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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-08-07 · Heft 32 (7.8.1877) · p. Seite 507

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 32 (7.8.1877)
Date
1877-08-07
Page
Seite 507 (sequence 7)
Language
German
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507 mancher interessante Gegenstand zur Besprechung gebracht und der vom Vorstand Liebmann den königl. Majestäten, die dem Verein stets höchste Gnade und Huld thatsächlich zuwenden, ausgebrachte Toast fand begeisterte Aufnahme. Oesterreich - Ungarn. Tarnow, 27. Juli. (Privatmitth.) Sie haben in voriger Nummer das Antwortschreiben des hiesigen Bischofs, Freiherrn v. Pukalski, an die hiesige israelitische Gemeinde auf deren Glückwunschadresie gebracht, und ergänze ich dies in Folgendem. Unsere Stadt nahm diesen Anlaß mit Freuden auf, um dem allverehrten Kirchenfürsten gegenüber ihre Sympathien an den Tag zu legen, welche er sich durch Ausübung seines hohen Amtes im Geiste der Gerechtigkeit, der Milde und Toleranz, sowie durch sein überaus leutseliges Wesen in allen Kreisen in hohem Grade erworben hat. Es war nun erfreulich, daß sich unter den Gratulanten auch die Repräsentanz der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde befand, welche dem Bischof eine Adresse überreichte, deren Inhalt wir hier dem Wortlaute nach folgen lassen: „Euer Excellenz Hochwürdigster Herr Bischof! Von den freudigsten Gefühlen beseelt, erlaubt sich hiermit die Tarnower israelitische Cultusgemeinve durch ihre Vertreter Ew. Excellenz zum 25. Jahrestage Ihrer Erhebung auf den Tarnower Bischofsitz ihre aufrichtigen und innigen Glückwünsche darzubringen. In Dankbarkeit gedenken wir der verflossenen 25jährigen Periode, während welcher Ew. Excellenz als echter Priester mit dem Beispiele rer edelsten Nächstenliebe vorangegangen sind und unserer Stadl den so werthvollen Frieden unter den Bekennern aller Eonfessionen zu erhalten bestrebt waren. Möge Gott der Allmächtige es walten, daß Ew. Excellenz noch eine lange, lange Reihe von Jahren unter uns weile und wie bis nun im Geiste der Gerechtigkeit, der Humanität und Toleranz, welche die schönsten Zierden Ew. Excellenz sind, fortwirke. — Wir haben die Ehre mit dem Ausdrucke wahrer Verehrung zu sein Ew. Excellenz ganz Ergebene." (Folgen die Unterschriften.) Unter den vielen Gratulationen, die dem Bischof aus allen Theilen des Reiches zukamen, hat diese sichtlich seine besondere Freude erregt und tief gerührt dankte der Jubilar der Deputation in herzlichen Worten. Er erklärte wiederholt, daß er es stets als eine seiner schönsten Priesterpflichten angesehen habe, die Eintracht und das gute Einvernehmen unter den verschiedenen Confessionen zu fördern und daß ihn die ihm gewordene Anerkennung mit besonderer Genugthuung erfülle. — Dies sprach denn auch der Bischof in dem Antwortschreiben aus, welches Sie bereits mitgetheilt haben. Bad Füred, im Juli. Ueber die den 21. d. M. stattgefundene Einweihung des hiesigen israelitischen Bethauses schreibt „Hon": Am Samstag war das Bad - Füreber Publikum Zeuge eines denkwürdigen Festes; an diesem Tage ward dort bas israelitische Bethaus eingeweiht. Es ist ein erfreuliches Zeichen der Zeit, daß die Benediktiner-Abtei, welcher das Bad gehört, die betreffenden Localitäten für die Gäste mosaischer Confession überlassen hat. Eine derartige Manifestation der religiösen Toleranz und der Nächstenliebe muß mit höchster Anerkennung registrirt werden. Bei der Feierlichkeit war das Badepublikum ohne Religionsunterschied vertreten und es fand einen herzerhebenden Genuß in der von patriotischer Begeisterung durchwehten Festrede des Kaposvürer Predigers Dr. Alexander Rosenberg. Aus seinen Worten konnte man sich überzeugen, daß man gleichzeitig ein guter Jude und ein guter Ungar sein, Religion unv Vaterland mit gleicher Liebe umfassen könne. Am Montag fand im israelitischen Gasthofe ein Festbanket statt, an welchem ebenfalls zahlreiche Celebritäten theilnahmen; die Kaposvürer Musikcapelle erheiterte die durch einen Kranz schöner Damen belebte Gesellschaft und von den israelitischen Gästen wurden patriotische Toaste gesprochen. Schweiz. St. Gallen, im Juli. (Privatmitth.) Auch in der jüngsten Junisitzung des Großen Raths hat die Remonstrations-Eingabe unserer Gemeinde betreffs der schwebenden Friedhofsfrage ihre Erledigung noch nicht gefunden. Es wurde nur von der Petitionseommission auf die Wichtigkeit der verschiedenen, von uns geltend gemachten Momente, von denen man bei betreffender Beschlußfassung keine Kenntniß und Ahnung gehabt habe, hingewiesen und auf ihren Antrag eine aus 5 Mitgliedern bestehende Specialcommission zur weiteren Prüfung und Berichterstattung für die nächste Session ernannt. In Zürich hat Herr Rabbiner Dr. Kisch sein Amt bereits angetreten und soll seine Antrittspredigt sich eines allgemeinen Beifalls zu erfreuen gehabt haben. Möge es ihm gelingen, beide Parteien einander zu nähern und zu einem einheitlichen harmonischen Zusammenwirken zu bewegen behufs innerer Consolidirung und Erstarkung der Gemeinde mpm rrnns cnb nrrr. E. Rumänien. Bukarest, im Juli. Dem „P. Lloyd" wird von hier geschrieben: Sie werden sich wohl der elenden Affaire in der Moldau erinnern, wo ein Gutsherr und dessen Frau eine Anzahl Juden mißhandeln und berauben ließen. Das edle Paar wurde damals zwar eingesperrt und Herr Kogaluiceano posaunte in die Welt, vaß Gerechtigkeit geübt werde. Heute sind sie wieder freigegeben, ohne daß noch ein Urtheil gesprochen wäre, und beinahe sämmtliche rumänische Zeitungen erheben jetzt ein Zetergeschrei darüber, daß man den ehrenwerthen Bojaren sammt seiner Frau festgenommen habe. (Dahin also läuft die mit so vielem Geräusch angekünvigte strenge Untersuchung und Bestrafung der

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