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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-04-24 · Heft 17 (24.4.1877) · p. Seite 263

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 17 (24.4.1877)
Date
1877-04-24
Page
Seite 263 (sequence 3)
Language
German
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263 wieder her; gleiches geschah in Württemberg 18-49 und 1853. Das neue deutsche Strafgesetzbuch hat sie beibehalten. So befindet sich die Frage noch jetzt im Stadium der Discussion, ist aber noch lange nicht so weit gediehen, bis wohin das talmudische Recht sie bei seinem Abschluß geführt hatte. 3) Wir glauben riesen, vom culturhiftorischen Standpunkte aus so wichtigen Gegenstand durch die obige Darstellung in's Klare gebracht zu haben. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 17. März. In Nr. 36 des Jahrgangs 187 5 haben wir als ein ausgezeichnetes Reisehandbuch „Palästina und Syrien von K. Bäveker" (Leipzig, 1875) rühmend hervorgehoben. Die überaus thälige Verlagsbuchhandlung, welche nach und nach den ganzen Orient ihrer langen Reihe verdienstvoller Reisehandbücher einzuverleiben gedenkt, hat jetzt zunächst Egypten in Angriff genommen: „Egypten. Handbuch für Reisende von K. Bädeker. Erster Theil: Unter-Egypten bis zum Fayum und die Sinai-Halbinsel. Mit 16 Karten, 29 Planen, 7 Ansichten und 7 6 Texrvignetlen. Leipzig, Karl Bädeker, 187 7." Die Bearbeitung dieses Theiles bot größere Schwierigkeiten, als vielleicht die aller anderen Länder. Denn es ist fraglich. ob eine größere Zahl Reisender durch bas Interesse an dem alten Pharaonenlande oder durch das Verlangen, die gegenwärtige Beschaffenheit des Nilthales kennen zu lernen, dorthin geführt werde? Jedenfalls mußte auf die beiderseitigen Reisemorive sorgfältig Rücksicht genommen werden. Keine Landschaft der Erde ist mit einer größeren Masse von mehr oder weniger erhaltenen Monumenten. Ruinen, Gräbern und den mannigfaltigsten Resten einer früheren und späteren Vergangenheit bedeckt, als Egypten. Diese sind zugleich Zeugen einer so frühzeitigen und eigenthümlichen Cultur, Kunst und Mannigfaltigkeit des Lebens, daß sie nicht blos den Geist des Geschichtsforschers, sondern auch das Interesse jedes Gebildeten in Anspruch nehmen. Herr Bädeker hatte daher nicht nur die Aufgabe zu lösen, im vorliegenden Werke dem Reisenden ein vollständiges Bild des gegenwärtigen Egyptens nebst allen Mitrheilungen und Nachweisungen zu bieten, welche für eine solche Reise erforderlich sind, sondern auch zugleich eine Schilderung aller jetzt noch vorhandenen, zugänglichen und aufgedeckten Alterthümer zu geben, bas Verständniß derselben zu erleichtern.und ihre Bedeutung, soweit sie durch die Forschung festgestellt ist, anzugeben. Auf dem letzteren Gebiete war es angezeigt, vor Allem Maaß zu halten, sich weder allzusehr in's Detail, noch in die Uebertreibungen mancher Egyptologen zu verlieren. Wir können nun mit Befriedigung sagen, daß, was eine erste Aus- 3) Vgl. Dr. Sam. Mayer, Die Rechte der Israeliten, Athener und Römer :e., Bd. UI. S. 76 rc. gäbe eines solchen Werkes nach allen diesen Beziehungen hin zu leisten vermag, in dem vorliegenden Buche geschehen ist. Zu diesem schönen Erfolge konnte aber der Herausgeber nur gelangen, indem er die auf diesem Gebiete ausgezeichnetsten Kräfte gewann und vereinigte. Wir sehen daher die verdienstvollsten Männer, theils als Abfasser einzelner Abschnitte, theils für Revision und Ergänzung res Textes, Lessen Grundlage von Prof. I)r. G. Ebers herrührt, im Vorwort ausgeführr. Die ausführliche Einleitung bringt uns daher außer den praktischen Vorbemerkungen aller Art die politisch- und physikalisch-geographische Ueberficht von Egypten, hierauf „zur egypnschen Geschichte" bis auf den heutigen Tag, dann eine Reihe von Aufsätzen über die Hieroglyphenschrift, die Götterlehre der alten Egypter, die Glaubenslehre des Islam, die egyptische »iunstgeschichle, die Bauwerke der Araber u. s. w. Der zweite Theil des Werkes (S. 219— 492) enthält nun die „Routen" mir ausführlichen Schilderungen aller Städte und Ortschaften, ihrer Umgebungen, Monumente u. oergl. Tie 10. Route ist der Sinaihalbinsel gewidmet (S. 492—548). Ein sorgfältiges Register erleichtert das 'Aufsuchen. Eine Menge Karlen, Pläne, Ansichten und Textvignetlen bieten mannigfaltige Veranschaulichung dar, scheinen uns aber denen in „Palästina" an Ausführung nicht ganz gleichzukommen. — Die Beziehungen zwischen Egypten und Israel bilden für uns in dem großen Ensemble, welches das alte, mittelalterliche und neuere Egypten ausmacht, ein eigenihümliches Interesse, dem wir hier mit einigen besonderen Hinweisungen genügen wollen. Zu fünf verschiedenen Zeiten ist der jüdische Stamm mit dem Lande in nähere Verbindung getreten: als die Israeliten in Gosen wohnten; als nach der Ermordung Gedaljah's der Rest der Judäer nach Egypten floh und den Jeremias wider dessen Willen mit sich führte; ferner nach der Uebersiedelung einer großen jüdischen Colonie nach Alexandrien unter den Ptolemäern; alsdann unter der Herrschaft des Islam, und endlich in der Gegenwart. Die mit Jeremias nach Egypten geflohenen Judäer gingen daselbst spurlos unter, und aus der Periode des mittelalterlichen Islam haben wir aus Egypten eben nur die Rachrichien über die bedeutenden Männer, wie z. B. Maimonires, die dort gelebt. Allgemein bekannt ist es aber bereits, daß die Spuren unseres Volkes aus der allen Pharaonenzeil sich in Denkmälern und Papyrusrollen erhalten haben. Die Egyplologen sind eisrigst mit der Erforschung dieser Spuren beschästigt und wenn auch Vieles noch zweifelhaft ist, was cer Eine ocer der Andere schon als Ergebmß verkündet, so ist doch sicher der Aufenthalt und der Auszug der alten Israeliten mit den Hauptanzaben der Bibel auch als historisch erwiesen anzusehen. Es heißt in unserem Werke S. 103: „In dem Grabe des Gouverneurs Chnum Hotep zu Beni Hasan ist ein semitischer Häuptling Abscha mit Begleitern, Frauen und Kindern abgebilder, wie er mit Geschenken naht. Es ist nicht unmöglich, daß sich die Wanderung Abrahams und Sara's nach Egypten l 1 Mos. 12, l o s.», 17*

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