Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1877)
- Date
- 1877-04-03
- Page
- Seite 212 (sequence 2)
- Language
- German
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212 Verhältnisse des Landes dem Handel nicht vortheilhaft und hin-1 Regierung zur Gleichstellung aller Confefsionen sind auch die dern ihn sogar oft im hohen Grade. Hierbei verdienen besonders Juden inbegriffen. In dem städtischen Berwaltuogsrathe, Med- Erwähnung das primitive Leben der Landesbewohner und ihre schlis, fungiren auch zwei Juden, welche dieselbe Befugniß wie äußerste Genügsamkeit, wodurch der Waarencousum und somit alle anderen Mitglieder desselben haben." Die fremden Staaten der Handel auf ein Minimum reducirt wird; ferner die immer ungehörigen Juden sind frei von Charadsch und zahlen nur genoch gefährdete Sicherheit der Reisenden auf dem Lande, der ringe Zölle. Herr vr. N. bestätigt also Alles, was wir über Mangel an Fahrstraßen und die Unzulänglichkeit der fetzigen Perdie politischen Verhältnisse unsrer Glaubensgenoffen in der Türkei kehrsmittel, Umstände, welche das Reisen, sowie den Maarenin dieser Zeitung so oft und auch vor der Versammlung zu Paris trausport und damit auch den Handel bedeutend erschweren und gesagt haben. Desto trauriger sind die socialen Verhältnisse oft ganz hemmen." Ferner: „Die Gewerbe werden in Jerusalem der Juden in Jerusalem. Es sind etwa 2000 Seelen, die von frei betrieben, jeder Fremde kann ein beliebiges Gewerbe ergreifen, ihren Einkünften in unabhängigen Verhältnissen leben. Eine ohne einer Concession von Seiten der Regierung zu bedürfen zweite Claffe umfaßt die kleineren Geschäftsleute, Krämer, Trödler, und auch ohne Brodneid bei den Moslemin zu erregen. Die Hausner, Handwerker, Tagelöhner, Dienstboten und Frauen, Handwerker waren in siüheren Zeiten sehr selten und ihre Prowelche sich mit Waschen, Nahen, Stricken und Sticken beschäfducte höchst unvollkommen; gegenwärtig sind etwa 40 Handtigen. Sie zählt gegen 8000 Seelen. Allein eine große Anwerke hauptsächlich durch eingewanderte Juden vertreten. Unter zahl derselben ist selbst in guten Zeiten nicht im Stande, ihre diesen sind die Aschkenasim die zahlreichsten und als die besseren Familien vollständig zu erhalten. Geschäfts - und arbeitslose Arbeiter in der Stadt anerkannt. Die Handwerker arbeiten fast Zeiten, klimatische Krankheiten, die häufig vorkommende Theuerung alle in öffentlichen Buden, die in den Bazarstraßen sich befinden, zwingen viele Personen dieser Claffe öffentliche Hülfe in An- und nur sehr selten in ihren eigenen Wohnungen." I spruch zu nehmen. Die Zahl der Hülfsbedürfrigen dieser Claffe Diesen traurigen, ja unglücklichen Zustand des Handels und! wird auf 3000 Seelen geschätzt. Hierzu kommt nun noch eine der Gewerbe müsien wir im Auge behalten. Denn allerdings I dritte, welche gar keine Quellen des Einkommens aus weltlicher die politischen Verhältnisse sind nach dem bisherigen Charakter! Beschäftigung besitzt: die Gelehrten aller Gemeinden mit ihren des Staates durchaus günstig. Die Gesammtzahl der Juden in! Schülern, die Arbeitsunfähigen und bedeutende Anzahl von Jerusalem beträgt, wie schon gesagt, gegen 13,000 Seelen. -)I Wittwen und Waisen. Sie zählt ebenfalls 3O0O Seelen und Bon diesen sind gegen 8000 türkische Unterthanen (Rajas), 50001 ist gänzlich auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Es ist also stehen unter dem Schutze eines fremden Staates und werden! fast die Hälfte der jüdische Bevölkerung in Jerusalem (über 60OO Franken genannt, und zwar 3O0O unter österreichischem, 1OOv! Seelen) auf auswärtige Hülfe gestellt. Dies ist schon unter unter englischem und die übrigen unter dem Schutze der anderen! normalen Zuständen trostlos. Zur Zeit einer allgemeinen Noth, Staaten. Von den Rajas sagt vr. N.: „Die jüdischen Rajas wie bei Mißwachs, Epidemien, Ausbleiben der auswärtigen leben in Jerusalem, wie in der ganzen Türkei, völlig frei; sie Spenden tritt ein allgemeines Elend ein, welchem ganze Famikönnen in allen Straßen wohnen und jedes Geschäft betreiben.! lien zum Opfer fallen . . . Die Hauptursache findet vr. N. in Ihre dem Staate zu leistenden Pflichten sind denen der anderen! dem äußerst geringen gewerblichen und geschäftlichen Verkehr, in Rajas gleich und bestehen nur in der Kopfsteuer, Charadsch, die idem Mangel an Erwerbsquellen, weshalb auch in den Gemeinfür jede Mannsperson nach den Vermögensumständen entrichtet den der anderen Confefsionen große Armuth herrscht, die jedoch wird. Der Unbemittelte zahlt 15 Piaster jährlich (also nicht ganz durch reiche Stiftungen, z. B. die Klöster viel gemildert wird. 3 Mark), der Vermögende und Reiche das Doppelte bis zum Wir fügen hinzu, daß die wesentliche Ursache in dem verhält- Bierfachen. Für die richtige Entrichtung der Steuer haftet der nißmäßig viel zu großen Zufluß armer Juden nach Jerusalem Gemeindevorstand. Derselbe hat die Abgabe zu vertheilen, einbesteht. Wenn auf einem Stück Boden, der einhundert Menzucassiren und dem Steueramte zu übergeben. Bei der Bertheischeu zu ernähren vermag, sich tausend niederlassen, so werden lung werden die Arme» verschont, die Reichen mehr belastet und selbst die, welche daselbst leben könnten, brodlos oder doch zu der noch fehlende Betrag wird aus der Gemeindecaffe genommen, größter Dürftigkeit verurtheilt werden. — Bon hier aus allein Die milde Gesinnung der Sultane und der europäische Einfluß kann die Frage, auf welche Weise eine Besserung zu bewirken haben in der neuern Zeit der Toleranz noch mehr Geltung verwäre? beantwortet werden. Wir wollen sehen, was Herr vr. schafft. Dem Baue neuer und der Reparatur alter Synagogen Reumann hierüber sagt, werden keine Schwierigkeiten entgegengesetzt. In den Haupt- (Schluß folgt.) straßen erheben sich jetzt neue Bethäuser, in welchen die Andacht ohne Storung verrichtet wird. In dem Fortschreiten der türkischen I - 2) Nach vr. Reumann leben jetzt in Zaphet 8000, in Liberia 25V0, in Hebron 800 und Jaffa 600 Juden, also ungefähr 12,000. I