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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-07-31 · Heft 31 (31.7.1877) · p. Seite 495

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 31 (31.7.1877)
Date
1877-07-31
Page
Seite 495 (sequence 11)
Language
German
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495 Drum seid Ihr in allen Landen geehrt Als hochgeborener König werth. Doch sollt Ihr an meine Red' Euch nicht kehren Und folget lieber den edleren Herren . . . Der König folgt jedoch dem Rache Gaweins, welcher mit dem tiefbeleidigten Ritter einen harten Strauß zu bestehen hat. Da rannten aneinander die Helden gut. Sie hatten beide des Löwen Muth, Sie trafen sich also hart mit den Sperren, Daß diese nicht langer mehr konnten währen — Sie splitterten jach und flogen in Stücken — Nun Huben sie erst an machtvoll zu zücken Die wuchtigen, scharfen, hellblitzenden Klingen. Hei, wie die Recken aufeinander dringen! Sie nehmen die Roste zwischen die Sporne, Daß sie sich aufbaumen hinten und vorne . . . Der sausenden Schwerter schmetternder Schall Erklinget und dringt über Berg und Thal. Gawein, besiegt, muß dem fremden Ritter als Gefangener folgen. Doch der Sieger, ein mächtiger König, hat in Gawein für seine einzige Tochter einen edlen Gatten, für sich einen helden- . hasten Sohn, für Reich und Thron einen wackeren .Nachfolger sich erkämpft. Das Zusammentreffen Gaweins mit der schönen Königstochter wird also geschildert: Beim ersten Blick, als er sie sah. Wie ward so seltsam bang' ihm da, Daß gar sein Wangenroth verblich. Sein Mannesmuth der Brust entwich. Der König rief erstaunt ihn an: Seid Zhr's, Gawein, der kühne Mann? O sagt, was ist mit Euch geschehen? Daß Hören Euch verging und Sehen! . . . Doch mitten im höchsten Glückestaumel und Liebesrausche Da quälet er sich hin und her, Wie unrecht es doch von ihm wär', Daß er den alten Herren sein Gelassen hat in Sorg' und Pein. Zu König Artus zieht es ihn unwiderstehlich hin; und so verläßt Gawein Reich und Gattin, nachdem er in der Nacht zuvor ihr auf die bekümmerte Frage: Ich sag' Euch lieber Herre mein! Ich trag' von Euch ein Kindelein — Es ist ein Sohn — tritt er in's Leben, Sagt, welchen Namen soll ich ihm geben? . . . erwiedert hatte: Er sprach wohl zu dem edlen Bild: Du magst ihn heißen wie Du will! (wie Du willst). Damit ist die Einleitung zu Ende. Wieduwilt wächst heran zu einem Ritter lobesan und muß streiten und „sturmen" mit manchem Ritter und „Lindewurmen", gegen böse Zauberer und Feuergeister; er kämpft aber auch siegreich gegen die Dämone in der eigenen Brust. Nach langen kampf- und peinvollen Irrfahrten , die er, kaum mannbar geworden, angetreten, um den Vater aufzusuchen, findet er ihn endlich am Arlushofe. Die Erzählung schließt mit den Versen: „Er focht und stritt all' seine Tag' nach Ehre Und ward ein großer, mächtiger Herre." Auch Witzenhausen's ipsissima verba, die er schwerlich in dem Original-Manuscripte vorsand, mögen hier noch unverändert — insoweit es bei der Transscribirung von hebräischen in deutsche Lettern zulässig ist — angeführt werden; sei es, um eine Stylprobe desselben zu liefern, oder blos den Nachweis, wie Reminiscenzen aus Bibel und Agava darin anklingen und kabbalistischastrologische Lichter Hineinspielen. .Ein köstlich Schwert! Es is gar wol ein halb Königreich werth: Die Kling war von dem allerbesten Stahl Und war gehärtet also wol, Daß man damit kunt durchhauen den allerbesten Schild, Und das Gefäß war vergüldt Mit dem besten Gold von Ofir Und der Knopss war ein Safir, ■pr-pECO 373 -nx“ ns 71732 12 7127173 772271 r6'«2~snV°'22 . rvn (-pso) Gar köstlich ausgeschnitten, Des Himmels Lauff in der Mitten, Mit den sieben Planeten und die zwölf himmlische Zeichen, In der gantze Welt findt man nit seines gleichen, Und hat noch an sich ein Wissenschaft: Der es antrug hat grosse Kraft. Wan er den Knopss thät herum drehen. So kunt er bestahen gegen andere zehen Die allerstarckste Man, Dan der Knopss war also gethan, Daß er inwendig ein Rädgen hät. Das kunt man drehen auf jeglichen Planet Und auch besonder auf intlich himmlisch Zeichen War es gemacht so kunstreichen. Der es führt in seiner Hand, Wan er hat davon Verstand, 31*

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