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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-07-02 · Heft 27 (2.7.1878) · p. Seite 426

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 27 (2.7.1878)
Date
1878-07-02
Page
Seite 426 (sequence 10)
Language
German
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42G muß die Narrenspoffen von der Schwelle des gesetzgeberischen' Bewohnern der türkischen Provinzen, deren Geschick von der Hauses fernhalten, sonst wird man bald noch an mehr Mas-1 Conferenz geregelt werden sollte, die von allen Nichtmuselkerade in demselben glauben.! männern geforderte bürgerliche und politische Gleichheit zu Lemberg, 1G. Juni. (Privatmitth.) Der projectirte galizisch-jüdische Cultus-Gemeinde-Tag wird nun in diesen Tagen eine Wirklichkeit und am 1 8.— 20. Juni in Lemberg seine Sitzungen halten. Am 18. soll die Constituirung und Sectionseintheilung erfolgen und Sectionssitzungen stattfinden. Am 1!>. und 20. sollen in Plenarversammlungen vier Anträge berathen werden, nämlich a. Statut des Gemeindetages, K. Antrag wegen des sogenannten ostgalizischen Normalschulfonds, o. wegen eines Musterstatutes, 6. wegen eines Rabbiner-Seminars. Der Entwurf des Statuts und die Anträge sind in Nr. 12 des „Lemberger Israeliten" abgedruckt; indeß wird ein weiteres Eingehen in dieselben an dieser Stelle wohl erst am Platze sein, wenn jene aus den Beschlüssen des Gemeindetages bervorgegangen sind. Bis jetzt sind es 81 Gemeinden und darunter die größten und wichtigsten, welche ihre Zustimmung gegeben und ihre Deputirten gewählt haben. Hervorzuheben ist noch, daß der galizische Landesausschuß die unentgeltliche Einräumung des Landtagssaales und die nach Lemberg führenden Eisenbahnen für die Theilnehmer dcS Gemeindetages bedeutende Ermäßigungen der Bahnfahrpreise bewilligt haben. Wir erwarten zuversichtlich, daß aus den Berathungen der Versammlungen recht Ersprießliches hervorgehen werde. Frankreich. Paris, 18. Juni. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei die heute erschienene Nummer des „Tomps1', in welcher nach einem kurzen Bericht über die Delegirten des ..Alliance isr. tmiv." zum Congreß in Berlin das Memorandum der Alliance wörtlich mitgetheilt ist. Die Uebersetzung lautet folgendermaßen: „Die Herren C. Stetter nnd S. Kahn sind sichern. Heute sind Sie versammelt, um das Werk der Conferenz zu Konstantinopel wieder aufzunehmen. Vertreter der Großmächte Europas, Sie sind berufen, im östlichen Europa ein Regime herzustellen, unter welchem die Bevölkerungen der verschiedenen Racen und Religionen in Frieden mit einander leben sollen. Europa würde einen Frieden nicht anerkennen, der nicht die Verwirklichung der großen Prinzipien des allgemeinen Rechtes: die Gleichheit der Menschen unter einander und die Religionssteiheit zur Grundlage hätte. Das Gesetz der Civilisation gebietet die Nothwendigkeit, in die Constitution der orientalischen Länder die Bestimmung einzutragen, daß der Glaube für Niemanden eine Ursache der socialen oder politischen Erniedrigung sein kann. Noch mehr ist dies durch das Bedürfnis geboten, die Gefahr der fortwährenden Streitigkeiten zwischen den Bevölkerungen der verschiedenen Racen und Religionen zu entfernen. Die Verträge von 1856 und 1858 hatten den Zweck, die Anwendung die'er Prinzipien in Rumänien und Serbien zu garantiren; aber die Unzulänglichkeit der Stipulationen dieser Verträge ließ eine falsche Auslegung zu, durch welche den Israeliten dieser beiden Länder eine Reihe beschränkender Gesetze auferlegt wurde. In Serbien wurden sie aus den Landsitzen und den meisten Städten vertrieben, von allen Aemtern und Anstellungen ausgeschlossen und dem Elende zugeführt. Die Beraubung ihrer kostbarsten Rechte überhob sie keiner Abgabe. Sie müssen, wie alle Serben, die Steuern bezahlen; wie diese sind sie militärpflichtig. Im letzten Kriege hofften sie, durch ihren Patriotismus die feindliche Gesinnung ihres Vaterlands gegen sie zu besiegen. Sie kämpften tapfer und mischten auf den Schlachtfeldern ihr Blut mit dem ihrer Landsleute. Ihr Opfermuth brachte ihnen einige wohlwollende nach Berlin gekommen, um die Jnteresien ihrer Glaubens- Worte des Ministers des Innern bei der großen Skupschtina genossen in den Donau- und Balkanländern zu vertheidigen. 1877 ein, aber ihre Lage änderte sich nicht. Vergeblich forderte Sie wurden vorgestern von Herrn de Saint-Vallier empfangen, die Türkei in der 1877 zwischen Serbien und der Türkei geder sic aufs ermutbigendste aufnabm. Heute besuchten sie die schlosienen Convention die hartnäckig verweigerten Rechte für sie. englische Gesandtschaft und Herrn von Bülow, welcher ihnen Unter einem solchen Regime hat sich ihre Zahl schon längst gesagt hat, daß man für die Juden des Orients nicht die um die Hälfte vermindert. Sie leben in gewissen Städten fort- Duldung, sondern die freie Ausübung ihrer Rechte welcher?, während unter der Drohung, durch Edikte vertrieben zu werden, fordern werde. Das an den Congreß gerichtete Memorandum In Rumänien ist die Lage der sehr zahlreichen Israeliten noch lautet: viel schrecklicher. Seit zwölf Jahren sind sie dort der grau- An den Herrn Präsidenten und die Herren Mitglieder samsten Verfolgung ausgesetzt. Fast jedes Jahr wird Europa des europäischen Congrefses! durch den Bericht von Emeuten, Mordthaten, Plünderungen Vor sechszehn Monaten wandten sich die Abgesandten und Massenaustreibungen, deren Opfer sie sind, erschüttert. Zu der Israeliten aller Länder des Universums an die europäische diesen Gewaltthaten hat sich jetzt die legale Verfolgung gesellt, Conferenz in Konstantinopel, mit der Bitte, der drückenden mit einer Reihe von Gesetzen, welche die Juden von allen Herrschaft, unter welcher die Israeliten in Rumänien und Aemtern, allen freien Lebensberufen, von allen öffentlichen An- Serbien stehen, ein Ende zu machen und den israelitischen 1 stellungen und zahlreichen Handelszweigen ausschließen, ja selbst «

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