Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1877)
- Date
- 1877-05-08
- Page
- Seite 303 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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303 Wohlwollen zuzuwenden, da Jedermann einsehen wird, wie sehr die edlen Zwecke derselben der allgemeinen Förderung und Unterstützung würdig sind. — Von Brüx (Böhmen) wird uns unterm 26. April mitgetheilt, daß Herr Rabbiner vr. A. Kisch von der israelitischen Gemeinde zu Zürich zum Rabbiner erwählt worden. Bonn, 22.April. ( Literarische Notizen.) Wir fahren fort, in diesen literarischen Notizen übersichtliche Bemerkungen über die im Laufe der Woche uns zugekommenen neuesten Erzeugniffe der Presse zu geben, während wir in ausführlicheren Berichten im „Literarischen Wochenbericht" auf die bedeutenderen Erscheinungen zurückkommen. — „Wenn die Könige bauen, haben die Kärrner zu thun." Seitdem Herder seine herrlichen Gespräche über „Den Geist der hebräischen Poesie" geschrieben, werden uns von Zeit zu Zeit Schriften aufgelischt, in welchen dasselbe Thema in ganz unbedeutender Fassung behandelt wird. Vom Geist ist dabei gewöhnlich wenig vorhanden, und einige theils belobende, theils absprechende Urtheile und äußerliche Bemerkungen bilden den Rahmen um auszügliche Uebersetzungen aus den prophetischen und poetischen Büchern der h. Schrift. Hierhin gehört: Ein Gang durch's Alte Testament mit besonderer Berücksichtigung der Poesie und Prophetie für höhere Lehranstalten und denkende Bibelleser von A. Wysard, Lehrer der Religionsgeschichte am Gymnasium in Zürich. Zürich bei Schmidt, 1877. — Hisioire saintr (ancien testament) par vr. L. M. Rabbinowicz. Paris, en venle chez tous les libraires el chez l’auteur, 63, rue de Seine 63, 1877. Die biblische Geschichte ist bekanntlich in zahllosen Schriften, besonders für die Jugend, in allen Sprachen und für alle Confessionen bearbeitet, und wird immer neuer Behandlung unterzogen. Daß hierbei in unsrer Zeit die mannichfaltigsten Gesichtspunkte geltend gemacht werden, über deren Verwendung Lehrer und Eltern sich schlüssig zu machen haben, ergiebt sich von selbst. Der Verfasser vorliegender Schrift fetzt den seinigen dahin auseinander, daß er sich streng auf den biblischen Ausdruck beschränkt, „Die Wunder und außerordentlichen Geschichten" weglaffend besonders die Gesetze Mosis, welche über die vollkommene Toleranz gegen die Heiden handeln, zusammengestellt, das Privatleben der Gotteshelden übergangen habe, alle Könige und Richter erwähne und die religiöse und moralische Geschichte durch Anführungen abspiegele. — JfrtDn bab “Vsr. Ritnel des prifcres journaliferes avec traduction francaise interlineaire par L. Blum. Texte et traduction revues par M. Le Grand Rabbin Wogue. Paris. Librairie du culte isra£lite 1877. Wir können den hebräischen Druck als vortresslich rühmen. Wie weit die Jnterlinear-Uebersetzuvg jetzt noch in den Schulen anwendbar, hat der Schulmann zu entscheiden. — Leitfaden für den israelitischen Religionsunterricht. Nach dem vr. Mayer'schen Confirmantenbuch umgearbeitet von L. Levi, Religionslehrer und Prediger der israel. Shnagogengemeinde Hechingen. Hechingen 1877. Kurz gefaßte Fragen und Antworten mit hinzugefügten Bibelversen im hebräischen Text und deutscher Uebersetzung über die Hauptlehren der Religion, die Pflichten, Sabbath und Feste nebst den Zehnworten und Psalm 15. — Der zweihundertjährige Todestag Baruch Spinoza's brachte außer zahlreichen Zeitungsartikeln folgende zwei Vorträge: Spinoza. Festrede zu seiner 200jährigen Todesfeier am 21. Februar 1877 gehalten im Haag von Ernst Renan. Uebersetzt von Richard Lesser. Wien, Hartleben 1877. Spinoza. Festede, gehalten in der „Literarischen Gesellschaft" zu Potsdam von vr. Tobias Cohn. Potsdam, Grcpius 1877. —Zu dem kommenden Jahre 5638 ist bereits der „Israelitische Volkskalender von Jakob W. Pascheles, Prag 1877" erschienen, mit Beiträgen von Kämpf, Ehrentheil, Klemperer, einem Rückblick und Anekdoten. — lieber den obligatorischen jüdischen Religionsunterricht in den höheren Unterrichtsanstalten von S. Meyer, Berlin 1877. — Unter dem Titel will in Bukarest ein Tagesblatt in hebräischer Quadratfchrift und dortigem deutschen Jargon erscheinen. Bonn, 29. April. (L iterarische Notiz en.) Aus Wien wird uns mitgetheilt, daß der sechste Theil des Bet-ha-midrasch res vr. Jellinek im Laufe dieses Sommers erscheinen wird. — „Bete für das Wohlergehen des Königs!" Rede zum Geburtstage des Kaisers und Königs in der Synagoge zu Gnesen von Pr. M. Horovitz, Rabbiner. Gnesen 1877. Herausgegeben vom Armen-Berein. Ein schönes und herzliches Wort, voll sittlichen Ernstes und fern von allem Servilismus! — Der Ober-Rabbiner zu Neupest, Herr Albert Stern, sendet die erste Nummer einer halbmonatlich erscheinenden Zeitschrift „Hamechaker" „für jüdische Theologie und Geschichte in populär-wissenschaftlicher Form" aus. — Im vorigen Jahrgang S. 307, 325, 340 verössentlichte der emerit. Rabbinats-Verweser, Herr Moses Mannheimer in Darmstadt, die Uebersetzung eines hebräischen Manuskripts, welches „die Judenverfolgungen in Speyer, Worms und Mainz im Jahre 1096" beschreibt, und fügte erklärende Anmerkungen hinzu. Auf mehrfache Aussorderung hat Herr Mannheimer jetzt (Darmstadt, Literarisch-artistische Anstalt) diese Abhandlung unter dem obigen Titel als Broschüre erscheinen lassen. In einem Nachtrage fügt er eine Reihe von Sittensprüchen aus dem Rokeach des R. Eleasar b. Jehuda aus Worms und aus dem „Buche der Frommen" von R. Jehuda Chasid aus Regensburg hinzu. Der bestimmte , Charakter und Inhalt des übersetzten Manuskripts bezeichnet von selbst den Zweck dieser Veröffentlichung für das größere Publikum; : doch enthält es auch manche Bereicherung und Sicherstellung des : geschichtlichen Stoffes. — Aus London schreibt man: Ueber!rie unter Leitung des Lieutenants Kirchen er stehende Ver- ' Messung Palästinas sind sehr befriedigende Nachrichten eingelaufen.!Die ersten Arbeiten gingen von einem Lager bei Haifa in der Bucht von Accon aus und man rückte darauf nach Hattin vor,! der Stätte, wo einst Saladin die Christen besiegt hatte. Von Idort ist Kitchener's letzter Brief geschrieben. Er schildert das 19*