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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-04-03 · Heft 14 (3.4.1877) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 14 (3.4.1877)
Date
1877-04-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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emeirre Zeitung -es Iudenthums. Em Mpartensches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Bonn. Verlag von Baumgärtaer's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 3n rebactionellen Angelegenheiten wende man fich au Dr. 4L phUi-»lon in Bonn; binfichlliib deS Bezug» nnd der Inserate an LannlySrturr'» SachhaadtnuinLcivzig. ^«^^^^^>^»^^^u^^»- tag cingeben. finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bi» 2*/2 Bogen. Preis Bierteltährig 2 Biark. Inserate werden mit 2« Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung» » Expeditionen nehmen Bestellungen an. 41. Jahrgang. Leipzig, den 3. April 1877. JS? 14. Inhalt. Leitende Artikel: Aus Jerusalem- II. — Der Racenschwindel. II. — Rumänien. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Bonn, Königsberg, Furch, Berlin. — Oesterreich-Ungarn: Wien. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Rußland: Petersburg. — Bonn (Notizen). — Feuilleton: Alte Sitze. — Samarien nach dessen Eroberung. — Aus dem Volksleben mit seinen Licht- und Schattenseiten. II. — Vermischtes. <£eibende CLxhJkel. Bonn, den 28. März. Aus Jerusalem. II..) Die Bevölkerung Jerusalems schätzt vr. Neumann, gestützt auf eine jüngste Zählung und seine eigene Erfahrung, aus 36,000 Seelen, worunter 15,000 Mohammedaner, 13,000 Juden und 8000 Christen. Hierzu kommt noch die sich auf 1500 Mann belaufende Garnison. Die Landessprache ist die arabische und bedient sich derselben die ganze eingeborene Bevölkerung. Außer den dort lebenden Deutschen sprechen alle ansässigen europäischen Juden die deutsche Sprache mit mehr oder weniger Correklheit. Spanisch ist die Sprache der meisten orientalischen Juden, Herr N. fügt hinzu: „Die hebräische Sprache, welche sonst nirgends in der Welt gesprochen wird, ist in Jerusalem als Conversationssprache im Gebrauche; sie dient häufig zur Vermittlung des Verkehrs zwischen den europäischen Juden und den orientalischen Glaubensgenossen. Bei meiner Behandlung jüdischer Pilger aus Persien oder Indien, die keine einzige von den eben genannten Sprachen verstanden, war ich ebenfalls genöchigt, mich der hebr. Sprache zu bedienen." — Die Bevölkerung von Jerusalem wohnt in vier verschiedenen Stadttheilen, von denen das Viertel der t> Nach dem Werke: „Die heilige Stadt und deren Bewohner von vr. Bernhard Neumann. Hamburg 1877." Moslemin und das der Juden in der Osthälfte der Stadt liegen. Im ersteren wohnen auch viele Juden, von denen auch einige im armenischen Viertel, aber keine im Viertel der Christen ansässig sind. Dahingegen sind auch Mohammedaner im jüdischen Viertel ansässig. Das Viertel der Juden nimmt den östlichen Theil von Zion ein und erstreckt sich hinaus, um die größte Hälfte dieses Berges innerhalb der Stadt einzuschließen. Es hat eine recht freundliche Lage, nimmt aber nur etwa den zwölften Theil der Stadt ein und reicht nicht für alle jüdischen Bewohner hin. Der Grundbesitz in Jerusalem ist größtentheils sg. Wakf, Eigenthum der Moscheen oder öffentlichen Anstalten. Sehr viele Hauser der Stadt, wie z. B. die meisten im jüdischen Viertel gehören diesem Wakf an und können kein Privateigenthum werden; sie sind daher gewöhnlich vernachlässigt und im baufälligen Zustande. — Was uns hier aus begreiflichen Gründen sehr interessirt, ist die Frage, wie steht es mit Gewerbe und Handel in Jerusalem? vr. N. giebt uns hierüber folgenden Ausschluß, (wobei wir das Detail übergehen): „Der Handel ist in Jerusalem unbedeutend und kann bei der Lage der Stadt und den gegenwärtigen Verhältnissen des Landes nicht aufblühen. Jerusalem liegt in der Mitte des Gebirges, fern von allen großen Verkehrsstraßen — die Handelsstraße zwischen Kairo und Damaskus zieht durch Ramleh etwa acht Stunden neben Jerusalem vorbei — und ist im Osten durch den nur einige Stunden entfernten, fast brückenlosen Jordan und das todte Meer, im Süden durch Einöven und im Norden durch beschwerliche Fußpfade von einem großen Theile der übrigen Welt beinah getrennt, wodurch jeder geschäftliche Verkehr gehemmt wird. Ebenso sind die allgemeinen

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