, Herrn Goldmann, alle jüdischen Urschwaben aus dem Reichsrathe, Nathan Ritter von Kallier und Herrn Dr. Landau, welche durch ihre Weigerung, für den Zadik aus Tolna einzustehen, die Popularität eingebüßt haben. Die Sache der Nationalen muß fiegen, weil wir Hand in Hand mit unfern Rebbes operiren. So schloß der culturträgerische Dr. Ph. Z. Solchen Argumenten konnte fich unsere Ercellenz, Statthalter Graf Potocki, nicht verschließen. Der Rebbe von Tolna erhielt die Bewilligung, Brody mit seinen russischen Kosaken besetzen Zu dürfen. I Diese und eine ähnliche Affaire des Herrn Z. und Confinnen, (lernen) Tag und Nacht." Dieser Vorschrift gemäß sorten aus Lemberg zeigt uns die besondere Eigenthümlichkeit wird der Zadik wohlbeherzigend einen Pastoralen Brief er-. Galiziens, zeigt uns die Charakterstärke in einem Reflexe, der laßen, wonach Jeder fich streng an die mosaische Vorschrift ohne bengalische Beleuchtung stark genug ist, jene dunklen halten soll. Ein allgemeines Lernen folgt dem strengen Appell und Wunden Stellen unsres galizischen Judenthums zu beaus dem Munde des Heiligen aus Tolna. Brody wird nunleuchten. Die herzrührende Verbindung des Muster-Judenmehr in ein großes Schulhaus verwandelt, in dem nur das thums, resp. Urpolenthums, mit den äußersten fanatischen Dach fehlt. Hierbei geschieht noch das Wunderbare, daß alle Schichten, mit Klausnern reactionärster Sorte, sahen wir schon die Thränen, welche der berusseifrige und berufstüchtige Tirector im verwichenen Jahre aus eben der Mitte jener Leute, die sich Herzel über die Unzulänglichkeit der Schullocalitäten weint, Dorsche Scholem nennen, eingehen — um zu Macht und welche gegenwärtig die 1121 Kinder schwer und im nächsten Ehrenstellen zu gelangen — hier aber ohne Erfolg. Männer Jahre eine gesteigerte Anzahl gewiß nicht mehr faßen können, wie mit einem Schwamme weggelöscht sein werden. d) Die Erhaltungskosten der jüdischen Schulen, welche im ausgegebenen Schulprogramm für 1878 als enorm gesteigert angegeben worden, erfahren eine sehr ausgiebige Reduction, und Herr Director Di-. Herzel hat nicht nöthig, den hohen Behörden mit Bitten um Totirung zur Last zu fallen. welche solcher unlauterer Mittel im Jntereße ihres Ehrgeizes sich bedienen, sind gleich ihren christlichen Collegen — den Jesuiten. Mögen sie immerhin ein neues Krankheitsproduct in dem noch nicht gesundeten galizischen Judenthum ablagern wollen, mögen sie sogar als Avantgarde der Steppiner Züdaczower, Strzliska — — — — — — — — — — — c) Auch das vermaledeite „deutsche" Gymnasium in Brody,i manchen Erfolg in Popularitätshascherei aufweisen. Die ehrdas ohnehin nicht allein mir, sondern jedem „billig und reci^t | Itd^ert Männer im galizischen Israel werden dieser Species denkenden Polen und dem noch grader und redlicher denkenden j von Leuten nicht folgen, werden sich ferner nicht entmuthigen Chassid" ein wahrer Dorn im Auge ist, das wird hinfällig lassen, zu heilen und zu beßern, wo immer und wann immer und stürzt hin wie jene Blume, jenes Kraut, das da am Mordies zu thun möglich sein wird; sogar mit Aufopferung ihres gen blüht und am Abend welkt. Wird man doch in ganz eigensten Wohles und Jntereßes, und der Gott, der den edlen Brody, der Stadt mit jüdischer Zweidrittelmajorität, nichts thun, als lernen; wozu dann noch besondere Anstalten für die Deutschen in Galizien, welche wir bald los sein möchten? d) In letzter Consequenz, und diese ist wohl nicht die kleinste, muß eine neue Generation entstehen, welche der Geistesrichtung des Tolnaer Wunderthäters am nächsten steht. Jene müßen aus Dankbarkeit für mich, den Großaugur dieser licht- Kern der Juden mit Feuer und Schwert beschützt und bewahrt, wird auch in dieser Uebergangsepoche hinüberführen in das Reich des Lichtes. „Es schläft nicht und schlummert nicht der Hüter Israels."