Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1878)
- Date
- 1878-08-20
- Page
- Seite 536 (sequence 9)
- Language
- German
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536 Frankenburger, hat eine Wiederwahl abgelehnt, Dr. Mendeljin Nhirbator und Karl Swab in Török-Kanizsa mit großer hat eine Stichwahl zu bestehen, und Br. Max Hirsch wurde Majorität. Dem neuen Reichstage gehören somit wieder 4 nicht wieder - aufgestellt. — j Juden an, von denen sich zwei zur liberalen Partei und zwei Berlin, 4. Aug. Die „Tribüne" schreibt: Die Christzur vereinigten Opposition bekennen. lich-Socialen waren gestern Abend in Antons Salon! Lemberg, 4. Aug. (Privatmitth.) Daß der Beschluß (Elsasierstraße) versammelt. Herr Hofprediger Stöcker er- - des galizischen Gemeindetages, ein Rabbiner-Seminar zu gründen, klärte zunächst, ohne Widerspruch zu finden, selbst präsidiren. die Gegner zur möglichsten Hintertreibung aufstacheln werde. zu wollen, und besprach sodann den Ausfall der Reichstagswahlen. Er sei darüber tief erschrocken; der Dienstag Abend sei der erschütterndste Augenblick seines Lebens gewesen. Leider habe ihr Parteiorgan: „Die deutsche Volkswacht", nach vierwöchentlichem Bestehen eingehen müfien aus Mangel an Abonnenten 3) und Fonds, und weil sich ihr keine geschickten Federn zur Verfügung gestellt hätten.-) Vielleicht werde man aber ein Wochenblatt gründen können.'') Die Verhandlungen im Verein müßten von jetzt ab klarer werden, die Mitglieder müßten erst selbst zum Bewußtsein kommen, was sie eigentlich setzte wohl Jedermann voraus. Gerade an Taanis des Thamus, am 17. Juli, hielten sie unter dem Vorsitz des Rabbiner Ornstein eine viele Stunden lange Berathung hinter verschlofienen Thüren, welche von einer chassidischen Leibgarde umringt und bewacht wurde. Es ging daraus Schimon der Szofer als Generalbevollmächtigter hervor. Pamphlete und Pasquille in hebräischer Sprache, die sich hier zu maßlosen Unflätigkeiten mißbrauchen lasten muß, sind das erste Werk dieser kleinen Versammlung. Man glaubt seine Hauptstütze in dem Hofwechsler I. Deutsch in Wien zu finden, und beabwollten. Daher werde er nach einander den Rormalarbeits- > sichtigt deshalb, besten 70. Geburtstag in monströser Weise tag, das Dasein Gottes und Christi Gotteskindschast bezu feiern. Dagegen bereitet sich eine Kundgebung für den sprechen, nebenbei auch wistenschaftliche Fragen erörtern. Der Herr Hofprediger beantwortete dann noch einige Fragen, unter Anderm, daß die Christlich-Socialen bei der Stichwahl zwischen Fritzsche und Zelle sich der Stimmabgabe enthalten sollten,^) und theilte dann ferner mit, daß im Bureau des Herrn Grüneberg merkwürdigerweise Tags nach der Wahl der ganze Kastenbestand von 30 Mark fehlte, welche jedenfalls ein „schlechter Spitzbube" gestohlen haben müste, und schloß mit der Aufforderung an die „lieben" Parteigenosten, ihn mit den vielen Bettelbriefen zu verschonen, "') und an die Redner, doch ja in ihren Worten recht vorsichtig zu sein und besonders nicht zu schimpfen, da es zu viele Aufpasser gebe und der Reichstag bald zusammenträte, in dem man auch von ihnen sprechen werde. ^) Am Besten sei es, eine Discuffion ganz zu unterlaßen. — Herr Pfarrer Diestelkamp fehlte diesmal, Herr Grüneberg schwieg den ganzen Abend hartnäckig; so kam es denn auch zu keiner Debatte, und in gedrückter Stimmung trennten sich die Anwesenden. O esterreich-Ungarn. Pest, 6. Aug. (Privatmitth.) Bei den gestern stattgefundenen Reichslagswahlen wurden die bisherigen isr. Abgeordneten wieder gewählt, und zwar Moritz Wahrmann und Franz Chorin in Arad einstimmig, Paul Mandel 11 Ein offnes Geständniß'. Redaction. 2) Noch offener! Redaction. 3) Die Schimpfereien auf die Juden helfen auch nichts! Redaction. 41 Auch dies ist bezeichnend! Redaetion. l>) Daher die Parteigenossen! Redaction. 0) Bitte, ist gar nicht nöthig - wer wird sich wohl die Mühe geben! Redaction. verdienstvollen Verein Schomer-Jsrael vor. Zu wünschen wäre nur, daß der Beschluß des Gemeindetages auch bald von Wort zur That werde, daß etwas mehr Energie in die Sache komme. Je schneller das Institut begründet wird, desto weniger werden die Gegner ihm anhaben können. Die Ehre der galizischen Judenschast ist dabei betheiligt, abgesehen davon, daß es das einzige Heilmittel ist, um den unseligen Zuständen in der galizischen Judenschast ein kräftiges Gegenmittel zu schaffen. Läßt man die Sache gehen, wie sie will, so wird dies um so entmuthigender wirken, und es wäre bester gewesen, nichts anzufangen. Wien, 6. Aug. (Privatmitth.1 In der Oeffentlichkeit macht gegenwärtig eine Adreste der österreichischen Bischöfe an den Kaiser in Sachen der Volksschule einiges Auffehen. Dieselbe war allerdings schon in den Conferenzen der katholischen Würdenträger am 27. April 1877 beschlosten und an Se. Majestät abgegangen. Sie ist jedoch jetzt erst veröffentlicht worden, und kann man deshalb ihr auch eine augenblickliche tiefere Wirkung nicht Nachweisen, so giebt sie doch Zeugniß von dem, was dauernd die katholische Geistlichkeit fordert und anstrebt. Es handelt sich hierbei nicht blos um den Religionsunterricht, der der Geistlichkeit überwiesen ist, selbst nicht um die religiösen Uebungen der katholischen Kinder, wie tägliches Anhören der Meste, Begleitung der Processionen, sondern daß, wie es in der Adreste heißt: „die Unterweisung in den profanen Gegenständen eine solche Richtung empfange, daß durch dieselbe die Religion der katholischen Schüler, das Bekenntniß und die Uebung derselben nicht beeinträchtigt, vielmehr gefördert werde." Dies heißt doch klar und unzweideutig die Volksschule, selbst wo sie von Protestanten und Israeliten besucht wird, wieder zu einer streng confessionell katholischen zu machen. Daß die