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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-12-11 · Heft 50 (11.12.1877) · p. Seite 793

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 50 (11.12.1877)
Date
1877-12-11
Page
Seite 793 (sequence 5)
Language
German
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793 (S. 49) mit 22577 *15:722 «b« rvus 22--« n^rr: ba etwas Anderes sagen wollen. Freilich Hai Herr Kaufmann auch die Auseinandersetzung, in der jener Satz vorkommt, nicht ganz richtig aufgefaßt, weshalb er aber noch immer den Sinn von 22571 *15:722, der ganz klar liegt, nicht hätte so arg verkennen müssen. — S. 63, wo der Berfaffer Saadja's Nachweis, daß auf das Wesen Gottes die Kategorie des Raumes nicht anwendbar sei, deutsch giebt, sieht er sich veranlaßt, in einer Anmerkung klar zu machen, was Saadja sich unter dem Raume gedacht habe. Wie wenig er die Aeußerungen dieses Religionsphilosophen hierüber verstanden hat, kann man aus einer ganz einfachen Darlegung derselben erkennen. In Abschnitt II, S. 64 spricht Saadja über das VerhLltniß des Körpers zum Raume sich folgendermaßen aus: «171 12« 22571 «in 2ip727i bs yiLii 2-2272*172:1 ya in« ba ti-ti-i 1222721 17:222-2 nn «b»7a in«b c'p73. „Was Raum nöthig hat, das ist der Körper, der das ausfüllt, was ihn trifft und berührt, so daß das eine der einander berührenden Dinge der Ort sür das andere wird." Der Begriff des Raumes, meint hier Saadja, hat das Vorhandensein von zwei körperlichen Dingen zur nothwendigen Voraussetzung, so daß da, wo das eine sich befindet, nicht zugleich auch das andere sein kann. Da es nach einem bekannten aristotelischen Grundsätze, der hier von Vornherein angenommen erscheint, ohne daß dies ausdrücklich bemerkt wird, es eine Leere überhaupt nicht giebt, sondern die ganze Welf von Luft und anderen Substanzen erfüllt ist, so stößt überall ein Körper an einen anderen an, der seiner Ausdehnung eine Grenze setzt. Die Berührungsflächen, die zwischen Leiden liegen und sie voneinander abscheiden, erzeugen die Vorstellung von dem Raume, in dem durch den einen von dem anderen die Grenzen abgesteckt werden, bis zu welchen hin er sich ausdehnen kann. Saadja nennt den Ort eines Körpers sein „Anstoßen" an die ihn umgebenden Gegenstände. „Die Lage des Körpers" sagt er (II, S. 46) „ist noch von Etwas begleitet, daraus der Begriff des Raumes sich herleitet, der nämlich das Anstoßen des Körpers ist" (ti«i-i ppib spar a"ri«i 1712-52 «in? mpTarr 1:1272 nbi* 122:72 ar ybin 17222). Offenbar folgt hier Saadja der Lehre des Aristoteles, nach welcher der Ort eines Körpers nichts anderes als die innere Grenze des umschließenden Körpers ist. Die aristotelische Definition des Ortes wird in Gabirols Mekor Chajim (Ed. Munk II, 21) als die geltende vorausgesetzt (mpTan ni-71 02 ins qia naaa tpa naa mpai 2—rr) Ahron b. Elia i Ez Chajim Ed. Delitzsch C. 20, S. 48) giebt ihr den Vorzug vor einer anderen, nach welcher die unbegrenzte Leere im Allgemeinen den Raum ausmacht (27172 2ipi27i 71*12 2-2—*7271 ipbrai 1-7112-2072 is-piai rpsrr naa 22 pmn 212371 2-1121« ri*i7i rpnsiaip2a C)-p72a -1:37? «1712 2-1121« amai n:i2«1 7i) währenddem Albo (Jkkarim II, 17) sie widerlegt. 2m 2-1157: '2 von Menachem Bonafaux (Ed. Satanow 556) wird die aristotelische Definition in folgenden Worten dargelegt: 7722b 22727271 r)-p727l 2127172 y-1*7271 N2271 «IN 2ip72 2?2ip?27i „Ort ist die Fläche, die gebildet wird von der einschließenden Substanz, welche an die Oberfläche des in dem Raume sich befindenden Gegenstandes anrührt". Daß Saadja nicht nur diese Vorstellung vom Raume annimmt, sondern auch die ihr entgegenfiehende Anschauung ider Atomistiker und Epikuräer), daß die Körper die Leere erfüllen und der Raum daher vor ihnen dagewesen sein müffe, bekämpft, geht aus den Worten, mit denen er (l, S. 44) darzuthun sucht, daß man sich eine Schöpfung aus Nichts wohl vorstellen könne, deutlich hervor. „Vielleicht", sagt er, „wird Jemand über den Platz, den die Erde einnimmt, Nachdenken und fragen: Was war früher an ihrer Stelle? Zu einer solchen Frage führt ihn freilich nur seine Unkenntniß des Raumbegriffs und seine Meinung, daß Raum Dasjenige ist, was an Stelle der Dinge gesetzt ist (v. h. was überall vorhanden ist, wo sich keine Dinge befinden). Er sucht daher einen Platz für den Raum, sieht, daß dies in's Endlose geht und wird verwirrt. Darum muß ich erklären, daß Raum in Wahrheit nicht das ist, was Jener sich darunter denkt, sondern das Anstoßen zweier Körper, die einander berühren. Der Platz, wo sie sich berühren, heißt Raum. Es wird hierbei nur der eine der Platz für den anderen. Bei der Erde in ihrem jetzigen Umkreise wird immer ein Theil der Ort für den anderen. Ist keine Erde und keine Körperwelt da, so ist es unmöglich, daß in irgend einer Weise von Raum die Rede sein kann." (7172?p722 71-7? 121 7TPN 172«-1 yi«7l 21)2722 21271-- «722 1« 21)27277 1152 1nib20 im« «--272 2272« 71t 1172«721 777 rnn 22172 «1712 7772 «171 aip727i -j-2* --2 1711221 7irb y«2 77«m aipnb aipa 122: 2p2n? 2 -12177 21)2 72 77 7171 72 « -> 2 1N2N2 -flSl -)122 71-7P1 71-5271 2-722571 ‘»22 712»JS «171 52« 22N 2 172 2 12"»« 212-- b2« 2ip72 2 21272 2 1 p 72 N1p-1 2- 2 2 72 7172 71 nanb aip?2 27172 « b2). Durch den letzten mit 212ba« beginnende Satz ist offenbar daffelbe ausgefagt, wie (S. 61) mit den Worten in«b aip72 2-222717271 -p in« ba ti-ti-i. Man muß natürlich 2121 und nicht 212-. lesen, wie das der Berfaffer (S. 63, Anm.) thut. Seine ganze Auseinandersetzung daselbst leidet aber überhaupt an völliger Verkennung des Sinnes der zuletzt angeführten Saadja'schen Aeußerung. Die Ansicht, die Saadja widerlegt, wird ihm selbst zugeschoben und auf eine wahrhaft unbegreifliche Weise mit seiner eigenen Auffassung confundirt und identificirt. Saadja soll nach der Darstellung des Verfassers das. sagen: Wo es also keine Dinge giebt, kann von Raum nicht die Rede sein, denn Raum ist „Dasjenige (o-iain nnn 22172 «1712 7172), was an die Stelle des Dinges sich setzt, d. h. beim Fortrücken eines Dinges dafür eintritt"!! Wir glauben durch die bisher angeführten Beispiele von Oberflächlichkeiten, die der Verfasser des vorliegenden Werkes sich zu Schulden kommen ließ, bereits zur Genüge gezeigt zu haben, wessen wir uns von demselben zu versehen haben. — Wir könnten

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