Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1878)
- Date
- 1878-07-02
- Page
- Seite 427 (sequence 11)
- Language
- German
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427 die freie Ausübung ihres Gottesdienstes beschränken und so Institute ungehörige Namen kamen in Frage: Maurice durch alle möglichen Mittel sie dem Elende und Verderben! L oewv, Fan, Fregatten-Capitän Mouchez, Tisserand, Puiseur preiszugebcn suchen Vergeblich reclamirten die Garanticmächte, gestützt auf den Artikel 40 der Convention zu Paris, welcher den rumänischen Juden wenigstens die bürgerlichen Rechte gewährte, gegen diese unheilvolle und barbarische Politik. Man beachtete weder ihre Rathschläge, noch ihre Reclamationen. Und doch besitzt Rumänien, das ohne Mitleid für die Israeliten ist, in ihnen Untcrthanen, welche die Arbeit lieben, die Entwickelung des Handels und der Industrie fördern und befähigt sind, sich zu bilden und ihrem Vaterlande in allen Lebensbcruscn Ehre zu machen. Jur letzten Kriege haben ihre Leistungen in den! 4 Ambulanzen und Hospitälern, ihre Ausführung aus den Schlachtfeldern ihnen öffentliche Anerkennung seitens ihres Souveräns eingebracht: desto unerhörter ist es, daß die Gesetze und noch jüngst ein Erlaß des Gerichtshofes erklären, daß diese Juden, die ihr Blut für die Ehre ihres Vaterlandes vergossen haben, keiner Nationalität angehören, kein Vaterland besitzen. Wenn dies das Verfahren Serbiens und Rumäniens gegen die Israeliten ist, was hat man von den anderen losgelösten türkischen Provinzen zu fürchtend Müssen wir an die traurigen Vorgänge in Eskri-Sagra und Kazanlik erinnern, um aus die Gefahren hinzuweisen, welche die Israeliten in Bulgarien und in einem Theile von Rumclien erwarten d Tausende von ihnen irren noch ohne Schutz und ohne Erwerbsquellen, fern von ihrer Heimath umher. und Pvon Villarccau. Fay hatte indes» im voraus jede Candidatur aus persönlichen Gründen abgelehnt, und die Acadenne gab ihm nur als Zeichen ihrer Verehrung gleich im ersten Wahlgange die meisten Stimmen. Im zweiten Wahlgange drang dann mit überwiegender Majorität "Maurice Loewv durch, dem also, allem Anscheine nach, die Erbschaft Leverricr's zufallen dürfte. Maurice Loewv, ein L)esterreicher von Geburt, Israelit, ist einer der geschätztesten Astronomen der Pariser Sternwarte, Mitglied der Academie des seien'-«:.. Mitglied des Längenbureaus und Redacteur der ('"mmissai».x - Temps und des Anmuiiiv. Bonn, 2.4. Juni. (Notizen.' Aus Baden bei Wien schreibt man: Nach langen vergeblichen Bemühungen der Badener Israeliten, für die Gründung einer Eultusgemeimde den oberbehördlichen Consens zu erwirken, hat sie nun doch Ausharren zum Ziele geführt, und fanden die conftituircnden Ausschußwahlen am 10., die Vorstandswahlen am 14. d. statt. Aus Gelscnkirchen (Westphalen), wo ungefähr 7<> jüdische Familien wohnen, berichtet man uns über einen großen Sturm in einem Glase Wasier. Derselbe galt, den gegenwärtigen, von der Mehrheit der Gemeinde geachteten Lehrer und Eantor aus seiner Stelle zu verdrängen, welcher von der Majorität der Repräsentanten wiedergewählt wurde, was aber l die Gegner nicht abhielt, einen Protest bei der königl. Re- Jm Namen der Israeliten, im Namen der Humanität,! gierung zu Arnsberg zu erheben. Die königl. Negierung hat wenden wir uns ehrerbietig an Europa zu Gunsten unserer! zu Gunsten des Lehrers Speier entschieden. In früherer Zeit unglücklichen Glaubensgenossen in Bulgarien, Ruinelien und! hätte sich die Minorität hierbei beruhigen müssen - aber wozu Rumänien. Von ihm erwarten wir das Ende ihrer LeidenZ giebt es denn ein Austrittsgesetzd Nach dem Eintreffen Sein Schutz ist ihnen in der Gegenwart und in der Zukunft j der Entscheidung der königl. Regierung versammelten sich daher unentbehrlich. Möge Europa seine mächtige Stimme vernehmen die Gegner — zehn an der Zahl -- um die Bildung einer lassen; möge es die Gleichheit der Menschen, unabhängig vom Glauben, verkünden und die Eintragung dieses Prinzips in die Constitution fordern. Möge cs sich endlich zu desicn wachsamen Hüter machen. Eine solche That erwartet die Welt vom Congreffe 1878. Sie entspricht den Traditionen der europäischen Politik, den Wünschen der Aufgeklärten aller "Nationen. Sie wird Europa den Frieden und den vom Kriege grausam heimgesuchten Ländern den Wohlstand geben. Sie wird für alle Nationen glückliche Resultate herbeiführen, ruhmvoll für unsere Zeit sein, und die Separatisten-Gemeinde und zu diesem Zwecke den Austrirt zu beschließen. Es trifft also auch hier ein, was Sic, Herr Redacteur, vom Austrittsgesetz vorausgesagt haben, daß cs die mittleren und kleineren Gemeinden unter das Joch der Minoritäten bringen oder die Gemeinden zerspalten werde. Ein Curiosum dabei will ich nicht unerwähnt lassen, daß nämlich unter den Austretenwollenden sich solche befinden, welche für den Lehrer Speier gestimmt und die Petition für denselben unterschrieben haben, und sogar Einige, welcbc sowohl die Petition für ihn, als auch den Protest gegen ihn zu Erinnerung an diesen Congreß wird im Gedächtniß der zugleicher Zeit unterzeichnet haben! — künftigen Generationen unauslöschlich fortleben. j Bonn, 16. Juni. (Literarische Notizen.) Die Mosaidc. Paris, 20. Juni. Die Acaddmie des Sciences schritt^ Ein biblisches Epos in 14 Gesängen von S. Stekler. Baja. vorigen Montag zur Aufstellung der Liste von zwei Eandidaten^ Eigenthurn des Verfasiers. 1878. Als wir das ^chriflchen zur Hand nahmen, meinten wir, daß doch Muth dazu gehöre. welche sie dem Unterrichtsminister für den durch den Tod Leverrier's erledigten Posten des Directors der Sternwarte zu präsentiren hat. Folgende, sämmrlich dem französischen neben Weffelh, Steinheim und Moritz Rappaport noch eine Mosaidc zu veröffentlichen. Bald aber überzeugten wir uns.