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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-07-09 · Heft 28 (9.7.1878) · p. Seite 442

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 28 (9.7.1878)
Date
1878-07-09
Page
Seite 442 (sequence 10)
Language
German
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442 Bonn, 30. Juni. sNekrologe.s Man schreibt uns i Rabbiner Fraub. Mit ihm schied wieder ein Kämpfer für aus Hamburg: In der ersten Nacht des jüngsten Schabuoth-! Licht und Wahrheit und die Wissenschaft verliert an ihm einen Festes verstarb Hierselbst im stebenundsiebenzigften Lebensjahre > eifrigen Pfleger. Er hatte einen edlen und freien Geist und der in weiten Kreisen bekannte und geschätzte Registrator der deutsch-israelitischen Gemeinde, Herr Z. H. Map. Derselbe hat ein halbes Jahrhundert seinem Amte vorgestanden und sich in demselben Liebe und Anerkennung bei Vorgesetzten und Untergebenen in gleichem Maße wie bei den Vielen erworben, welche mit ihm in nähere Beziehung zu treten Gezeichnete sich besonders durch seine wahrhafte Friedensliebe aus. Durch sein feines und leutseliges Benehmen hat er sich nicht nur die Gunst und Achtung der israelitischen, sondern auch der christlichen Mitbürger erworben. Dafür gab den Beweis das feierliche Leichenbegängniß, welchem außer den jüdischen auch fast sämmtliche christlichen Einwohner Burgkundstadts, legenheit hatten. Waren doch für ihn die unzähligen Perder verehrl. Stadtmagistrat, der Vorstand des k. Bezirksamts sonen, welche er in ihren bedeutungsvollsten Lebensabschnitten ^ichtenfels, mehrere katholische und protestantische Geistliche der zu verzeichnen hatte, nicht bloße Registernummern, sondern lebensvolle Gestalten, für welche er Interesse hatte und denen er stets mit Rath und That zur Seite zu treten bereit war! So hat er einen Freundeskreis sich geschaffen, wie er Wenigen im Leben vergönnt ist. Die große Theilnahme bei seiner Beerdigung gab Zeugniß davon und bewies die Berechtigung der warmen Anerkennung, welche schon ein Mitglied des Liguidationsvorstandes, Namens desielben, Herr Di-, .jur. Ph. Hirsch, und Einer seiner vielen Hausfreunde, Herr S. Hinrichfen, Di- Umgegend beiwohnten. Es hielten Rabb. Werner aus Burgebrach und "Neubürger aus Fürth ergreifende Trauerreden. Das Andenken des Verklärten wird uns zum Segen gereichen! Bonn, 30. Juni. (Li terarische Notizen) Predigt zum Offenbarungsfeste, Dank- und Bittgebet für Se. Majestät den Kaiser, gehalten am 7. Juni 1878 von Oberrabb. I)r. HöroWitz im Erefeld. (Crefeld, Kramer 1878.) Nichts liegt näher als am Schabuothfeste über die Zehngebote zu predigen, aber nichts ist auch schwieriger, wenn man nicht in reeror der Norddeutschen Bank, am Grabe nachriefen. Hirsch! dem gewöhnlichen Gedankenkreis sich ergehen will. Der Redner Map, wie er schlechthin in der Gemeinde genannt wurde, folgte > behandelt sie hier mit der besonderen Tendenz, daß „ohne früh seinem Vater im Amte, zu einer Zeit, wo die deutsch-! Offenbarung die Verwilderung des Volkes" eintrete. Hieran israelitische Gemeinde ein ganz anderes Bild zeigte als heute. | schließt sich ein warmes Bittgebet für die Genesung und Er- Wenn man die Veränderungen, welche seit jener Zeit unter! Haltung des Kaisers. — Beiträge zur Cultusfrage. Zwei der Theilnahme und Beihülfe des Verstorbenen sich an j pädagogische Aufsätze von B. Jacobsohn, Cantor und und in derselben vollzogen, sich vorführt, wird man ahnen, wie . Lehrer. Leipzig Schuwardt & Comp. 1878. Unter dem schwierige Aufgaben schon gestellt waren und wie er sie gelöst., obigen bedeutsamen Titel giebt der Verfasier zwei früher schon Jni Anfang seiner Wirksamkeit: wesentlich kleine Verhältnisse, veröffentlichte Aufsätze über „die Liturgie als Unterrichtsgegenüberall Ausnahmsgesetze für die Juden, eine durch einen sich stand in der Religionsschule" und über „die Bedeutung des selbst ergänzenden unverantwortlichen Vorstand regierte, in liturgischen Chorgesanges und seine Pflege in der Religionsschule." erster Linie eultuellen Zwecken dienende Gemeinde mit Zwangs- Es ist sonderbar, daß der Verfasser glaubt, die Liturgie sei angehörigkeit — jetzt: vollständige Gleichstellung der Juden, als ein neuer Gegenstand erst in den Lectionsplan seiner die Gemeinde bedeutend gewachsen, eine freie Vereinigung, Schule eingestellt worden und früher würde man über einen organisirt nach modernen constitutionellen Grundsätzen, alle culsolchen Lehrgegenstand gelacht haben. Wir können ihm Vertuellen Angelegenheiten den von ihr unabhängigen Cultussichern, daß die Liturgie bereits vor 60 Jahren nicht nur verbänden überlassend. Wer die Gegensätze, welche hier sich ein Lehrgegenstand in der Franzschule zu Desiau, sondern auch zwischen 1888 und 1878 zeigen, einander gegenüberhält und ein Prüfungsgegenstand auf dem öffentlichen Examen gewesen, den Mann, der im Alten wurzelnd, wenn auch mitunter aus Er könnte auch in unserm 1844 bei Baumgärtner erschienenen wohlbedachten Gründen widerstrebend, dennoch das "Neue mit „kleinen Katechismus der Geschichte Jsrael's re. einen Abriß offenem Blick für das Bedürfniß der Zeit und mit sicherer der Liturgik ( S. 33) finden, und nach diesem Abriß wurde unter Hand aus dem Ueberkommenen entwickeln und fördern helfend, meiner Leitung gelehrt. Was der Vers, über die Pflege des liturununterbrochen an seinem Platze sieht, immer schaffend, immer gischen Chorgesangs in der Religionsschule sagt, ist sehr zutreffend geachtet, immer pflichttreu — der wird es begreifen, daß Die- und behcrzigenswerth, und mit der Zeit der bequemste Weg, jenigen, welche sich an seiner letzten Ruhestätte sammelten, es einen ordnungsmäßigen Gemeindegesang zu erhalten. Für mittfühlten , wie mit dem theuren Tahingeschiedenen eine lebenslere und kleine Gemeinden kann es nichts angemeffeneres geben, volle Verkörperung der bedeutendsten Epoche in der Geschichte um endlich zu einer richtigen Gestaltung des Gottesdienstes zu der deutsch-israelitischen Gemeinde Hamburgs in die Gruft sank.— gelangen. — Der Vollständigkeit wegen bemerken wir hier, —. Man schreibt uns aus Red Witz (Baiern) unter dem daß das Maiheft des!Nineteenth Century von Goldwin 3f>. Juni: Am 16. d. starb in Burgkunstadt der ehrwürdige Smith eine Erwiderung auf die Kritik seines früheren Ar-

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