Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1878)
- Date
- 1878-04-16
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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[v 243 „Dualisten" bis Diogenes von Apollonia, und die „Monisten",! mit dem vollen ethischen Wesen, aus welchem sie die Consequenzen zu denen er die Eleaten, Heraklit, Leukipp, Demokrit und die für das Leben des Menschen und für ihre Naturanschauung zieht, Sophisten rechnete. Den Unterschied findet er darin, daß er mit wohingegen die Philosophie, wenn sie nur zu einem formalen Dualisten „diejenigen Philosophen bezeichnet, die einen stofflichen Gottesbegriff gelangt, die Ethik besonders behandeln, also mit Urgrund und ein neben demselben vorhandenes, mit ihm in keinem ihr von vorn anfangen muß. Es ist gut dies zu erkennen, dabegrifflichen Zusammenhänge stehendes Princip der Bewegung, mit, ohne der Philosophie ihren hohen Werih sür die Entwickelung unter Monisten aber solche, die entweder nur ein absolutes! des menschlichen Geistes und für den Aufbau jeder Wisienschaft Princip oder ein neben dem absoluten Urgründe zwar vorhandenes, abzusprechen, doch der unendliche Werth der Religion für das jedoch im Begriffe deffelben liegendes bewegendes Princip angemenschliche Dasein unzweideutig gewürdigt werde. Natürlich, daß nommen haben." Man sieht hieraus, daß diese Philosophen über alsdann zwischen Religion und dem, was so vielfach dafür aus- Stoff und Kraft als die beiden Elemente des Seins nicht hingegeben wird, unterschieden werden muß. Dies vom allgemeinen auskamen und die Ewigkeit der Materie und die der Bewegung Standpunkte hinsichtlich des vorliegenden Werkes. Für das Studas Fundament ihres Denkens bildete, mögen sie nun ein gedium der griechischen vorsokratischen Philosophie ist es von außermeinschaftliches Princip für beide, oder für jede ein besonderes gewöhnlichem Werthe, der noch dadurch erhöht wird, daß alle angenommen haben, da dieser Unterschied in der Realität bestand betreffenden Texte am Fuße rer Seiten wörtlich angeführt sind, und nur formal beseitigt wurde. So verblieb es auch bei den nachsokratischen Philosophen. Es begegnete daher dem Verfaffer, daß er erst im Vorwort zum zweiten Theile die Erklärung für seine Unterscheidung nachholle, wahrend, wenn sie wesentlich wäre, sie sich ihm doch im Texte selbst aufnöthigen mußte. Der Verfaffer V. Die Juden in Kurdistan. Es war eine der Ideen, mit denen die „Allgem. Zeitung sagt daher in seinem „Rückblick": „Der Charakter dieser ganzenIdes Judenthums" in's Leben trat, dadurch eine geistige Vereini- Periode ist ein bloS physikalischer. Wie die Naturforschung die gung aller noch bestehenden Reste unsrer GlaubenSgenossenschaft einzige Triebfeder bildete, so ist auch das absolute Princip in zu erwirken, daß auch über die entferntesten Glieder derselben allen seinen Phasen, die es in diesem Zeiträume durchgemachl eine genauere Kenntniß herangeschafft, und zum Allgemeingut hat, nicht über die Natur hinausgekommen." „Alle Formen des! gemacht würde. Schon die ersten Jahrgänge enthielten daher Absoluten dieser Periode haben deswegen auch nur physische Be- Schilderungen und Berichte über die entferntesten Gegenden undeutung, der metaphysische Gedanke hat sich noch nicht von der serer Erde, und es war besonders die Aufgabe des sel. l)r. Julius Natur losgelöst." Und wo bleibt nun gar das ethische Moment? Fürst, für diesen Theil unsrer Zeitung einiges Material zu sam- Es ist gar nicht vorhanden, oder nur aus dem griechischen Volksmein. Aber außer Original-Correspondenzen aus Marokko, Paleben herübergenommen und willkürlich angesetzt. Wir betonen lästina, Syrien und Konstantinopel waren wir damals auf die dies den Worten des Verfassers in seinem einleitenden Abschnitt Berichte der anglikanischen Missionäre — wir erinnern an den (B. l, S. 1) gegenüber: „Gelangte die Philosophie (wenn sie den Missionar Wolf — angewiesen. Dies hat sich mit der Zeit Dualismus überwunden hatte!) durch die Einheitsidee zu Gott, so geändert. Jüdische Reisende wie Benjamin II, Halevy, lieferten gelangte die Religion durch Gott zur Einheitsidee, dort hat sich die interessante Berichte. Wir rechnen es den Bemühungen des Vor- Einheitsidee zur Gottesidee herausgebildet, hier die Gottesidee zur standes der Anglo-Jewisli Association zum besonderen Verdienste Einheitsidee sich verklärt, dort ist das Absolute zum Gott, hier an, daß er in den, durch seinen Secretär Rev. A. Löwy ausder Gott zum Absoluten geworden. Die polytheistischen Religionen gearbeiteten Jahresberichten häufig ausführliche Nachrichten aus haben daher wohl Götter, aber kein absolutes Princip, ihnen ist unmittelbaren Quellen über unsre Glaubensbrüder in entlegenen die Welt noch kein zusammenhängendes Ganze, sondern ein von Welttheilen bringt. So erinnern sich unsre Leser des sehr will- Raum und Zeit beschränktes Neben- und Nacheinander, ein Gegenkommenen Berichtes über die Beni-Jsrael in Ostindien, welchen stand der Wahrnehmung nicht des Denkens." Nehmen wir diese wir im vorigen Jahrgang aus dem fünften Jahresbericht des Satze als richtig an, so geht daraus einerseits recht klar der! gedachten Vereines Wiedergaben. Der sechste Jahresbericht für Unterschied zwischen dem Polytheismus und dem Monotheismus! 1877 bringt uns Nachrichten über die Juden in Kurdistan, und das ewige Verdienst des Judenthums auf dem Gebiete reli- Dieses Land wird von der Hochebene von Diarbekir und den südgiöser Erkenntniß hervor — andererseits aber auch der Unteröstlichen Grenzlandschaften gegen Persien sowie Terrassen des Westschied zwischen Religion und Philosophie. Denn bei der letzteren randes von Iran gebildet. Es steh the ils unter türkischer, theils wird es sehr fraglich sein, zu welcher Gottesidee sie sich aus unter persischer Oberhoheit, ohne daß jedoch die Kurden viel nach der Einheilsidee herausbildet, und inwiefern diese nicht schon die beiden Herrschern fragen. Sie leben von Ackerbau und Vieh- Aufhebung oder Vereitelung des Gottesbegriffes in sich trägt, zucht, am meisten jedoch von Räubereien. Im Ganzen wissen Ferner erfüllt die Religion die Gottesidee, von der sie ausgeht,! wir noch nickt viel über Land und Leute, wie man sich B. 10*