Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1877)
- Date
- 1877-04-03
- Page
- Seite 223 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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223 von einem jungen Burschen Silbergegenstände zum Kaufe angeboren worden, er habe jedoch den Burschen hinausgejagt, weil er sich in solche Geschäfte nicht einlasie. Die bereits einmal wegen Diebstahlstheilnehmung mit zwei Jahren Kerkers abgestrafte Marie Wagner im Lazzenhof habe die Sachen gekauft, das habe er von einer Frau Wollner erfahren. Agent Joseph Deutsch bestätigt, auf Anzeige der Frau Wagner die Arretirung beider Angeklagten vorgenommen zu haben; der altere habe sich für den Onkel des jüngeren ausgegeben. Leib Knecht betheuert, er sei kein Onkel und man habe ihn gar nicht arretiren wollen; es sei blos ein Jrrthum unterlaufen. Im Einverständnisse zwischen Anklage und Bertheivigung (Di*. Bryk) wird die Verhandlung vertagt, um auch Frau Marie Wagner zu vernehmen. Die Schlußverhandlung wider Leib Knecht und Fische! Rothenberg wurde am 16. d. zu Ende geführt. Nachdem die Zeugin Marie Wagner conform der Angabe des Polizei- Agenten bestätigte, es habe sich Knecht für den Onkel des Rothenberg ausgegeben und so den Verkauf des gestohlenen Gutes ermöglicht, erkannte der Gerichtshof Beide des Diebstahls schuldig und bestimmte für Fische! Rothenberg mit Rücksicht auf sein jugendliches Alter einen Monat abgesonderte Verschließung und für Leib Knecht, nachdem seine Betheiligung nur als Uebertretung der Diebstahlstheilnehmung angenommen wurde, einen Monat strengen Arrests. Vermischtes. In England und Frankreich holt man gegenwärtig nach, worin die deutsche Kritik die gelehrten Forscher jenes Landes längst überholt hatte, selbstverständlich nicht ohne neue Seiten an dem betreffenden Gegenstände aufzufinden und durchzuföhren. So ist es dort eine bemerkenswerthe Tendenz, nachzuweisen, daß die Anknüpfung der christlichen Dogmen an das sogenannte Alte Testament, wie sie von den Neutestamentlichen Schriften ausgingen und in allen Kirchen bis jetzt aufrecht erhalten worden, nur eine erkünstelte und erzwungene ist, daß vielmehr das Alte Testament keine einzige wirkliche Hinweisung auf den Christus der Kirche, das neue Jerusalem, das jüngste Gericht u. s. w. enthalte, sondern hierzu in offenbarem Mißverständniß oder absichtlicher Auslegung tropische Ausdrucke und Metaphern der Propheten verwendet worden sind. Wir haben vor Kurzem die derartigen Ausführungen des Biscount Amberley besprochen. Jetzt begegnen wir einer Anzahl Artikel in Nr. 14, 15 und 16 der Revue politique et litteraire vom September und October 187 6, welche in Paris erscheint: „Le Christianisme et les Proplieies“ von Ernest Havat, welche die oben gezeichnete Tendenz verfolgen und die rationelle Auslegung der einzelnen Prophetenstellen gegenüber der unhaltbaren Deutung der Kirche begründen. Da alle diese Arbeiten von christl. Gelehrten ausgehen, wird man es ums um so weniger verargen, wenn wir darauf aufmerksam machen. Trotz der vielen Gegenbeweise, die bereits gegeben worden, beharren Schriftsteller — freilich nicht von bedeutendem Range — dabei, den Mosaismus zu einem Ableger der altegyptischen Weisheit zu machen. Nicht blos daß man den egyptischen Priestern in ihren Mysterien einen einzigen unkörperlichen Gott erkennen und anbeten läßt, wofür sich der Beweis bis jetzt nicht im Entferntesten führen läßt, was doch um so nothwenviger wäre, als die wirkliche egyptische Religion, wie sie in zahllosen Monumenten vor uns liegt, in der ausgedehntesten Vielgötterei und dem Thierdienst bestand; sondern man will auch für das mosaische Gesetz egyptische Wurzeln herausfinden, während es in den Principien und den Details die schroffsten Gegensätze zum egyptischen Wesen enthält. Hier wieder ein einzelnes constatirles Moment. Bei den Egyptern waren Geschwisterehen gestattet und nicht selten. Die Unsitte ging sogar auf die Ptolemäer über. Das mosaische Gesetz verbietet sie bekanntlich auf's Schärfste. Anzeigen. Zur Beachtung! Denen, die sich um die Cantor- und Lehrer-Stelle in Preussisch Friedland bewerben wollen, wird empfohlen, vor Absendung ihrer Meldung entweder beim Vorsteher ILervin Freundlich, oder bei der Repräsentanten - Versammlung resp. deren Vorsitzenden, Adolph Neuniann, nähere Erkundigung über qu. Stelle einzuziehen. Eine geprüfte israel. Kinderpflegerin kann bestens empfohlen werden durch Frau Böttcher, Vorsteherin des Kinderpflegerinnen- Dereins, Borwerksstraße 21 und durch Fräulein Rawitz, Zimmerstraße 6 in Breslau. Crn gepr. Lehrer sucht Stellung. JLaao TValdftein, Gnesen._ Für einen fleissigen Jungen Mann, der Ostern hei mir seine Lehrzeit beendet und j den sehr empfehlen kann. suche in einem Kurz - und Fosamen Her- Waaren - / n g ros- Geschäft, wo Sabbafh geschlossen, eine Stelle I unter bescheidenen Ansprüchen. Lange in Mecklenburg. I J. Joseph.