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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-06-19 · Heft 25 (19.6.1877) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 25 (19.6.1877)
Date
1877-06-19
Page
Seite 398 (sequence 10)
Language
German
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398 die geschichtlichen Berichte über das äußere Leben uns über die Vorgänge und Persönlichkeiten im inneren Leben der Nation im Stiche lassen. So erwähnt Josephus Hillel's gar nicht, und nur durch Combinalion kann erwiesen werden, daß er ihn an einer Stelle (Alterthümer 15, 13.) unter dem Namen Pollion anführt. — rirrv ■•nbttvi'n ^baa iiabriv apnbTa nnss ist» nsbb^Ta a^n barnax Band 1. Preßburg und Wien. Brüder Winter. 1877. Dieses Werk großen Fleißes und umfassender Sachkenntniß können wir aufrichtig empfehlen. Der vorliegende erste Band befaßt die drei ersten Buchstaben. Ueber jeden der alphabetarisch geordneten Gegenstände werden die Stellen der beiden Talmudim ihrem Wortlaute nach angeführt und in umfänglichen Anmerkungen weitere Erörterungen hinzugefügt. Um dem Leser eine Vorstellung zu ermöglichen, wollen wir die unter rr behandelten Gegenstände aufführen, es find: airrn mbaN, rvrm«, av«, rrvrs'i nb-as, a^aatöi nas, rrras, 2'barr ,ns:ci r.ans, a-nat a^mm a,ns, nnbxm nurirr, ri7asr, not brr-iw'' y~iat, a'721 os, yrasn:-: an«. Das Register führt noch andere an, bei denen auf spätere Artikel verwiesen ist. So befaßt 2 8 Art., 5 12, die vollständig bearbeitet sind. Das Werk kann so nach vielen Seiten hin nützen, da es über die betreffenden Gegenstände schnell orientirt, soweit die Halacha nicht in Betracht kommt. Für den tiefer Studirenden giebt es die bequeme Gelegenheit, die agadische Anschauung sowohl im Allgemeinen als auch über jeden einzelnen Gegenstand nach Ursprung, Zusammenhang und Entwickelung zu erfassen. Wir wünschen daher sehr, daß das Werk genug Unterstützung fände, damit es bald fortgesetzt werde, und nicht zu denen gehöre, deren Abschluß zu den frommen Wünschen zählt. — Die Moral der Evangelien und des Talmud. Eine vergleichende Studie im Geiste unsrer Zeit. Von l>r. M. Duschak. Brünn 1877. B. Epstein. Diese Schrift (X. und 58 S.) ist indirect gegen das berüchtigte Pamphlet des Prof. Rohling gerichtet. Nachdem der Verf. in der Einleitung diesem ebenfalls einige Fälschungen und Verdrehungen von Talmudstellen uud seine völlige Unwissenheit im Talmud nachgewiesen, zeigt er, daß „die Lehrsätze des Stifters der christlichen Religion über Sittlichkeit, Moral und Tugend nicht nur Ein-, sondern unzählige Mal im Talmud von den Rabbinen der verschiedensten Zeiten eingescharst werden, daß das Vaterunser aus jüdischer Quelle stammt u. s. w., daß überhaupt alle moralischen Grundsätze, wie sie Jesus in chronologischer Reihenfolge vortrug und lehrte, die Grundsätze und daS Eigenthum der Rabbiner waren und sind." Ist dies der Fall, so kann auch dem Talmud kein anderer ethischer Standpunkt angewiesen werden als dem Neuen Testament. Bekanntlich ist dieser Nachweis schon oft geführt worden, auch von christlichen Gelehrten, wird aber im Allgemeinen von den christlichen Theologen mit Stillschweigen übergangen, vornehm belächelt oder mit harten Worten, nicht aber mit Gründen verworfen. Wir erkennen aber gern an, daß Duschak diesen Nachweis ausführlicher und gründlicher als seine Vorgänger durchführt, und sich nicht begnügt, eine oder die andere gleichlautende Stelle zu citiren, sondern über jeden einzelnen Gegenstand ein ganzes Bild aus Talmud und Midrasch entwirft, daß die Gleichheit der sittlichen Anschauung klarlegt. Seine Schrift ist deshalb, auch abgesehen von jenem Zwecke, lehrreich und anziehend. Schließlich hebt er doch hervor, daß, was das höchste Moralprincip betrifft, Judenthum und Christenlhum sich unterscheiden und zwar dem ersteren zum Vorzüge. Dieser Punkt ist allerdings nicht mit der Schärfe und Gründlichkeit ausgeführt und verfolgt, welche diese Frage erfordert. Man möchte glauben, daß die modernen Talmudfreffer nun endlich zur Ruhe kommen, und so vielfach geschlagen, sich in ihre Höhlen zurückziehen müßten, wenn man nicht wüßte, daß Beweise und Gründe für diese Leute gar nicht existiren. Jndeß dürfte die öffentliche Meinung ihren Fälschungen und Lügen endlich doch immer weniger zugänglich werden. — Hinsichtlich der von uns in Nr. 23 angeführten Topographie von Jerusalem des Herrn A. M. Lun cz bemerken wir. daß über dieselbe bereits S. 757 Jahrg. 1876 von unsrem Pester Correspondenten referirt worden, worauf wir verweisen. I e u i f Der jüdische Friedhof zv Düsseldorf. In der oben (p. 397) erwähnten Schrift: „Aus meiner rheinischen Studienmappe, Charakterbilder, Literaturportraits und Skizzen aus der Gegenwart von Adolph Ko Hut" (Düsseldorf, Breidenbach und Baumann 1877», finden wir am Schluffe „eine Wanderung durch die Kirchhöfe Düffelvorfs". Seite 270 bis 272 bespricht der Verfasser den jüdischen Friedhof, und wir geben diese Skizze hier wieder, besonders weil sie auch eine ebenso dringende wie gerechffertigte Mahnung enthält. „Ein eigenchümlicher Begrabnißplatz innerhalb der Stadt feto«. ist der jüdische Friedhof, der nun, wie bereits oben bemerkt wurde, seil dem 1. Januar d. I. geschloffen ist. Ursprünglich war derselbe auf der Kasernenstraße, auf dem Platze, wo jetzt das Haus der Herren D. Fleck u. Scheuer steht, aber seit achtzig Jahren befindet er sich am Ende der Roseustraße, östlich von der Longartstraße. Die Düffel scheidet den Friedhofsplatz von der Sartorius'schen Fabrik. „Welche verwilderte Stätte erblickt unser Auge! Bis über die Kniee versinken wir im Grase, und entsetzlicher Leichengeruch gestattet nur auf kurze Zeit den Aufenthalt daselbst. Leider zeigen auch in anderen Städten die jüdischen Gottesacker das Bild der

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