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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-10-02 · Heft 40 (2.10.1877) · p. Seite 634

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 40 (2.10.1877)
Date
1877-10-02
Page
Seite 634 (sequence 6)
Language
German
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634 Vom Journalistenu. Schriftstellerverein „Concordia" in W i e n: Verehrter Jubilar! Der Jounalisten- und Schriftstellerverein „Concordia" in Wien dürfte an Ihrem Ehrentage mit seinem Gruße nicht fehlen. Das hat der Verein in seiner Vorstandssitzung vom 1. September erkannt und beschlossen, den bescheidenen Aehrenhalm seiner Adresse zu der reichen Garbe zu legen, die Sie an diesem Festtage aus allen Theilen Deutschlands einsammeln werden. Wir begrüßen in Ihnen den Schriftsteller, der ein halbes Jahrhundert mit der guten Feder für die friedlichen Culturintereffen gekämpft hat und wir begrüßen in Ihnen den Journalisten, der seit einundvierzig Jahren mit dem ganzen Aufwand seiner hohen publizistischen Begabung die Initiative geistiger Befreiung von Lberjährten Vorurtheilen ergriffen und diese gefahrvolle aber herrliche Mission sieghaft durchgeführt hat. Wenige Männer können, wie Sie, auf ein so langes und segensreiches Wirken zurückblicken und Sie haben auch heute mit allen Festgrüßen, die Ihnen von Freunden und Verehrern dargebracht werden, noch nicht „den vollen Lohn dahin!" Betrachten Sie den Gruß der „Concordia" als ein sichtbares Zeichen, daß Ihr tüchtiges Schaffen in Oesterreich kein vergebliches und verlornes war, nnv daß Ihnen hier der herzlichste Dank dafür dauernd gewahrt bleibt. Wien, am 10. September 1877. Der Journalistenu. Schriststellerverein „Concordia" in Wien: Der Präsident der „Concordia": Johannes Wodianer. Vom Verein zur Unterstützung mittelloser israelit. Studirender in Wien: Euer Hochwürden! Seit dem Bestehen des Vereines zur Unterstützung mittelloser israel. Studirender in Wien, hatten Sie die Güte, demselben mit treuem, theilnahmevvllem Auge in der von Ihnen herausgegebenen „Allgem. Zeitung des Judenthums" zu folgen, und haben in solcher Weise zu dem Gedeihen und Erstarken unseres Vereins beigetragen. Gestatten Sie uns. Ihnen bei Gelegenheit des fünfzigjährigen Schriftstellerjubiläums, das Sie nun begehen, unseren besten Dank auszusprechen und erlauben Sie uns den Wunsch hinzuzufügen, daß es Ihnen noch recht lange gegönnt sein möge, bei voller Rüstigkeit des Geistes und des Leibes für die Interessen unseres Volkes und feiner segenbringenden Institutionen zu wirken und möge Gottes Beistand Ihre Wirksamkeit wie bisher begleiten. Mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung zeichnet, Wien, 10. September 1877, Der Vorstand des Vereins zur Unterstützung mittelloser israelit. Studirender in Wien: vr. Jellinek, Präses. Prof. vr. G. Wolf, Präses-Stellvertreter, derzeit Secretär. Hierzu kommen Telegramme vom deutsch-israelitischen Gemeindebund zu Leipzig, vom Vereine Schomer-Israel zu Lemberg, vom Lehrkörper der ersten und zweiten israel. Volksschule zu Lemberg, vom Präsidium des israelitisch-ungarischen Landes- Lehrervereins zu Pest, der Gesellschaft Einklang zu Heilbronn. Endlich haben wir der überaus zahlreichen Zuschriften und Telegramme theilnehmender Männer, unter welchen sich so viele ruhmvolle Namen befinde», mit anftichtigem Danke zu erwähnen. Sie alle zeichnen sich durch Innigkeit und Herzenswärme, sowie durch die Begeisterung für Judenthum und Humanität, für Recht, Bildung und Wissenschaft aus. Sicherlich liegt in allen diesen Kundgebungen noch viel mehr das Interesse an der heiligen Sache, der auch ich mein Leben gewidmet, als an der Person ausgesprochen, und es bleibt mir nur die Befriedigung, die Achtung und Zuneigung so vieler edlen Geister nach einer langen Laufbahn mein eigen neunen zu können. SbeLbuti/Cj diMxc&fctcfebeM/. Deutschland. Bonn, 24. September. «Privatmitth.) Wie uns soeben milgeiheilt wird, bat das hohe k. k. österreichische Ministerium des Cultus und des Unterrichts durch Erlaß vom 2 8. Juli d. I., Z. 109 2/3 die „Israelit. Religionslehre von vr. Ludwig Philippson (Leipzig, Baumgärtner 1861/65)" zum Lehrgebrauche in den Oberclassen der Mittelschulen und Gymnasien approbirt. Wir fügen die Bemerkung hinzu, daß von dem gedachten Werke eine neue Ausgabe, die ganz besonders für den Schulgebrauch eingerichtet ist, in Bälde erscheinen wird. Berlin, 21. September. (Privatmitth.) Die Angelegenheit der fünf jüdischen Geschworenen, welche vergebens um Urlaub für den Versöhnungstag nachgesucht hatten, macht hier einiges Aufsehen. Mau schreibt vom 17. d. aus Thorn: Die Herren aus Thorn waren zu der heutigen Eröffnung des Schwurgerichts erschienen, ihre Strasburger Glaubensgenossen dagegen ausgeblieben. Der Gerichtshof beschloß die verautworlliche Vernehmung dieser Herren, welche somit wohl Gelegenheit erhalten werden, die nicht uninteressante Frage in der obersten Instanz zum AuStrage zu bringen. — Ein ähnlicher Fall kam in Frankfurt am Main vor, denn daselbst wurde am 15. eine israelitische Zeugin, welche wegen des Berföhnungstages nicht

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