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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-04-16 · Heft 16 (16.4.1878) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 16 (16.4.1878)
Date
1878-04-16
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 Herr des Sabbaths ist." — Das Hauptmoment dieser Bestre- Bonn, 7. April. (Literarische Notizen.) Wir erbung ist, daß die Beschränkungen des Sonntagsgesetzes für die halten den „Jahresbericht der Samsonschule zu Wolfenbüttel Juden aufgehoben werden sollen, da diese eben den siebenten Tag für das Schuljahr 1877/78. Der Director der Anstalt, Dr. heiligen und jetzt gezwungen sind, zwei Tage der Woche zu feiern.! Moritz Rosenstock, giebt einen Aufsatz: „Die Völkerwanderung Wie die Sachen liegen, glauben wir nicht, daß Jones in nächsterj und ihre Folgen für die Juden Europa's insbesondere Deutsch- Zeit mit seiner Bill durchdringen werde. Bonn, 7. April. (Notizen.) Wir erhalten vom Vorstande der Synagogengemeinde zu Coblenz folgende Berichtigung: „Entgegen der in Nr. 12 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichten Mittheilung aus Coblenz,1) wonach die Rabbiner-! Schule selbst befindet sich im besten Aufschwünge, was uns bei lands". Er schildert die politischen und socialen Berhältniffe der Juden im Abendlande vor der Völkerwanderung, dann der Zustand derselben von der Völkerwanderung bis zu den Hohenstauffen und endlich von diesen bis zur Gegenwart. Es versteht sich von selbst, daß ein so umfaffender Gegenstand in engem Rahmen nur aphoristisch behandelt werden konnte. Doch gebricht es nicht an eigener Forschung und selbstständigen Gedanken. Die wähl noch nicht vollzogen und Herr vr. Lewin aus Koschmin noch nicht gewählt sei, bitten wir Sie an gleicher Stelle jene Mittheilung zu widerrufen und zwar mit dem ausdrücklichen Hinzusügen, daß die am 23. Januar c. von dem Repräsentanten- Collegium vollzogene Wahl des Herrn vr. Adolf Lewin in Koschmin zum Rabbiner hiesiger Synagogengemeinde, am 8. März e. die Zustimmung des Vorstandes und am 29. März d. I. die Genehmigung der Königlichen Regierung erhalten hat. — Herr M. Marcus aus Zerbst schreibt uns: Bor drei Wochen kam hier ein jüdischen Mävchen Namens Lindeman, Tochter des Aron Lindeman aus Bromberg, und zeigte ein Attest vom Herrn Rabbiner vr. Gebhard aus Bromberz vor, worin gesagt wird, daß sie umherreise, Spenden für sich zu sammeln, als rsbo norarr, zur Ausstattung, da sie verlobt ist, unv sich bald verheirathen will. Dieselbe brandschatzte die ganze Umgegend, ganz Anhalt, Magdeburg, Potsdam, Burg, Deffau, und wollte von hier nach Leipzig und Dresden. Als dieselbe mir das Attest vorlegte, kam es mir verdächtig vor, und veranlaßte ich den hiesigen Kaufmann Herrn Jacobson, an Herrn Rabbiner Gebhard in Bromberg zu schreiben. In der Antwort bemerkt vr. Gebhard, daß er vor Jahren zu irgend einem Zweck ein Attest dem Vater des Mädchens ausgestellt und dies wird jetzt dadurch mißbraucht, nicht wie Herr Rabbiner vermuthet, daß mir dem Datum eine Veränderung vorgenommen, sondern wie ich genau untersucht habe, ist ein anderes sehr schlecht und falsch geschriebenes Attest verfaßt worden, nur das Siegel mit hebräischen Buchstaben ist von dem alten Attest losgemacht und hier ausgeklebt. vr. G. bittet, der Betrügerin das Attest abzunehmen und es zu vernichten. Wir halten deshalb eine Warnung in der „Allg. Ztg. d. I." am Platze. 1) Diese Mittheilung rührte vom damaligen Vorstände her. Redaction. dem Alter derselben und ihrer segensreichen Wirksamkeit seit so vielen Jahrzehnten wahrhaft erfreut. Die Zahl der Zöglinge ist auf 50 beschränkt, von denen 19 Freizöglinge sind. — Der Jahresbericht der vom vr. Joiil geleiteten „Gemeinde-Religions- Unterrichts-Anstalt" zu Breslau enthält eine kleine Monographie über die „Hundsfelder hebräische Druckerei", welche ein hebräisches Elementar- oder Lesebüchlein herausgegeben hat, aus dem Jahre 1543, worüber das Nähere hier mitgetheilt wird. — Auch in England selbst hat der von uns besprochene Aufsatz vonGoldwin Smith Entgegnungen hervorgerufen. So erhalten wir die Monatsschrift: Th« Isineieemh Century vom April, in welcher Nummer vr. Hermann Adler einen Aufsatz giebt (S. 637—646): „Können Juden Patrioten sein?" Wenn auch die Argumente, die Herr Adler vorträgt, zutreffend sind, so scheinen sie uns doch nicht ausreichend und in einer so bescheidenen und zahmen Weise vorgetragen, daß Herrn Smith mit seinen wahrhaft empörenden Ausfällen nicht genugsam gedient worden ist. — Fachgelehrte machen wir aus die erste Lieferung eines für die hebräische Literatur und Bibliographie wichtigen Werkes aufmerksam: L-OttOU. 770777 Occasional Notices of Hebrew Manuscripts bv S. M. Schi 11 er-Szinessy, M. A. Pli. V. Cambridge. Beigluon, Bell and Co. 1878. Der Verfasser beschäftigt sich, wie wir schon einmal zu berichten Gelegenheit hatten, sehr ernstlich mit dem palästinensischen Talmud, und so giebt er in diesem ersten Hefte eine sehr genaue Beschreibung des Leydener Manuscripts vom Palästinensischem Talmud, welches zu den, den Ruhm dieser Bibliothek ausmachenden ersten Piecen gehört. Das Manuscript hatte Joseph Skaliger gehört, der seine hebr. Manuscripte der Bibliothek vermachte. Angehängt ist ein kurzer allgemeiner Versuch über den Palästinensischen Talmud überhaupt und noch mehrere interessante Aufsätze. Wir hoffen von dem Verfasser noch viele treffliche Leistungen nach dieser Richtung hin.

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