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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-06-18 · Heft 25 (18.6.1878) · p. Seite 394

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 25 (18.6.1878)
Date
1878-06-18
Page
Seite 394 (sequence 10)
Language
German
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394 Kaisers, hat Herr Michael Simons in Düsseldorf 15,000 Mark dem israelitischen Asyl für Alte und Kranke zu Köln geschenkt. — In Merzig ist endlich jüngst das Gesuch der jüdischen Gemeinde um die Erlaubniß, den Religionsunterricht ihrer Jugend im städtischen Schulgebäude abhalten zu dürfen, von den Stadtverordneten bejahend entschieden worben. Hierbei ist jedoch charakteristisch, daß die Stimmen der Stadtverordneten in gleicher Zahl für Ja und für Nein abgegeben wurden, so daß nur die Stimme des Vorsitzenden die günstige Entscheidung herbeiführte. — Der vierzigste Jahresbericht der „israelitischen Waisen-Knaben-Anstalt zu Posen" giebt die erfreuliche Kunde von dem steten Wachsthum und der segensreichen Wirksamkeit dieser Anstalt, die ihren Schutz auf ihre Zöglinge auch über deren Lehrzeit und noch weiterhin ausdehnt. Sie hat jetzt 18 Zöglinge, von denen nur 6 der Stadt Posen angehören, 12 der Provinz, von denen 5 Pensionäre sind. 2 Zöglinge wurden in die Lehre (Buchdrucker und Kürschner) gegeben und 3 neue ausgenommen. Die Ausgaben für die Anstalt als solche beliefen sich auf 9431 Mark, so daß also aus den Zögling pro Jahr 522 Mark kommen, eine mittlere Summe, die sich natürlich bei größerer Zahl von Waisenknaben vermindern würde, da die allgemeinen Kosten sich gleichblieben. Dem Fond konnten 0908 M. zugeführt werden. Bonn, 9. Juni. (Literarische Notizen.) rn-ru (V\'rr). „Die Judenverfolgungen in Speyer, Worms und Mainz im Jahre 1090. Aus einer hebräischen Handschrift der Großherzogllchen Hosbibliothek in Darmstadt mitgetheilt von Moses Mannheimer, emeril. Rabbinatsverweser und Religionslehrer. Berlin, Benzian, 1878." Im Jahrgang 1876, S. 307 ff. veröffentlichte Herr Mannheimer eine mit Anmerkungen versehene Uebersetzung dieses Manuscriptes, und ließ dieselbe auch in einem Separatabdrucke erscheinen. Gegenwärtig legt er dem Publikum auch den hebräischen Text vor, wofür man ihm nur Dank wißen muß. Derselbe wünscht die ganze, viele inleresiante Pieren enthaltende Handschrift zu veröffentlichen, wozu aber bis jetzt die Mittel fehlen. — In Lemberg erscheint seit April zwei Mal im Monat eine neue hebr. Zeitschrift r-iEisrr, herausgegeben von Rabb. Eisner. Dieselbe enthält Nachrichten aus jüdischen Kreisen, namentlich in Galizien, Gedichte, Aufsätze, Kritiken und m"®. Bis jetzt liegen uns drei Nummern vor, welche einen recht mannigfaltigen Inhalt haben. — Im Jahre 1872 gab Herr Morse Schwab in Paris den I. Theil, nämlich Berachoth, einer französischen Uebersetzung des Jerusalemitischen Talmud heraus. Wir erhielten diese Tage den 1. 5. und 29. Bogen des II. Theiles dieser Uebersetzung, enthaltend Pöa, Demal, Kilaim und Schebiith. Es geht hieraus hervor, daß der ganze Band beendet ist; die Sendung dieser drei Bogen allein kann jedoch nur den Zweck haben, von dem Erscheinen Notiz zu geben, was wir hiermit thun. — Von der altbewährten hebräischen Grammatik von Wilhelm Gesenius, deren erste Auflage 1813 erschien, und auf das Studium der hebräischen Sprache einen so überaus belebenden Einfluß übte, ist jetzt die 22. Auflage erschienen. (Leipzig, Vogel, 1878). Die letzten Auflagen waren von E. Rödiger bearbeitet, und diese neue, mit einer Schrifttafel von vr. Euting versehene, ist von Prof. E. Kautzsch umgearbeitet. Obgleich die Form und Anordnung beibehalten worden, hat das Werk doch wesentliche Verbefferungen nach den Forderungen des jetzigen Standes der hebräischen grammatikalischen Wiffenschaft erfahren. So wurde der Abschnitt über die Accente völlig umgeftallet, die sprachvergleichenven Bemerkungen sind ausgedehnt, die Aufzählung aller abnormen Bildungen der Berbalformen ist vervollständigt, die Aufstellung und Erläuterung der Nominal- Paradigmen gründlich umgearbeitet, und ganz besonders der Syntax eine völlig neue Gestalt gegeben worden. Selbftveri ständlich hat das Buch dadurch an Umfang gewonnen. Für! Gymnasien und Universitäten hat diese Grammatik an Brauchbarkeit bedeutend zugenommen, um ihr den Rang wieder einzu-! räumen, den sie für diesen Zweck in früherer Zeit einnahm. — : Die „Religionsunv Sittenlehre" von l)r. G. Wolf ist vom Unterrichtsministerium für die Volksunv Bürgerschulen, sowie für die unteren Claffen der Mittelschulen approbirt worden. Ieuil Historische Nöthen. Bon G. Wolf. Eine Denunciaton. Sie halten die Güte, meine Anfrage wegen des Wortes Samuelis Rabbi :c. in Nr. 9 der A. Z. d. I. zu veröffentlichen. Mein verehrter Freund, Herr S. Hammerschlag, ließ mir eine Antwort zukommen, der Sie hoffentlich ebenfalls Raum gönnen werden. Zuvor jedoch will ich angeben, weshalb ich die t e t o n. Frage stellte und bemerken, daß ich wohl selbst Steinschneiders Catalog besitze; ich habe ihn jedoch einem Freunde schon vor längerer Zeit geliehen und hatte ihn daher nicht zur Hand. Und nun zur Sache: Im Jahre 1773 wurde der Jesuitenorden, der in Oesterreich seit Ferdinand l>. zahlreiche Institutionen besaß, die speciell von der Kaiserin Maria Theresia begünstigt und bevorzugt wurden, aufgehoben. Josef hob dann viele Klöster auf. In allen Klöstern fand man zahlreiche Bücher, und es fragte sich, was mit denselben zu geschehen habe. Der Kaiser entschied, daß man die

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