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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-08-14 · Heft 33 (14.8.1877) · p. Seite 523

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 33 (14.8.1877)
Date
1877-08-14
Page
Seite 523 (sequence 7)
Language
German
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523 Punkt geboten. Nur die gelegentliche Erwähnung im Psalmisten, daß Moscheh seine Wunder vor Pharao auf dem Felde Zoan vollzogen habe, führt uns wieder zurück zu jenen Herrschern Ramses II und Mineptah, welche mit Vorliebe in Zoan-Ramses Hof hielten." — Er schließt: „Setzen wir voraus, daß Mineptah als der Pharao des Auszuges gelten soll, so hatte dieser Herrscher arge Anfechtungen aller Art in den Zeiten seiner Regierung zu erdulden. Im Westen die Libyer, im Osten die Ebräer, und, fügen wir es gleich hinzu, im Süden meuterische Gesinnung, die sich durch die Auflehnung eines Gegenkönigs von der Familie des großen Ramses Sesostris bekundete. Die Ereignisse, welche den traurigen Schluß seiner Herrschaft über Egypten bilden, werden von den Denkmälern mit vollem Stillschweigen übergangen. Der stumme Grabhügel über dem erlebten Unglück". — Hiermit werden wir vorerst zufrieden sein müssen. Daß die meisten Oertlichkeiten, welche die h. Schrift als Station des Auszuges angiebt, sich aus den egyptischen Denkmälern Nachweisen lassen, haben wir bereits öfter erwähnt. Das Weitere haben wir abzuwarten, jedoch immer mit dem erforderlichen Mißtrauen in kühne Hypothesen, zu denen die Egyptologen wie alle Specialforscher nur allzusehr geneigt sind.') 1) Anders verhält es sich, wenn die Apriu als die „Ebräer" erwiesen werden sollten. $>eittfd)Ianb. um eine Adresse zu überreichen. Die Deputation bestand aus den Herren A. M. Israeli, Lazar de Majo, David de Majo, Berlin, 5. August. lPrivatmittheil.) Das Juniheft des Leon Heim und A. Gerson. Midhat Pascha empfing die Depu- „Centralblattes für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preu-! tation sehr herzlich und zeigte sich von den in der Adresse ausßen" enthält ein Ministerialrescript, welches den Dissidenten, also gesprochenen Sympathien ungemein erfreut. „Ich habe immer auch den aus einer Religionsgenossenschaft Ausgetretenen das Recht; gestrebt," sagte Midhat Pascha unter Anderm, „für die Verbessezuschreibt, ihre Kinder ohne Weiteres von dem Religionsunterrichte! rung des Loses der Juden in den Ländern der Türkei Sorge zu in der Schule dispensiren zu lassen, nach dem alten Grundsätze des allgemeinen Landrechts, daß Kinder, deren Religion an der Schule nicht gelehrt wird, zum Anwohnen des Religionsunterrichts in der Schule nicht genöthigt werden können. — Unter den dort aufgeführten jüngsten Zuwendungen im Ressort der Unterrichtsverwaltung, welchen die landesherrliche Genehmigung erlheilt worden ist und die 50 Nummern zählen, befinden sich diesmal nur zwei, die uns speciell berühren, nämlich das Legat der Wittwe Fulda, geb. Herz von 6000 Mark für das jüd. Waisenhaus zu Paderborn; (es ist dies dieselbe Dame, welche schon bei ihren Lebzeiten durch uns der Bonner Universität 6000 Mark zu einem Stipendienfond für jüdische Studirende zugewendet hat — Ehre ihrem Angedenken! Redaction). Ferner hat der Commerzienrath Simon Cohn, gegenwärtig zu Berlin, behufs Umwandelung der höheren Bürgerschule zu Kreuzburg in Oberschlesien in ein Gymnasium einen Bauplatz und 75,000 Mark für den Neubau des Gymnasialgebäudes geschenkt. — Die „Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums" hat das Verzeichniß der Vorlesungen während des Wintersemesters 1877/78 bekannt gemacht. Aus ihm ist ersichtlich, daß nunmehr Ihrem, auch in dieser Zeitung wiederholt ausgesprochenen Anträge gemäß jetzt auch ein Lehrstuhl für jüdische Homiletik mit homiletischen Uebungen eröffnet und dieser dem Rabbinatsassessor Dr. Frankl anvertraut worden. Es ist dies eine längst schon wünschenswerthe Ergänzung. Wien, Oesterreich - Ungarn. 31. Juli. Heute Vormittags fand sich bei Midhat tragen. Dies habe ich nicht bloß während meiner Amtsthätigkeit auf verschiedenen Statthalterposten, sondern auch erst kürzlich wieder beim Abschlüsse des Friedens mit Serbien gezeigt." Die Deputation machte hier die Bemerkung, daß die Intentionen Midhat's für die Juden bei diesem Friedensschlüsse allerdings die humansten gewesen seien, daß man jedoch in Serbien gegenwärtig noch immer die alte Wirthschaft führe. Midhat Pascha erkundigte sich sodann nach den Verhältnissen der hiesigen türkischen Judengemeinde, und freute sich, zu hören, daß dieselbe prosperire und vom Staate alle wünschenswerthe Unterstützung und mit anderen Culten gleichberechtigte Behandlung erfahre. Die Deputation entschuldigte rann ihr spätes Erscheinen; sie sei der Ansicht gewesen, Midhat Pascha werde Wien nur für eine sehr kurze Dauer berühren. „Sie glaubten wohl, ich hätte es sehr pressant wegen Konstantinopel?" fragte lächelnd der Staatsmann. — „So ist es, Hoheit," erwiderte der Sprecher der Deputation. — „Nun, Sie sehen, daß Sie sich im Jrrthume befinden," meinte dann Midhat Pascha; „ich kam nach Wien, weil — mir diese Stadt außerordentlich gefällt, und ich denke noch einige Zeit hier zu verweilen." Nach diesem — sehr diplomatischen — Gedankenaustausche zog sich die Deputation, welcher Midhat Pascha beim Abschied wiederholt seinen herzlichsten Dank aussprach, zurück. . 8t. Alls dem südl. Böhmen, 2. August. (Privatmillh.) Die angekündigte Rabbinerversammlung hat am 24. und 25. v. M. in Pilsen stattgefunden. Anwesend waren 18 Rabbiner, 15 amtirende und 3 emeritirte, welche letztere jetzt in Pilsen domiciliren. Für die Wahl des Ortes war hauptsächlich der Pascha eine Deputation der türkischen Judengemeinde Wiens ein, I Umstand maßgebend, daß der Vorstand der Pilsener Gemeinde

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