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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-07-10 · Heft 28 (10.7.1877) · p. Seite 448

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 28 (10.7.1877)
Date
1877-07-10
Page
Seite 448 (sequence 12)
Language
German
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448 er hierbei über den Talmud sagt, ist unzulänglich, denn aus seiner Unkenntniß desielben heraus räumt er, den bekanntlich nicht minder unwissenden Gegnern, viel zu viel ein. Der Verleger ersucht auf dem Umschlag besonders die „Bildungsvereine" um Verbreitung der Schrift. In diesen Wunsch können auch wir nur einstimmen, und halten es für eine Pflicht jüdischer Mitglieder solcher Vereine, dies bei den Vorständen derselben zu beantragen. Bonn, 1. Juli. (Literarische Notizen.) In Wien (1876) im Verlage des Verfassers ist die 2. Auflage erschienen von: „Der Talmud oder das Princip des planeiarischen Einflusses nach der Anschauung des Talmuds. Bon Sal. Thein, Rabbiner". Die erste Auflage dieser Schrift haben wir Jahrgang 1874, S. 734, ausführlich besprochen. — „Die Covfirmationsfeier am Schebuothseste 5637 (den 19. Mai 1877) in der Synagoge zu Erfurt. (Als Manuscript gedruckt.) Erfurt, Brodmann." Eine warme Empfindung verbindet sich hier mit einer kräftigen Beredtsamkeit. — Das Mahl bei den Hebräern in biblischer und nachbiblischer Zeit, verglichen mit dem bei den Griechen und Römern. Ein Beitrag zur alten Cultur- und Sittengeschichte von Dr. phil. Samuel Spitzer, Oberrabbiner zu Effek. (Preßburg, Köttritsch, 1877). Seit Leopold Löw in seinen „Beiträgen zur jüdischen Alterthumskunde" monographische Darstellungen einzelner Gegenstände aus dem Leben der Juden" seit der ältesten Zeit gegeben, wird diese Disciplin, die ein so großes Gebiet befaßt, dann und wann durch gleichartige Monographien bereichert. Wir legen solchen Bearbeitungen einen nicht geringeren Werth als den der politischen und der gelehrten Geschichte bei, weil sie von entschieden culturhistorischem Interesse sind und das ethische Element des Volkslebens und dessen Wandelungen in den verschiedenen Epochen an's Licht stellen. Die vorliegende Schrift hat die Mahlzeiten, sowohl die gewöhnlichen als die festlichen, bei den Juden zum Gegenstände, und greift selbstverständlich hierdurch in eine mannichfache Reihe religiöser und nationaler Erscheinungen ein. Wir haben an ihr die umfassende Sammlung des Materials und die lichtvolle Anordnung zu rühmen. Eine Menge einzelner Bemerkungen zeugt von dem scharfen Blick und der exegetischen Gewandheit des Verfassers. Dagegen ist die wissenschaftliche Verarbeitung des.Stoffes noch mangelhaft und mußte schon aus dem Grundsätze des Verfassers mangelhaft bleiben, sich streng an die traditionelle Vorschrift zu halten, die Gründe und Zwecke der Gesetze nicht zu erörtern, weshalb er auch z. B. über den für die jüdische Haushaltung so überaus schwerwiegenden Unterschied zwischen Fleisch- und Milchspeisen kurz hinweg geht. Beiläufig bemerkt läßt der Verfasser das -pn irns, mit welchem ein frugales Mahl verbunden ist, unerwähnt. Abgesehen hiervon ist die Schrift des Hrn. Spitzer eine sehr willkommene Gabe, die sich den früheren literarischen Arbeiten des Verfassers in günstiger Weise anschließt. Die Correctur hätte eine durchaus sorgfältigere sein müssen. — Nach der Revue politique et literaire beabsichtigt Ernst Rönan eine „Geschichte der Juden bis zum Christenthum" in zwei oder drei Bänden zu schreiben. Wenn der Plan so gefaßt wäre, wie er in diesem Titel angegeben ist, so wäre der Parteistandpunkt von vornherein ersichtlich. Das Ende einer Epoche kann in der jüd. Geschichte nur mit dem Falle Jerusalems gefaßt werden. Das Entstehen des Christenthums hatte gar keinen Einfluß während dieser Zeit auf die innere wie auf die äußere Geschichte der Juden. — Gedächtnißrdde auf Herrn Albert Cohn von Dr. Julius David, Prediger der israel. Religionsgemeinde zu Preßburg (Preßburg, Kirschy, 1877). Bekanntlich war Albert Cohn 1814 in Preßburg geboren, und so ziemte es sich vor Allem, daß in dieser Gemeinde dem Verewigten eine Gedächtnißfeier gehalten werde. Die vorliegende Rede spricht die Gefühle der Trauer und der dankbaren Anerkennung in würdiger und beredter Weise aus. 3t e iiit Verklungene Keime und Weisen. Von Df. B. Placzek in Brünn. Die Melodie des Liedes der „Schlacht von Prvia" war die Ueberfchrift Anregung und Interesse bietender Notizen in Nr. 17 und 20 Ihres geschätzten Blattes (entlehnt der „Gegenwart" vom Jahre 1876, Nr. 46). Der inzwischen verstorbene Verfasser reproducirte Alles sammt und sonders aus einem Buche, wo er es auf drei Blatsseiten hübsch beisammen fand. Das fast verschollene Buch, eine wahre Fundgrube von antiquen Weiß- und Wißthümern für Gelehrte, oder solche, die dafür gelten wollen, benamset sich: „Johann Christof Wagenseil's Belehrung der Jüdisch-Teutschen Red- und Schreibart" (Königsberg 1699, bei P. Fr. Rhode). l e t o n. Ohne es für nothwendig zu halten, die Quelle erst zu nennen, hat Ave-Lallemant die Seilen 117—119 des genannten Buches mit einigen Auslassungen wiedergegeben. Um der Anregung die Ursprünglichkeit zu wahren und einige charakteristische Streiflichter auf jene Zeit fallen zu lassen, dürfte es vielleicht nicht überflüssig erscheinen, die citirten Stellen hier ihrem Wortlaute nach anzuführen : „Man kann auch, wie bey dem Anfang bemerket wird, dieses Geschicht-Lied (aus dem Exemplar, so im Jahr 1848 in Amsterdam gedruckt worden) in der Weise der Schlacht von Pavia singen, womit sonder Zweiffel auf ein Gesang, welches man von der berühmten Schlacht, so vor der Mayländischen Stadt Pavia Latein Ticinum genannt,

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