Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1877)
- Date
- 1877-10-30
- Page
- Seite 706 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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706 geschichtlich - dichterischen Rahmen gezeigt werden, wie nach dem Verluste des letzten geistigen und materiellen Mittelpunktes, nach dem Erlöschen des Patriarchats und nach der gewaltsamen Versagung der letzten jüdischen Bewohner Palästinas, unter den feindseligen Schlägen des Christenthums und unter dem Eindrangen der Barbaren von Norden her, dennoch der jüdische Stamm, trotz seiner ungeheuren Zersplitterung, die Kraft behielt, sich und seine Religion zu erhallen. — Annähernd hieran verfaßte ich im folgenden Jahre einen zweiten Roman: „Jakob Tirado. Geschichtlicher Roman aus der zweiten Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts." (Leipzig, Leiner, 1867.) Annähernd, sage ich, denn diese Dichtung hatte zum Gegenstände, unter welchen Leiden und Kämpfen die Reste der spanischen und portugiesischen Juden sich aus den Klauen der Inquisition nach dem Norden Europas, nach Holland retteten, das den großartigen Kampf der Befreiung gegen die spanische Gewaltherrschaft kämpfte. Dieser Roman wurde durch Herrn W. I. van Bommel van Bloten in's Holländische übertragen (Rotterdam. H. Nygh, 1868) und in's Hebräische (Wilna 1875). — Diesen schloß sich „S12T3 nsr der Rath des Heils" (Leipzig, Baumgärtner, 1867) an. Es bestand bis dahin noch keine Schrift, welche dem Bar- Mizwah, den Confirmanden beiderlei Geschlechts oder der Jugend bei dem Verlassen der Schule übergeben werde, um in anziehender Darstellung ihnen die Pflichten, welche sie zunächst zu erfüllen, die Ziele, nach denen sie zu streben, die Mahnungen, die sie zu berücksichtigen haben, und die Lehren der Religion und Sittlichkeit noch einmal vorführte. Jedermann wird das Bedürfniß eines solchen lebhaften und eindringlichen Mahnworts zugestehen. Zugleich stattete die Verlagshandlung diese- Schrift in vorzüglicher Weise aus, so daß sie sich zum Geschenke an so feierlichem Tage eignet. — Zu verzeichnen ist hier noch: „Zur Feier der silbernen Hochzeit des Herrn Elias Meyer." (Bonn, George, 1866.) (Schluß folgt.) Nachtrag. Deutsichland. Cassel, im Octbr. (Privatmitth.) Das Landrabbinat hat auf die Anfrage wegen Aufnahme eines Kindes, dessen Vater Jude, dessen Mutter aber Christin ist, dem Borsteheramte nachstehende Antwort zugehen lassen: Die uns vermittelst verehrl. Schreibens vom 27. Aug. l. I. mitgetheilten Acten, die Beschwerde des N. N. betteffend, zurückstellend, ermangeln wir nicht, hiermit ergebenst zu berichten: In gemischter Ehe erzeugte Kinder, sind nach den bestehenden israelit. Religionsvorschriften, ebenso wie uneheliche Kinder, als der Religion der Mutter angehörig zu betrachten. Die N's. Kinder sind hiernach keine geborne Israeliten und können zwar auf Verlangen ihres Vaters in die israelitische Gemeinschaft durch den Rabbiner und zwei hierzu geeigneteren Assistenten ausgenommen werden, jedoch nur dann, wenn in deren Gegenwart der bezügliche rituelle Act vollzogen worden ist. Die von dem Kreisrabbiner H. am Schluffe seines anliegenden Berichtes vom 23. Aug. l. I. abgegebene Erklärung: „Selbst die Eltern solcher Kinder sind nicht berechtigt, die Religion solcher Kinder zu bestimmen rc. jc" müssen wir als einen Jrrthum bezeichnen, und haben wir bereits vor einigen Wochen den p. G. hiervon in Kenntniß gesetzt. Cassel, den 15. October 1877. Das Landrabbinat: vr. Adler. Felsenstein. Di*. Munk. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen - Eocpedition von Rudolf JLRw&wym Wwfy 3Iosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln ajlihFrankfurt «/J/. etc. zu adresssiren. 13 Bi$ 20 iäbifdfe Familien in einer mittleren Provinzialstadt in der Neumark, beabsichtigen eine Privat- Schule zu errichten, worin ihre Kinder die Befähigung für die Obertertia eines Gymnasiums erlangen. Das Gehalt für den Dirigenten dieser Schule würde auf 5 und mehr Jahre fest garantirt werden. Tüchtige Lehrer, namentlich solche, die den Nachweis führen können, daß sie bereits einer solchen Anstalt mit gutem Erfolge vorgestanden haben, wollen ihre Offerten sul) J. A. 6490 an Rudolf Mosse, Berlin 8. W. senden. (B. 9111.) Tacanz. In unserer Gemeinde ist die Stelle eines tüchtigen Borbeters, Bal-Kore, und Schächters vom 1. Januar 1878 ab zu besetzen. Der fixe Gehalt beträgt 1200 Mark, Nebeneinkünfte pptr. 300 Mark pro anno. Den Meldungen sind Zeugnisse beizufügen. Reisekosten werden nicht vergütigt. Guttentag, den 16. October 1877. Der Gemeinde-Vorstand: (Br. 9030.) Joseph Stein. Ein in dem Tuchfache allseitig erfahren., unverheir., junger Mann mit Vermögen, sucht in ein bestehendes- Geschäft dieser oder verwandter Branche einzutreten resp. sich zu associren. Gest. Offerten mit Angabe von Referenzen unter La. K. L. 1. bes. die Annonc.-Exped. v. Aug. Kolef, Münster i/W. (8468) Eine junge Wittwe (mosaisch) wünscht eine Stelle als Repräsentantin bei einem Wittwer, oder auch zur Stütze der Hausfrau. Dieselbe kann die Erziehung von Kindern übernehmen. Nähere Auskunft Berlin, Keffelstraße 35 bei Herrn Montigel. (B. 9i9i.)