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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-07-09 · Heft 28 (9.7.1878) · p. Seite 440

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 28 (9.7.1878)
Date
1878-07-09
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
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440 im Mittelalter eine derartige' Frage durch massenhafte Hini einigen Tagen verlangten, befahl ihnen der russische Befehlsrichtungen gelöst habe. (Rufe: Das hat er nicht gesagt!) . . . Wenn es nicht wahr, dann hört die Frage auf, wenn es aber wahr wäre, dann glaube ich, wäre es die Pflicht des Präsidiums, ihn zur Ordnung zu rufen, (Großer Lärm) Ta ich zu meiner großen Freude erfahre, daß es nicht wahr, so mache ich hiermit keine Erklärung, sondern stelle die Frage. Haber des Ortes, binnen einer halben Stunde die verlangte Summe herbeizuschaffen, und da die Juden auf die Unmöglichkeit, dieser Forderung gerecht zu werden, hinwiesen, führte inan sie unter Gendarmerie-Bedeckung zu ihren Geschäftslocaleu, zwang sie, dieselben zu öffnen, und nahm Jedem von ihnen gewaltsam ihre Waaren weg, die der russische Commandant Minister August Tröfort: Ich bedauere sehr, daß in i auf dem Marktplatze unter Trommelschlag licitando zu verdiesem Hause solche Doktrinen erörtert wurden, welche mit den! kaufen anordnete. Ein anwesender jüdischer Kaufmann aus humanen Prinzipien des Zeitalters, dem edlen Geiste dieses! Turn-Serverin verhinderte diese Licitation durch Erlag der Hauses und zum größten Theil auch mit den Thatsachen in I verlangten Steuer für die schwer betroffenen Kaufleute. Diese Widerspruch sieben (Zustimmung) und welche nebstbei auch zu! ewigen Ouälerien veranlaßten die Juden von Lom-Palanka, sich mit einer Bittschrift an die „^.Ilinnce Isruelite^ in Paris zu wenden, in welcher sie um Hilfe rufen und ihrem Wunsche Ausdruck geben, unter österreichische Herrschaft zu gelanfalschen und schädlichen Interpretationen Anlaß geben könnten. Uebrigens sehe ich das Ganze für ein literarisches Essay an, welches hätte unterbleiben können, sowie auch die Verhandlung des Antrags unterbleiben wird. Ich hoffe auch und zweifle gen, um ein menschenwürdigeres Dasein führen zu können, nicht daran, daß diese ganze Rede, als ein literarisches Essay,! spurlos und ohne Nachklang im Hause für ewige Zeit ver-! Rumänien hallen wird. (Beifall.) Viktor J stoczy erklärt, daß er den Zweck hatte, die | Suc,;ava, 18. Juni. Der „N. ft. Pr" schreibt man: Frage zu beleuchten und die Nation auf die Gefahren auf-' „Die Klagen der Juden in dem benachbarten Rumänien über merksam zu machen.! deren Behandlung seitens der Gerichte und der obersten Be- Präsident ermahnt den Redner, daß er seine Ansichten Hörden Rumäniens haben einen allgemeinen Protest aller bereits ausführlich entwickelt habe. Viktor Jstoczy sagt sortsahrend, er wollte auch eine civilisirten Staaten Europas hervorgerufen. Man sollte glauben, daß die rumänische Regierung, die doch ausschließlich plausible Lösung Vorschlägen. Dieser Zweck sei erreicht. Nach j aus die Gnade Europas angewiesen ist und gerade jetzt Alles der Erklärung des Ministers sei die Berathung des Antrages! in Bewegung setzt, um nicht ein Opfer der russischen Gewalt nicht zu hoffen. (Eine Stimme: Der Herr Abgeordnete sollte! zu werden, den europäischen Protest nicht unbeachtet laßen geheime Abstimmung verlangen! Heiterkeit), daher ziehe er dürfe. Allein die fürstlichen Gerichte und Behörden fahren denselben zurück. j trotz alledem fort, Unrecht aus Unrecht zu häufen und ihre Man wird gestehen, daß dieser Tag keiner der ehren-! jüdischen Unterthanen bei jeder Gelegenheit geradezu zu untervollsten in der Geschichte des ungarischen Parlaments war, und j drücken. Wo es sich um die Pflichten des Staatsbürgers es wird wohl kein anderes Abgeordnetenhaus geben, wo noch - handelt, wo es gilt, Geld- und Blutsteuer einzufordern, da eine solche Rede gehalten werden dürste! genießt der Jude das gleiche Recht mit den übrigen Landesj Angehörigen; er muß pünktlich bei der Steuerkasie erscheinen und, wehe ihm, sollte er einmal in Verzug gerathen sein; er Bulgarien. Lom-Palanka, -8 Juni. Man schreibt von hier: Ruffen und Bulgaren wetteifern in ihrer Rohheit gegen die jüdische Bevölkerung in Lom-Palanka. Wo ein Jude sich zeigt, wird er geprügelt; jeden Tag wird aus einem anderen Anläße Geld von ihnen verlangt, die Häuser der Juden, soweit sie durch den Krieg nicht vernichtet wurden, werden zerstört, die Grabsteine ihres Friedhofes zum Baue einer bulgarischen Schule von den Gräbern abgehoben. Am 18. d M. citirte man alle Juden zur Polizeibehörde; man forderte von ihnen den Erlag der Steuern für das vorige und das laufende Jahr, trotzdem die ersteren bereits seinerzeit den türkischen Behörden abgeführt und durch den Krieg die meisten Kaufleute des Ortes muß seinen Mann stellen, wenn die Kriegstrommel wirbelt, und in den vordersten Reihen die Jntereßen seines Vaterlandes (!) vertheidigen. Kommt er aber einmal in die Lage, von den Rechten des Staatsbürgers Gebrauch zu machen, dann ist er ein Fremder, ein Daterlandsloser. All dies ist durch so viele Thalsachen erhärtet, daß es gar keines neuen Beweises bedürfte. Jüngsthin hat sich aber wieder ein Fall ereignet, der als illustrirender Beitrag zur Behandlung der Juden in Rumänien hervorgehoben zu werden verdient. Ein in Bakau geborener Jude, der acht Jahre hindurch im rumänischen Heere diente, der es bis zum Ker^ent-rnnjor (manipulirenden Wachtmeister" gebracht, den vorjährigen Feldzug mitgemacht und den Typhus glücklicherweise überstanden zahlungsunfähig geworden waren. Als sie einen Aufschub von hatte, legte ein mit vieler Mühe erspartes kleines Kapital

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