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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-07-09 · Heft 28 (9.7.1878) · p. Seite 443

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 28 (9.7.1878)
Date
1878-07-09
Page
Seite 443 (sequence 11)
Language
German
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443 tikels seitens Dr. Herrmann Adlers enthält. Dieselbe bewegt > sich jedoch nur in dem schon einmal durchlaufenen Preise und j ist der weiteren Beachtung nicht Werth. Senn Jemand sich einmal daraus verrannt hat, tveiß als schwarz zu bezeichnen, so muß man ihn ruhig dabei belasten. Daß übrigens der Patriotismus, wie ihn Pros. Goldwin Smith versteht, just nicht von der Mehrheit seiner Landlcute ausgcsaßt wird, wurde ihm thatsächlich erwiesen, da er jüngst als Bewerber um eine Parlamentsstellc durchfiel, und zwar so celatant, daß er sich kaum wieder einer Wählerschaft mit Ehren wird vorstellen können. Bon Aachen erhalten wir unter dem 13. Juni folgendes Referat: Don Heinrich D eutsch's in diesen Blättern bereits eingehend gewürdigter „mosaischer Religionslehre" in ungarischer Sprache (mo/.csi vallustan) liegt uns der 2. Band vor. Wir müsten uns diesmal blos auf eine kurze Inhaltsangabe des trefflichen Lehrbuches nebst wenigen Bemerkungen beschränken. Dastelbe setzt im Anschluß an der: vorangehend dargestellten „Gottesdienst aus Furcht" (rrx“''- —rr.zv) den „Gottesdienst aus Liebe" (rinnst auseinander. Der logischen und systematischen Entwickelung und Gruppirung der Gedanken, der Präcision und Schärfe des Ausdrucks, der aus genauer Kenntniß der talmudischen und der rcligions-philosophischen Literatur hervorgegangenen echtjüdischen Auffassung, die tvir diesem Buche bereits nachgerühmt, begegnen wir auch hier. Dabei können wir mit Vergnügen konstatircn, daß der Verfasser den von uns gerügten, weil für ein Schulbuch nicht passenden, gelehrten Apparat bedeutend eingeschränkt hat. Daß der Verfasser die biblischen Speiscgesctze in den Bereich seiner Darstellung zieht und sie vom höheren ethischen Gesichtspunkte beleuchtet, ist gewiß anerkcnnenswerth, die Eitate hätte er jedoch nicht in solcher Breite wiedergebcn sollen. Andererseits wäre, um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugcn, bei der Berührung des schwierigclt und heiklen Punktes der Collision der Pflichten eine größere Aussührlichheit am Platze gewesen. Der Verfasser gebraucht einen zu unbestimmten Ausdruck, wenn er, gestützt auf die Stelle in Baba Mezia 62 — irrtümlicher Weise ist 82 angegeben —: „Dein Leben geht vor dem Leben deines Nächsten", sagt, daß wir unserem Nächsten gegenüber i nur dazu verpflichtet find', was „unseren Kräften angemesten! ist". Die citirte Stelle besagt ohnehin blos, daß wir unser! Leben nicht opfern müssen für einen Anderen d'k). Die j Frage aber, wie wir es mir der Dpferfreudigkcit in Beziehung! auf unsere Gesundheit, Hab und Gut zu halten haben, läßt i sie offen. Trotz der erwähnten Punkte, in welchen wir der! Meinung des gelehrten Verfassers nicht beipflichten zu können glauben, ist der Gesammteindruck des Buches der einer mit! vielem Fleiße und großer Vorsicht und Genauigkeit ausgeführten Arbeit, die gewiß von unserer ungarischen Glaubensgenostcnschast mit Dank wird ausgenommen und benutzt werden.! II. 4. Ie u i l l e t o n. Sr. Majestät dem Kaiser und König Wilhelm'. Die zur Lehrerconferenz versammelten Landrabbiner und jüdischen Lehrer zu Hannover erlauben sich, tiefgefühltesten Glückwunsch zu senden mit dem alten Segenswunsch ihres Glaubens: Preis dem Allmächtigen, der irdischen Herrschern den Abglanz seiner Majestät verliehen und gnädig Leben spendet und bewahret. Möge fortschreitende Genesung Eure Majestät und das Vaterland beglücken'. Landrabbincr DDr. Meyer, Guttinann; Lehrer Schlesinger, Fauerbach, Stern. In die Tagesordnung cintretend, erledigte sich Lehrer Nach der Eröffnung der Versammlung nahm man zu-Fauerbach-Hildesheim des ihm in vorjähriger Versammlung nächst Gelegenheit, die tiefempfundenen Gefühle des Schmerzes gewordenen Auftrages zur Ausarbeitung eines Buches für den über die schmachvollen Attentate gegen das theuere Haupt. Elementarunterricht in der hebräischen Sprache, indem er der unseres erhabenen Monarchen und zugleich die Freude, das; Versammlung ein solches vorlegte, dessen Inhalt theilweise die Vorsehung das Leben unseres erlauchten Kaisers beschützt, vortrug und sich über die Gesichtspunkte, nach welchen es bcdurch ein dreifaches begeistertes Hoch auf Se. Majestät zum arbeitet fei, in klarer Weise aussprach. Seine Ausführung Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig wurde nachstehendes Tele-| gipfelte in folgenden Hauptsätzen: gramm abgesandt. . 1) Der Geist des Kindes muß beim hebräischen ^eseunter- Lorresponden;. I Generalversammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. j Hildesheim, den 2.3. Juni 1878.! Am 10. Juni wurde in Hannover die diesjährige General- Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover unter reger Theilnahmc abgehalten. Außer den Ehrenmitgliedern, Herren Landrabbincr Dr. Meyer, Iw. Guttmann und Professor Frensdorf, waren 26 Lehrer aus Nah und Fern erschienen.

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