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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-10-23 · Heft 43 (23.10.1877) · p. Seite 680

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 43 (23.10.1877)
Date
1877-10-23
Page
Seite 680 (sequence 4)
Language
German
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680 des General Haldimand, gleich nach der Eroberung. Aaron Hart blieb in Three RiverS und wurde als Commissionär angestellt,' um die Truppen mit Fourage, Borräthen und anderen militärischen Utensilien zu versehen. Von dieser Zeit bis zum Jahre 1774 nahmen in Canada ihren Wohnsitz David Salesby, Ezekiel Solomons, Andrew Hayes, Jacob Munris', Jsaac Judah, Lazarus David und Levy Solomon. 1775 wurde ein Grundstück in der St. Antoine Vorstadt zu einem Friedhof gekauft und dieser wurde 1809 durch das Geschenk eines Stück Landes von David David erweitert, auf dessen Grundstück in der Notre Dame Street, neben dem Court Hause, die erste Synagoge der Juden in Canada erbaut wurde. Der Erste, der auf dem Friedhof von Montreal beerdigt wurde, war Lazarus David, gestorben am 22. October 1776, während der älteste jetzt stehende Grabstein der des Moses Nathan ist, der im März 1804 beerdigt wurde. Ein Friedhof wurde in der Stadt Three Rivers eingerichtet, das Land dazu war ein Geschenk von der Familie Hart. In der Stadt Toronto errichteten die Israeliten 1852 einen Friedhof, und die Israeliten von Quebec folgten 1853 ihrem Beispiel. Herr Trumble giebt noch einige Züge aus dem Leben hervorragender Personen, die jedoch nichts Neues bieten. Wir haben bereits im Jahrgang 1869 die bedeutenderen jüdischen Geistlichen in Amerika (S. 117. 137. 157. 177) besprochen, und die Geschichte der Glaubensfreiheit in Amerika im Jahrgang 1866 (S. 4. 63) nach einer Quellenschrift dargestellt. Sicherlich sind die Juden in Amerika für die Zukunft des Judenthums von großer Bedeutung. Wie sie in politischer Beziehung ein ganz neues Blatt in der Geschichte des jüdischen Stammes füllen, so haben wir ihnen eine gesunde und kräftige innere Entfaltung zu wünschen. Nach unsrer Ansicht haben sie auch auf diesem Gebiete die ersten Schritte schon hinter sich. Wie es immer geschieht, gehen Versuche ohne sichtbare Erfolge voran, wie die stattgefundenen Rabbinerversammlungen an verschiedenen amerikanische Plätzen, der amerikanische Gemeindebund in dem Board of Delegates und jetzt in der Union of the Uebrew Congregations. Endlich die vielfachen Bestrebungen, ein Rabbiner- und Lehrerseminar zu Stande zu bringen. Daß aber aus diesen Bestrebungen schließlich doch dauerhafte Institute hervorgehen werden, scheint uns nicht zweifelhaft. Bis jetzt sind zahlreiche amerikanische Gemeinden, namentlich die deutschen Ursprungs, und diese sind gegenwärtig die große Mehrzahl, von Deutschland aus mit Predigern und Cantoren versehen worden. Aber es ist ein bemerkenswerther Zug, daß diese, sobald sie in Amerika festen Fuß gefaßt, sich in ihre neue Heimath ganz versenken und von Europa gänzlich abschließen. Sie unterhalten keinen Zusammenhang mit dem alten Continent und suchen auch meist der englischen Sprache mächtig zu werden, wenn auch in den deutschamerikanischen Synagogen noch vielfach deutsch gepredigt wird. Im Ganzen werden die kommenden Geschlechter auch der Sprache nach völlig amerikanisch erzogen. Ebenso müssen wir für die Literatur Bedeutenderes erst von der Zukunft erwarten. Die englische Bibelübersetzung des sel. Jsaacs und die nachbiblische Geschichte des sel. Raphall sind wohl die nennenswerthesten Erzeugnisse. Hingegen bestehen zahlreiche jüdische Zeitschriften, von denen aber nur wenige der eigentlichen jüdischen Journalistik einzureihen sind, da die meisten neben einem Sammelsurium aus allen möglichen Feldern des Lebens nur sehr magere Leistungen ür Juden und Judenthum bringen. *) Literarischer Wochenbericht. Bonn, 9. October. (Schluß). Den zweiten Gegenstand der Einwendungen des Herrn vu Mesnil Marigny bildet die von ihm angenommene Todesstrafe auf die Verrückung der Grenze. Er sagt: „Moses, sagen Sie ferner, verurtheilte nicht zur Todesstrafe, wie ich behauptet hatte, Diejenigen, welche die Grenzen ihres Erbgutes verrückten. Ich hoffe, daß Sie, nachdem Sie mich gelesen, von dieser Meinung zurückkommen werden. Schon Gravina, in seiner Sammlung der alten Gesetze, berichtet, daß zu Rom Diejenigen, welche eine ähnliche Felonie begingen, als angenehme Opfer für die Göttin Ceres betrachtet und in Folge dessen getödtet wurden .... Es war also eine solche Gesetzgebung auch anderswo angenommen als in Judäa. Bemerken muß man noch, dieses letztere Land war noch viel mehr als jedes andere dazu angewiesen, sich in dieser Beziehung streng zu zeigen, da seine Gesetzgebung großentheils auf der unveränderlichen Festigkeit der Erbgüter beruhte. Wir können aber einen unwiderlegbaren Beweis aus derselben mosaischen Gesetzgebung herbeibringen. Offenbar handelt es sich bei dem Gegenstände, der uns beschäftigt, nicht um Familienväter, welche am Hellen Tage die Grenzen ihrer Aecker verrücken, indem sie in ihr Recht zurückzutreten behaupten. Es handelt sich um diejenigen, welche ihre Autorität mißbrauchen, indem sie diese Grenzen verrücken, um sich des Besitzes eines Anderen zu bemächtigen, und dann um diejenigen, welche heimlich im Finstern (tenelireusement en secrei) in einer ebenso verwerflichen Absicht sie an eine andere Stelle bringen. Moses aber verabscheute diese beiden Arten von Schuld und war schrecklich gegen sie. Im 4. B. Mos. 15, 28 rc. sollte der, welcher aus Verachtung des Gesetzes oder aus Hochmuth eine .Verletzung seiner Vorschriften begangen hatte, mit dem Tode bestraft werden und es gab keine andere Entschuldigung als für den, welcher feinen Fehler auf Rechnung seiner Unwissenheit stellte. Moses gab nicht weiter nach, wenn der Schuldige das Gesetz in's Geheim überschritt, was bei 1) Soeben erhalten wir die Probenummer eines neuen Blattes, das in CharleSton, S. C. erscheint und einige Anstrengungen macht, wirklich ein jüdisches Blatt zu werden, nämlich Th« Southern Hebrew. Der Herausgeber nennt sich H. Jacobs.

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