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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-04-02 · Heft 14 (2.4.1878) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 14 (2.4.1878)
Date
1878-04-02
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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216 Aussicht gesellt, daß in nächster Zukunft ein Stillstand in dieser Bewegung kaum eintreten unv möglicherweise schon in wenigen Decennien die schöne Synagoge unv die vorzüglich consolidirten Gemeindeinstitute nur noch für wenige Familien vorhanden sein dürften, ist jener verstimmende Mißlon zurückzuführen. Bon unlauteren Absichten und lieblosen Gesinnungen gegen unsere Nachbargemeinde und deren weltliche unv geistliche Spitze wußte ich mich — das kann ich hier nochmals betheuern — ganz und gar frei und hoffe ich sonach zuversichtlich, daß jedes verwaltende Mißverständniß durch diese meine offene Erklärung vollständig beseitigt wird, ohne auch nur die geringste Spur einer trübenden Wirkung auf unser freundnachbarliches Berhältniß zurückzulaffen. E. Frankreich. Paris, 15. März. Wie die Arch. isr. mittheilen, hat Baron Gustav v. Rothschild, Präsident des israelitischen Consistorium der Seine, ein Grundstück in der Ruc des Feuillaniines angekauft, um darauf ein großes Schulgebäude erbauen zu lassen, welches die Consistorialschule der Ree Joliveau ersetzen soll. Außerdem ist ein Grundstück erworben worden zu einem Gebäude für taS Rabbiner-Seminar, welches bis jetzt in einem Miethlocrl untergebracht war, dessen Miethsvertrag in zwei Jahren abläuft, bis wohin das neue Gebäude fertig gestellt sein muß. — Herr R. Bischoffsheim hat 30,000 Frcs. bestimmt für zwei Astronomen, welche den Sonnendurchgang des Merkur am 6. Mai beobachten werben, da der angegebene Credit zwar vom Unterrichtsminister verlangt worden, aber durch den Verlauf der parlamentarischen Angelegenheiten nicht bewilligt werden konnte. — Wenn in der Correspondenz aus Pera iS. 381) mitgetheilt worden, daß das internationale Comit« feine Sorgfalt auch auf die flüchtigen Israeliten sich erstrecken läßt, so mögen wir hier auch anführen, daß das Central - Comite der Alliance isr. univ. neulich eine Unterstützung von 2000 Frcs. für nichtisraelitische Flüchtlinge und jetzt wieder 150 Pfd. St. zu gleichem Zwecke votirt und überschickt hat. Türkei. Bon der untern Donau, 21. März. (Privatmitth.) Der Frieden svertrag von San Stefano, dessen Wortlaut bald der Oessentlichkeit anzehören wird, enthält auch hinsichtlich Bulgariens die Bestimmung, daß „die türkische, griechische unv walachische Bevölkerung an den Wahlen theilnehmen und ihre Rechte durch ein Reglement festgestellt werten sollen." Es sind dies sehr dehnbare Ausdrücke, welche für eine bürgerliche Gleichberechtigung nur sehr geringe Bürgschaft geben. Dennoch muß es auffallen, daß der jüdischen Bevölkerung mit keinem Worte Erwähnung geschieht — was so viel heißt, wie daß sie keinen Antheil an den Wahlen haben und überhaupt rechtslos sein sollen. Hier ist aber auch der Punkt gegeben, wo der Congreß, wenn er zu Stande kommt, einsetzen kann, wo den Congreß-Mächten die Gelegenheit geboten ist, die Grundsätze der Gerechtigkeit und Humanität auch für die Juden zu fordern. Wenn jüdische Vereine und Corporationen bei ihren Regierungen in diesem Sinne wirken wollen, so würden sie gut thun, ganz bestimmt auf diesen Punkt des Friedensvertrages hinzuweisen, weil, wenn irgend guter Wille vorhanden ist, dieser dann von vornherein auf den angegebenen Punkt fixirt wird. Rumänien. Bukarest, 15. März. (Privatmitth.) (Wir geben noch folgende Correspondenz über den beregten Gegenstand mit dem Bemerken, daß die bestrittene Correspondenz in Nr. 10 aus einer durchaus lautern Quelle stammt, deren Verdächtigung wir ernstlich zurückweisen müssen. Man kann Etwas für inopportun halten, ohne daß selbstische, ja verrätherische Absichten zu Grunde liegen. Es ist stets ein Zeichen heftigen Parteikampfes, wenn eine entgegengesetzte Meinung sofort verdächtigt wird. Die Erfahrungen, die in Rumänien seit mehr als einem Jahrzehent gemacht worden, sprechen doch auch mit. Redaction.) Mit Bezugnahme auf eine Correspondenz aus Bukarest vom 26. Februar a. c., abgedruckt in einer der letzten Nummern Ihres geschätzten Blattes, gestatten Sie mir freundlichst einige Bemerkungen. Der Correspondent meint, der Schritt, welchen die deutschisraelitischen Gemeinden zum Zwecke unserer Gleichstellung in Rumänien unternehmen, werde schwerlich unserer Sache förderlich sein, sondern im Gegentheil nur dazu beitragen, die Verbitterung der Rumänen gegen uns wachzurufen oder zu vergrößern, möglicherweise gar nachtheilige Folgen für unsere Glaubensbrüder des Landes heraufzubeschwören. Was denn? Wir sollen still abwarten; es ist zu hoffen, die Rumänen werben freiwillig, aus eigenem Antriebe unsere gesetzliche Gleichstellung aussprechen. Wie aber, wenn die Hoffnung auf die Großmuth und Gerechtigkeitsliebe der Rumänen uns täuscht, wird sich uns bald wieder eine Gelegenheit bieten, unsere Sache vor das Forum Europas zu bringen? Und daß diese Hoffnung eine sehr schwache ist, davnn kann sich Jeder, der im Lande lebt, unschwer überzeugen. Es deuten wohl manche Anzeichen daraufhin, daß ein Umschwung der Gesinnung platzgegriffen hat, die Stimmung gegen uns ist vielleicht zur Zeit eine freundlichere, als ehedem; aber kann dies den Schritt, den die Berliner Gemeinde angeregt hat, überflüssig machen? Wir halten dafür, daß er höchst nothwenvig ist, daß wir unseren hochherzigen Glaubensbrüdern im Auslande zu tiefem Danke verpflichtet sind, daß sie mit solchem Eifer unser Recht vertheidigen und daß wir sie bitten, flehentlichst bitten müssen;

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