Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1878)
- Date
- 1878-05-07
- Page
- Seite 301 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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301 Vermischtes. Auch eine große Thal! Än unsren Tagen giebt es keine Weisheit und keine Thorheit, die nicht ihre Vertreter fände! Ein Mitglied der reichen jüdischen Familie Sassoon in London, die aus Indien stammt und sich auch durch manches wohlthätige Werk verdient gemacht hat, läßt jetzt eine koloffale Reiterftatue des — Prinzen von Wales gießen, die er zum Andenken an die Reise des letzteren in Indien in der Stadt Bombay aufrichten läßt. Die Statue kostet — 200,000 Mark. Eine Entführung. Man schreibt dem „Mähr. Corr." aus Mährisch - Ostrau, 14. April: Eine Entführung bildet gegenwärtig das Gespräch unserer Stadt und ist auch bereits Gegenstand der gerichtlichen Untersuchung geworden. Der Sachverhalt ist folgender: Am 19. Februar d. I. wurde in der hiesigen Pfarrkirche der Berg- Mann und Musiker Joseph GribowSki aus Wieliczka mit Antonie Urabin, einer getauften Jüdin aus Jaworzno in Galizien, getraut. Gribowski hatte früher in Jaworzno bei den dortigen Kohlenwerkea als Zimmerhauer gearbeitet, war aber, als sich seine damalige Geliebte und derzeitige Frau ihm zuliebe taufen ließ, mit ihr nach Mährisch-Ostrau gekommen, wo er am freiherrlich Rothschilb'schen Schachte „Tiefbau" gleichfalls als Zimmerhauer Verwendung fand; unter Einem wurde er auch als Mitglied der Bergcapelle acceptirt. Die jungen Eheleute lebten glücklich und zufrieden, insbesondere feil ein Kind das eheliche Glück vermehrt hatte. Nur Ein Umstand schien das sonst ungestörte Glück zu trüben, und zwar die nimmer rastenden Bestrebungen der Familie Antonia's,. diese zur Rückkehr zum Glauben | ihrer Väter wieder zu bewegen; insbesondere wurde sie von ihrem Bruder Urabin aus Jaworzno fortwährend bearbeitet, ihre» Mann zu verlassen. Auch ein hiesiger Glashändler halte in Vermittlung gemacht, allein Alles war vergeblich; die junge Frau war und blieb standhaft. Am letzten Donnerstag war der Bruder derselben zu dem Haudelsmanne Stepan in Franzenthal gekommen und ließ dahin seine Schwester bescheiden; er halte erfahren, daß ihr Mann in der Arbeit sei. Was von da an mit der jungen Frau geschehen ist, konnte bisher nicht festgestellt werden, doch haben Augenzeugen vor Gericht die Aussage gemacht, sie Härten an dem genannten Tage die Antonia Gribowski mit ihrem Bruder und drei anderen Männern auf dem Bahnhofe in Prziwos gesehen und bemerk, baß die genannte Frau im Momente, als sich der nach Krakau abgehende gemischte Zug in Bewegung setzte, von ihrem Bruder sammt dem Kinde, das sie auf dem Arme trug, in das Eisenbahn - Coupö hineingezogen wurde, während die anderen drei Männer, von denen zwei bereits, und zwar der in Witkowitz beschäftigte Schlesier Bester, sowie der in Schwirkel bei Radwanitz domicilirende Gastwirth Bester, dem hiesigen Gerichte nominirt sind, die sich Sträubende in das Coups nachschoben. (Dies Alles geschah merkwürdigerweise. ohne daß die Frau um Hülfe geschrien oder sich zur Wehre gesetzt hätte! Wenigstens weiß der Gewährsmann des „Mähr. Corr." davon nichts zu erzählen.) Als der Gatte am Abend aus der Grube nach Haufe kam, fand er weder Frau noch Kind und erfuhr am nächsten Tage erst einige Anhaltspunkte, aus Grund deren er die Hülfe der Behörden in Anspruch nahm. Die Misfionsgesellschaft in New-Aork. Nach einem New- Aorker Blatte hat sich die dortige Missionsgesellschaft zur Bekehrung von Juden aufgelößr; das einzige j noch übriggebliebene Mitglied ist jetzt im Gefängniß unter An- ' schuldiguag von Urkundenfälschung. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen - Expedition von Rudolf ff'f'f/ Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln ajRhFrankfurt ajM. etc. zu adresssiren. Berlin C. Zimmer v.Mk. 1.50 an Hdtel de Save Omnibus am Bahnhof. -itio Burgstr. Nr. 20 neben der Börse. rB. 3196.) Unter günstigen Bedingungen kann bei mir ein Lehrling jüdischer Religion sofort oder per Johanni e. eintretea, einige Schulbildung wäre erwünscht. (4042) Hann. Münden, Max Sommerfeld 30. April 1878. Schlachter. Ein Lehrling aus achtbarer Familie kann sofort oder spater in meinem Manufacturwaaren - Geschäft eintreten. Kost und Logis frei. Meiniugeu. Löser S. Fopper, (3653) Herzoglicher Hoflieferant.