Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1877)
- Date
- 1877-06-12
- Page
- Seite 378 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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378 Hauptsächlich im Einklang mit diesen beiden Machten wünschen wir vorzugehen und sind überzeugt, daß unser vereinigter Einfluß, so er sich nur ernstlich geltend machen will, bald im Stande sein wird, die moldau-wallachische Regierung zu einer Handlungsweise zurückzuführen, die mehr ihren wahrhaften Interessen entspricht. Empfangen Sie rc. (Gezeichnet) Beust. Protocoll. Auf die Einladung des Herrn von Wolfarth, Chefs der österreichischen Agentur und des Generalconsulats in der Moldau haben sich die Unterzeichneten, Consuln von England, Oesterreich, Frankreich, Griechenland, Preußen und Rußland, einzig zu dem Zweck, die Herren Generalconsuln und Agenten in Bukarest genau über die beklagenswerthen Thalsachen, welche sich in der Moldau (District Bakau) zugetragen, auszuklären und darauf hinzuweisen, vereinigt, in der Absicht zugleich mit den Erklärungen, welche ihnen von dev angesehensten Israeliten zu Jassy gemacht sind, die Verlesung der Schriftstücke und Berichte anzuhören, welche vom österreichischen Consularagenten in Bakau in Betreff der Ereignisse eingelaufen, die sich in den Landcommunen dieses Districtes zugetragen. In Folge dieser Erklärungen und der Verlesung besagter Schriftstücke und Berichte, haben die Unterzeichneten einmüthig erkannt, daß es für sie unzweifelhaft ist, daß die jetzt gegen die Israeliten gerichteten Maßregeln der Bedrückung und Vertreibung ganz sichere und völlig erwiesene Thatfachen sind. Daher sind die Unterzeichneten mit Bedauern zu der Ueberzeugung gebracht, daß das so kategorische Ableugnen, welches die rumänische Regierung den Agenten und Generalconsuln in Bukarest entgegengestellt hat, in handgreiflichem Widerspruch steht mit den Thatfachen, die festzustellen sie in der Lage gewesen sind. Jassy, den 15. April 1868. (Gezeichnet) H. St. Clair, m. p. Wolsarth, m. p. Dellaporte, in. p. Bakellarides, m. p. R. Goering, m. p. P. Thartschewsky, m. p. 2belfcuitcj6U/< Deutschland. Frankfurt am Main, 28. Mai. (Privatmittheilung.) *** Unter dem Namen „Mädchenst ist" ist von einer Anzahl hiesiger Frauen und Männer eine Anstalt in's Leben gerufen worden, welche auch weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Dieselbe bezweckt, „herangewachsenen und einer geeigneten Häuslichkeit entbehrenden israelitischen Mädchen, die sich dahier oder in näherer Umgebung hiesiger Stadt einem mehr als Elementarbildung erfordernden Berufe widmen, den Schutz eines geordneten Hauswesens zu gewähren, sowie auch — insofern die Mittel des Vereins dazu reichen — die Gelegenheit zur Fortbildung zu verschaffen." Von einer, durch ihre Wohlthätigkeit bekannten Dame ist dem Vereine ein geräumiges elegantes Haus nebst der vollständigen inneren Ausstattung zur freien und unentgeltlichen Benutzung überwiesen worden, welches den Pfleglingen des Vereins eine liebe und traute Heimstätte sein soll. Außerdem hat dieselbe edelsinnige Frau zur Begründung eines Capitalstockes die Summe von dreißiglausend Mark bestimmt, welche Summe bereits durch Zuwendung von beträchtlichen Gaben seitens vieler Gönner der jungen Anstalt die Höhe von nahezu 4 3,000 Mark erreicht hat. Um eine möglichst zahlreiche Betheiligung zu erzielen, ist der Jahresbeitrag eines dem Verein beitretenden Mitglieds auf 6 Mark festgesetzt. Von der Bedeutung und Wichtigkeit dieser Anstalt überzeugt, haben bereits 554 Mitglieder ihren Beitritt tc&ticßbeii/. erklärt, so daß schon am 6. Mai die Eröffnung des Instituts stattfinden konnte. Bereits sind 7 junge Mädchen als Pensionärinnen ausgenommen worden, welche sich theils dem Lehrerinnenberufe widmen, theils in kaufmännischen Geschäften thätig sind. — Um aber der Anstalt nicht den Charakter eines Armeninstituts aufzudrücken, wird ein sogenannter Pensionspreis von monatlich 30 Mark von jedem Pfleglinge erhoben, was indessen die Befugniß der Verwaltung, Töchter unbemittelter Eltern oder arme Waisen unentgeltlich aufzunehmen, nicht ausschließt. Einer auf dem Gebiete der Erziehung erfahrenen Frau ist die Leitung des Hauswesens als Hausmutter übertragen worden. Die innere Ordnung des Hauses wird durch eine besondere „Hausordnung" geregelt, deren Bestimmungen von jedem Pfleglinge mit willigem Gehorsam vollzogen werden müssen. An der Spitze res Vereins stehen zwölf Vorsteherinnen und drei Herren, welche zusammen den Vereinsvorstand bilden. Anfragen und Anmeldungen sind an den Schriftführer Herrn Adolf Teble'e zu richten, welcher jederzeit die gewünschte Auskunft zu ertheilen bereit ist. Wir hoffen und wünschen, daß die Bestrebungen dieses Vereins immer mehr Anklang finden mögen und daß das neugegründete „Mädchenstift", welches sich den vielen Stiftungen und Wohlthätigkeitsanstalten unserer Stadt als würdiges und segenbringendes Glied anreiht, zu kräftigem Gedeihen emporblühen werde! — Fürth, 22. Mai. (Privatmitth.) Die Verwaltung der Gabriel Rieffer'schen Stipendienftiftung dahier, einer Stiftung,