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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-08-06 · Heft 32 (6.8.1878) · p. Seite 507

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 32 (6.8.1878)
Date
1878-08-06
Page
Seite 507 (sequence 11)
Language
German
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507 dachten Punkten Reformer und Orthodoxe unter den Juden übereinstimmen. Bei der erhobenen Beschuldigung hätte man wenigstens verlangen können, daß der Artikel Ihre Begründung bestreiten, wenn nicht widerlegen mußte. Das thut er aber nicht. Er stellt einfach blos die Ziffern der Bibelstellen zusammen, an welchen das Wort Satan verkommt. Diese haben Sie aber nicht blos angeführt, sondern gründlich erörtert und die wirkliche Bedeutung nachgewiesen. Es ist demnach nur ein „frommer Betrug" dieser Leute, wenn ffe dies übergehen und doch ihre Anklage mit vielem Geräusch loslassen. Jndeß ist der Kreis, den ste täuschen können, nur klein, und ich habe mit Obigem nicht die Abstcht, ihnen auf ihrem thörichtem Wege zu folgen, sondern wollte ffe nur nicht ohne Antwort laffen, weil diese Herren ffch nicht scheuen, ein Stillschweigen für ein Zugeständniß zu erklären Großbritannien. Manchester, im Juli. (Privatmitth.) Gestatten Sie mir, einen kurzen Bericht über einen curiosen Fall von hier zu geben. Vor Kurzem erschien vor dem städtischen Polizeigericht von Manchester Rev. Merks Morris, ein Beamter der hiesigen großen Synagoge, angeklagt der Grausamkeit gegen ein Stück Rindvieh. Die Anklage ging von dem Thierschutzverein von Manchester und Salford aus, und richtete sich nicht sowohl gegen das Schachten nach jüdischem Ritus, als gegen die Behandlung des Viehes vor dem Schachten, um Kehle und Luftröhre in die Höhe zu bringen und dem Schlachtmeffer darzubieten. Es war eine lange Verhandlung mit vielfachem Zeugenverhör, und schließlich wurde der Angeklagte freigesprochen. Ich hebe hier die Auslastung des Dr. Arthur Gamgen, Professors der Physiologie am Owen's-Collegium hervor. Er sagt, er habe der jüdischen Methode des Thierschlachtens beigewohnt. Die von dem Jnspector gegebene Beschreibung stimme in der Hauptsache, mit einigen kleinen Abweichungen, mit seinen eigenen Beobachtungen überein. Annehmend, daß das Thier durch den Blutverlust zu Tode gebracht wird, hält er die von den Juden angewandte Methode nicht für unmenschlich, sondern für menschlich. Natürlich etwas Schmerz ist dabei, aber er glaubt, daß der Grad des Schmerzes, welcher dem Thiere verursacht wird, auf ein Minimum reducitt ist. Er hält es für nöthig, um den Proceß des Halsabschneidens gleichmäßig erfolgreich zu machen — diese Gleichmäßigkeit des Erfolges war vielleicht das Beste in der jüdischen Methode — das Thier sehr fest zu binden und es auf die Erde zu werfen, ehe die Operation vorgenommen wird. Das Hinwerfen war durchaus keine ungewöhnliche Sache; die Pferde und Hausthiere würden in jener Weise vor dem Schlachten fest gebunden. Wenn das bloße Binden von Fuß und Beinen, ohne das Hinwerfen, hinreichte, die Operation sicher und gleichmäßig auszuführen, so zieht er diese von einigen erfahrenen Wundärzten empfohlene Methode der jüdischen vor; aber er könne es sich nicht decken, daß diese Att und Weise überhaupt ausführbar sei. Wenn das Thier in einer stehenden Stellung fest gebunden werden sollte, würde es ebenso viel Unannehmlichkeiten unterworfen sein wie beim Hinwerfen - und in den Zuckungen während des Verblutens würde es sich ganz sicher selbst verletzen. Die Zuckungen in jenem Zustande seien nicht nachweislich schmerzhaft. — Diese Autorität spricht sich also gerade für die nach jüdischem Brauch gewöhnliche Behandlungsweise des Thieres v or dem Schächten, die sich aus der Erfahrung so vieler Jahrhundette herausgebildet hat, aus. London, 24. Juli. (Privatmitth.) Es wird vielen Ihrer Leser Freude machen, wenn ich Ihnen aus eigener Anschauung mittheile, daß Sie Moses Montefiore trotz seiner 05 Jahre sich recht wohl und noch ganz rüstig befindet und lebhaft in Wott und Bewegung ist. Er spricht sich äußerst erfteut aus über die Erfolge im Congreß betreffs der Gleichstellung aller Religionsgenoffenichaften. Wie Sie bereits mitgetheilt, hielt ihn nichts zurück, Earl Beaconsfield bei seiner Ankunft auf dem Perron mit zu begrüßen. Es war rührend zu sehen, wie sich die beiden Männer begrüßten. Sie standen sich gegenüber, drückten sich die Hände, konnten aber Beide vor Bewegung nicht sprechen. — Bei der bevorstehenden Parlamentsaustösung will auch Baron de Worms, der begabte und thätige Präsident der Anglo-lcwisll Association als Candidat auftreten, und hat, wie mir versichett wird, viele Aussichten. Ob derselbe zur Conserenz der Alliance nach Paris geht, ist ftaglich; jedenr falls wird sie von der Association beschickt. —. Der siebente Jahresbericht der Anglo-Jewish Association für das Vereinsjahr 18T7/7S ist in einem stattlichen Hefte erschienen. Es geht aus demselben das stetige Wachsthum des Vereins hinsichtlich seiner Mitgliederzahl, sowie der neubegründeten Zweigvereine und Agenturen hervor. Tie letzteren bestehen bereits in verschiedenen Otten in Australien, Neuseeland, im Capland und in Indien. Ebenso zeigt der Bericht ein erfteuliches Bild von der Thätigkeit des Vereins sowohl für die Befferstellung der Juden in den entfernten Ländern, für die Unterstützung der leidenden orientalischen Juden, sowie für die Errichtung und Erhaltung von Schulen. Die Thatsachen, wie sie sich während des letzten Krieges und nach demselben in so trauriger Weise abspielten, sind zu bekannt, um hier noch einmal darauf einzugehen. Die Berichte des Vereins haben dadurch einen besonderen und bleibenden Wetth, daß sie Mittheilungen über unsere Glaubensgenoffen in entlegenen Landschaften zu bringen sich bemühen, woraus die A. Z. d. I. schon vieles Jntereffante gezogen hat. Der diesjährige Report giebt u. A. eine kurze Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gibraltar (p. 111). Die Juden konnten in Gibraltar sich wieder Niederlagen, erst nachdem die bis da- 32*

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